Vor fast drei Jahren erschien die Nvidia Geforce RTX 4090. Mit dem damaligen Wechsel auf den 12VHPWR-Anschluss, um die 450 Watt an Leistungsaufnahme zu überführen, trat allerdings auch ein neues Problem auf: schmelzende Stecker.
Auch die neue Revision in Form des 12V-2x6-Anschlusses half nur bedingt, zumal die neue RTX 5090 mit 575 Watt noch mehr Leistung schluckt.
Immer mal wieder tauchen in sozialen Medien also Berichte über einen geschmolzenen Stecker auf – ein deutscher Hersteller aus Göttingen hat sich hierfür nun eine eigene Lösung einfallen lassen.
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Das »Ampinel«-Gadget verspricht eine hardwareseitige Balance
Bei diesem Hersteller handelt es sich um »Aqua Computer« mit Sitz in Gleichen bei Göttingen.
Das eigentlich auf Wasserkühlungen spezialisierte Unternehmen kündigte kürzlich das sogenannte »Ampinel«-Gadget an, der einen Umstand der offiziellen 12VHPWR-Spezifikation auf eigene Faust beheben will.
- Bei klassischen 8-Pin-Steckern liegen maximal 150 Watt bei 12 Volt – also rund 12,5 Ampere – an. Selbst unter Volllast hielt sich die tatsächliche Stromstärke also in einem kontrollierbaren Bereich.
- Im aktuellen 12VHPWR-Standard (und auch im nachfolgenden 12V-2x6) werden die Leitungen gebündelt; zeitgleich gibt es keine Einzelüberwachung mehr.
- Bei der maximalen vorgegebenen Leistungsaufnahme von 600 Watt können hier bei 12 Volt also bis zu 50 Ampere fließen, was die teils auftretenden Schmelzstecker infolge von zu hoher Hitzeentwicklung erklärt.
Hier will Ampinel eingreifen. Im Gegensatz zu ähnlichen Gadgets soll aber nicht nur eine Überwachung der Leitungen stattfinden. Stattdessen will das kleine Teil auch aktive Gegenmaßnahmen im Fall der Fälle einleiten.
Hierfür steht laut Pressemitteilung eine hybride Regelstruktur in der Verantwortung, die dafür sorgt, dass »der Stromfluss über alle sechs Leitungen aktiv balanciert wird«.
Im Klartext: Überschreitet die Stromstärke auf einer Leitung 7,5 Ampere, wird das Ampinel-Gadget aktiv und steuert gegen – laut dem Unternehmen gleichmäßig und verzögerungsfrei.
In einem ersten Test von Igor's Lab scheint das Gadget zumindest einen ordentlichen Dienst zu verrichten:
Link zum YouTube-Inhalt
Per Software zur Notabschaltung
Bei den erwähnten Gegenmaßnahmen stellt euch das Gadget verschiedene Varianten zur Auswahl.
- So kann der RGB-Streifen neben dem kleinen OLED-Display (128 x 64 Pixel Auflösung), das euch auch die aktuelle Stromstärke pro Leitung anzeigt, wie eine Warnblinkanlage loslegen.
- Dazu gehört auch ein kleiner Buzzer, der einen Signalton von sich gibt und akustisch auf eine Störung aufmerksam macht.
- Über die zugehörige Software könnt ihr auch konfigurieren, dass das Programm, das für die Überlastung verantwortlich ist, zwangsweise geschlossen wird – oder gleich die Sense-Leitungen der Grafikkarte unterbrochen werden sollen.
Im »Aquasuite« genannten Tool gibt euch Ampinel zudem weitere Messwerte zur Hand, etwa zur Leistung und Steckertemperatur.
Bis zu einem Marktstart des Ampinel-Gadgets ist allerdings noch etwas Geduld gefragt. Wie das Unternehmen ausführt, ist mit ersten Lieferungen voraussichtlich Mitte November zu rechnen.
Die unverbindliche Preisempfehlung für Ampinel beziffert Aqua Computer auf knapp 80 Euro. Zu einem späteren Zeitpunkt soll zudem eine weiße Farbvariante angeboten werden.
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