Jetzt ist es offiziell: Der neue Asus ROG Xbox Ally X20 wird auch einzeln verfügbar sein, ohne das teure Jubiläums-Set mit Videobrille. Obwohl der Preis bei 1.400 Euro liegt, trifft er in der Gaming-Community auf positive Resonanz – es sind eben schwierige Zeiten.
Dafür bietet der Ally X20 sinnvolle Verbesserungen, die ich mir schon immer von den Asus-Handhelds gewünscht habe.
Asus behebt die größten Schwachstellen
Die Ally-Handhelds von Asus hatten schon immer zwei große Schwachstellen: der eher mittelmäßige Bildschirm und die driftanfälligen Analog-Sticks. Abseits davon boten sie schon immer ein tolles Preis-Leistungs-Verhältnis und die Xbox Ally-Handhelds von heute sind da keine Ausnahme.
Der neue Ally X20 behebt diese Schwächen und setzt sogar noch einen drauf.
OLED: Endlich ein guter Bildschirm
Größer: Der neue Handheld ist mit einem etwas größeren Bildschirm von 7,4 Zoll ausgestattet. Das ist kein gewaltiger Unterschied zu den Vorgängern, aber auf jeden Fall willkommen, da 7-Zoll schon immer etwas knapp für PC-Spiele war, die primär für große Bildschirme entwickelt wurden. Außerdem sind die Bildschirmränder jetzt dünner; bei den anderen Asus-Handhelds waren sie schon immer sehr dick.
Schöner: Einen wirklich signifikanten Unterschied macht der Sprung zu einem OLED-Bildschirm. Die Handhelds von Asus sind alle mit demselben, eher mittelmäßigen, LCD-Bildschirm ausgestattet. Dieser war keineswegs schlecht, aber definitiv keine Stärke des Gerätes. Die meisten Konkurrenten hatten in dieser Hinsicht deutlich mehr zu bieten.
Der neue Ally X20 ist jetzt mit dem Bildschirm ausgestattet, den ich mir von so einem Handheld wünsche:
- OLED für deutlich verbesserte Kontraste, perfekte Schwarzwerte, brillante Farbwiedergabe und schneller Reaktionszeit von 0,2 ms.
- DCI-P3-Farbraumabdeckung von 100 Prozent
- 120 Hz mit variabler Bildwiederholrate (VRR und OLED ist bei Handhelds noch selten).
- VRR-Bereich auf 30 bis 120 Hz erweitert.
- Unterstützung für Dolby Vision HDR
In ersten Hands-On-Videos macht der Bildschirm einen sehr soliden Eindruck und ich bin gespannt ihn in Zukunft selbst vor Augen zu haben.
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Heller: Die maximale Helligkeit des Bildschirms ist bei Handhelds nicht gerade unwichtig, vor allem, wenn ihr damit auch außerhalb der eigenen vier Wände spielen wollt. Die Asus-Handhelds boten in dieser Hinsicht bisher 500 Nits. Das ist gerade so ausreichend, aber für Outdoor-Spieler schlecht geeignet.
Der Asus ROG Xbox Ally X20 stellt SDR-Inhalte mit 600 und HDR-Inhalte sogar mit 1.400 Nits dar. Gekoppelt mit der Anti-Reflexionsbeschichtung sollte sich der neue Handheld besser für das Spielen bei Tageslicht im Freien eignen.
TMR-Sticks: Endlich driftresistente Sticks
Besser spät als nie: Asus hat dem Ally X20 sogenannte TMR-Sticks (Tunnel-Magnetwiderstand) spendiert. Alle vorherigen Handhelds des Herstellers setzen noch auf Analog-Sticks mit mechanischen Potentiometern, die auf Dauer verschleißen können. Das ist eine der wichtigsten Ursachen für Stick-Drift.
Die neuen Analog-Sticks messen mit TMR-Sensoren feinste Veränderungen in Magnetfeldern, um die Position der Analog-Sticks zu bestimmen. Das Ergebnis ist nicht nur eine erhöhte Präzision, sondern vor allem eine deutlich verbesserte Langlebigkeit mit erhöhter Resistenz gegenüber dem nervigen Stick-Drift-Problem.
Die Konkurrenz verbaut schon lange magnetische Hall-Effekt-Sticks, die ähnlich funktionieren und ebenfalls weniger mechanischen Verschleiß haben, weshalb es mich freut, dass Asus nicht nur aufgeholt hat, sondern direkt den Sprung auf TMR-Sticks macht, die noch effizienter und präziser sind.
microSD-Express: Die Nintendo Switch 2 hat es vorgemacht
Die Nintendo Switch 2 war der erste Handheld, der die neuen microSD-Express-Karten unterstützte. Diese sind deutlich schneller als der UHS-II-Standard, der bei PC-Handhelds üblich ist.
Wenn ihr bei Steam Deck und Co. den schnellen Speicher sinnvoll erweitern wollt, dann ist ein Tausch der internen SSD notwendig – ein Schritt, der für viele Menschen nicht ganz unkompliziert ist.
Mit der Einführung der microSD-Express-Karten ist das nicht mehr zwingend notwendig. Die Karten übertragen Daten mit über 800 MB/s, was schneller ist als bei SSDs, die über eine SATA-Schnittstelle verbunden sind.
Der Asus ROG Xbox Ally X20 ist nach dem MSI Claw 8 EX AI+ der zweite PC-Handheld, der die schnellen microSD-Karten unterstützen wird. Sollte euch der interne 1-TB-Speicher also nicht ausreichen, bieten sie eine einfache (aber kostspielige) Erweiterungsmöglichkeit.
Die Unterschiede zum Vorgänger
| Merkmal | Asus ROG Xbox Ally X20 | Asus ROG Xbox Ally X |
|---|---|---|
| APU | AMD Ryzen™ AI Z2 Extreme | AMD Ryzen™ AI Z2 Extreme |
| RAM | 24 GB LPDDR5X | 24 GB LPDDR5X |
| SSD | 1 TB PCIe 4.0 NVMe M.2 (2280) | 1 TB PCIe 4.0 NVMe M.2 (2280) |
| Display | 7,4 Zoll OLED, FHD (1080p), 120Hz, 600-1400 Nits | 7,0 Zoll IPS-Level, FHD (1080p), 120Hz, 500 Nits |
| Controller | TMR Joysticks (mit RGB), Transforming D-Pad, Impulse & Hall-Effekt Trigger, Xbox-Button mit LED | Standard Analog-Sticks, Standard D-Pad, Hall-Effekt Trigger & Bumper |
| Speichererweiterung | microSD Express Card Reader (unterstützt SD v8.0, PCIe Gen4 x1) | UHS-II microSD Card Reader |
| Gewicht | 756 g | 715 g |
| Maße | 30,0 x 12,1 x 2,75 ~ 5,13 cm | 29,0 x 12,1 x 2,75 ~ 5,09 cm |
| Konnektivität | Wi-Fi 6E + Bluetooth 5.4 | Wi-Fi 6E + Bluetooth 5.4 |
| Akku | 80 Wh (4-Zellen Li-Ion) | 80 Wh (4-Zellen Li-Ion) |
| Betriebssystem | Windows 11 Home | Windows 11 Home |
Unsere Handheld-Kaufberatung 2026
Die Preisfrage: Ist der Handheld 1.400 Euro wert?
Asus lässt sich die Upgrades teuer bezahlen. Der Asus ROG Xbox Ally X kostet derzeit circa 1.000 Euro. Ihr bezahlt also für den besseren Bildschirm, das neue Design, den verbesserten Controller und microSD-Express-Unterstützung 400 Euro.
Ob euch diese Upgrades das Geld wert sind, müsst ihr für euch selbst entscheiden. Würde ich noch keinen Handheld besitzen, wäre der neue Ally X20 definitiv in meiner engeren Auswahl.
Der Handheld ist zwar nicht ganz so schnell wie der MSI Claw 8 EX AI+ (der Intel G3 Extreme erreicht die Höchstleistung des AMD Ryzen Z2 Extreme schon bei etwa 18 Watt), bietet aber dafür den OLED-Bildschirm, den ich beim MSI-Handheld vermisst habe. Er kostet zudem 250 Euro weniger.
Obendrein dürfte ein Umstieg auf SteamOS beim Asus-Handheld unkomplizierter sein, weil AMD-Hardware noch immer der einfachere Weg für Linux-Betriebssysteme ist.
Spannend könnte ein Vergleich mit dem bald erscheinenden Acer Predator Atlas 8 mit Intel G3-Chip werden (soll voraussichtlich am 1. Oktober 2026 erscheinen). Dieser Handheld wird 100 Euro weniger kosten, allerdings wissen wir noch nicht, wie schnell er sein wird – einen OLED-Bildschirm hat er jedenfalls nicht.

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