Der 12V-2×6-Anschluss ist der Nachfolger des berüchtigten 12VHPWR-Steckers, der ab 2022 an RTX-4090-Grafikkarten reihenweise Schmelzschäden verursachte und in den USA zu einer Sammelklage gegen Nvidia führte. Die kürzeren Sense-Pins des neuen Standards sollen sicherstellen, dass der volle Strom erst fließt, wenn das Kabel vollständig eingerastet ist.
Allerdings kam es auch mit der neuen Revision zu Berichten über schmelzende Stecker. Um dem entgegenzuwirken, haben sich verschiedene Hersteller Lösungen einfallen lassen, die davor warnen oder gleich komplett schützen sollen.
Dazu zählt auch Asus, das mit dem »ROG Equalizer« ein eigenes Spezialkabel entwickelt hat. Dieses hat offenbar seinen ersten gemeldeten Defekt erlitten: Im chinesischen Hardware-Forum Chiphell tauchten Fotos auf, die einen stark beschädigten Stecker des Kabels zeigen.
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Noch zu viele Fragen offen
Über den Vorfall berichtete zunächst Uniko's Hardware. Mindestens drei der zwölf Hauptkontakte weisen dem Bild nach zu urteilen deutliche Brandspuren auf – der Kunststoff rund um einen der Pins ist nahezu vollständig weggeschmolzen.
- Die genauen Hintergründe des gemeldeten Defekts sind bislang offen. Welche Grafikkarte und welches Netzteil genutzt wurden und unter welchen Lastbedingungen der Schaden entstand, geht aus dem Chiphell-Beitrag nicht hervor.
- Ein Anwendungsfehler ist ebenso denkbar wie eine Kabels – ein abschließendes Urteil wäre auf dieser Grundlage verfrüht, aber die ganze Lage entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
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Kritik gab es schon vorher
Asus bewirbt den ROG Equalizer mit einer deutlich erhöhten Belastbarkeit: Die einzelnen Leitungen sollen bis zu 17 Ampere pro Pin statt der üblichen neun Ampere verkraften.
Eine elektrische Brücke im Kabelkamm – also an der Verbindungsstelle zum GPU-Stecker – soll den Widerstand senken und die Temperatur stets unterhalb des Materiallimits von 105 Grad Celsius halten.
Dass der ROG Equalizer erst vor wenigen Wochen auf den Markt kam, lässt das schnelle Auftauchen des Defektberichts indes ein wenig kritischer wirken.
- Zudem beschreibt der deutsche Hardware-YouTuber Roman »der8auer« Hartung in seiner Videoanalyse des Produkts, dass das Kabel in Messungen teilweise schlechter abschneidet als herkömmliche Ausführungen.
- Die genannte Brücke habe in Tests zu Abweichungen von bis zu vier Ampere zwischen einzelnen Pins geführt – eine Lastasymmetrie, die unter hoher Last einzelne Kontakte überlasten kann, wie der8auer sinngemäß ausführt.
Hartung ist auch CEO von Thermal Grizzly, die mit »WireView« eine auf Kontrollfunktion ausgelegte Lösung für das Steckerproblem anbieten.
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Das »Ampinel«-Gadget verspricht indes eine hardwareseitige Balance, um dem Problem entgegenzuwirken.
Asus vermarktet das ROG Equalizer in den USA für 50 US-Dollar. Hierzulande liegt das Kabel ausgewählten Netzteilen der Serien ROG Thor III und ROG Strix Platinum bei und ist bislang nicht separat erhältlich. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens zum Defektbericht steht zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung noch aus.
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