E-Scooter gibt's mittlerweile wie Sand am Meer. Hersteller müssen sich also etwas einfallen lassen, um aus der Masse herauszustechen. Beim NIU KQi100P ist das definitiv das Gesamtpaket.
Der City-Flitzer vereint nämlich optische Eleganz mit hochwertiger Verarbeitung und bietet bei einer UVP von 349 Euro sogar allerhand smarte Features wie Blinker und Alarmfunktion, die man sonst nur von deutlich teureren Modellen kennt.
Im Test habe ich herausgefunden, wo NIUs neues Einstiegsmodell glänzt – und wo Potenzial noch ungenutzt bleibt.
Design & Verarbeitung: Solide und schick
Beim Auspacken des NIU KQi 100P wurde ich positiv überrascht: Der Scooter wirkt robust, gut verarbeitet und hat ein modernes Design. Der Stahlrahmen fühlt sich stabil an, und die mattschwarze Lackierung verpasst ihm einen coolen Look. Die grauen Lenkergriffe fühlen sich angenehm und hochwertig an.
Der gesamte Roller wirkt sehr stabil; hier wackelt selbst auf Kopfsteinpflaster nichts. Sogar die Kabel sind weitestgehend im Lenker versteckt. Für einen Scooter in dieser Preisklasse ist das keine Selbstverständlichkeit.
Lediglich das klobige Licht in der Lenkermitte sowie das Display am rechten Griff fallen aus dem Muster heraus. Beide wirken billiger als der Rest des Scooters.
Fahrgefühl & Beschleunigung: Huiii...
Der NIU KQi 100P bietet drei Fahrmodi: einen Eco-Modus bis 16 km/h für entspanntes Cruisen, einen Sportmodus, der bis 22 km/h (erlaubtes Limit von 20 km/h plus Toleranz) beschleunigt sowie einen dynamischen Modus. Dieser erlaubt es euch, Anrolltempo, Beschleunigung und Maximalgeschwindigkeit an eure Bedürfnisse anzupassen – sehr cool.
Die Beschleunigung ist trotz des eher kleinen Motors nicht zu unterschätzen. Gerade im Sportmodus zeigt der Roller einen sehr kräftigen Antritt. Ich war überrascht, wie flott der kleine Flitzer anzieht – zumindest bei meinem Körpergewicht von 58 Kilogramm. Maximal zulässig sind 120 Kilogramm.
Beim Anfahren ist auch deswegen Vorsicht geboten, weil sich das Gas per Drehgriff zumindest für mich nicht so fein justieren lässt wie mit einem Daumenhebel. Jedenfalls bin ich anfangs zweimal fast vom Roller geflogen, weil der schneller los spurtete als ein Gepard mit Magenknurren.
Hat man sich aber daran gewöhnt, fährt sich der Roller weitestgehend geschmeidig. Beim Rollen ohne Gas ist die Motorbremse zwar stark spürbar, lädt dafür aber durch Rekuperation den Akku wieder auf. Die Stärke des regenerativen Bremsens könnt ihr in vier Stufen in der App einstellen, je nach Geschmack und benötigter Reichweite.
Die 9,5-Zoll-Luftreifen und die Frontfederung sorgen dafür, dass man auch auf unebenen Straßen nicht durchgeschüttelt wird. Für echte Offroad-Ausflüge ist der KQi 100P aber weniger geeignet als doppelt gefederte Modelle wie der Joyor S5.
Komfort & Sicherheit
Das Trittbrett des NIU 100P ist eher schmal, selbst ich mit Schuhgröße 40 kann beide Füße nur versetzt auf dem Roller platzieren. Sehr große und kräftige Fahrer könnten sich zudem vom Lenker eingeengt fühlen – der 100P ist im Vergleich zum 300er-Modell eher kurz geraten. Für durchschnittlich gebaute Personen sollte es jedoch keine Probleme geben.
Die Kombination aus einer Trommelbremse vorne und einer regenerativen Bremse hinten funktioniert zuverlässig. Obwohl ich zunächst die Hinterradbremse vermisst habe, hatte ich nie das Gefühl, in einer brenzligen Situation nicht rechtzeitig stoppen zu können. Scheibenbremsen wären natürlich noch besser gewesen, aber in dieser Preisklasse kann man das verschmerzen.
Zur Sicherheit tragen auch die Reflektoren sowie die Lichter bei, wobei das Rücklicht beim Bremsen aufleuchtet. Nützlich sind auch die Blinker, die immer noch viel zu wenige E-Scooter haben, erst recht in diesem Preissegment. Dadurch braucht ihr beim Abbiegen nicht die Hände vom Lenker zu nehmen, was auf einem E-Scooter immer eine wackelige Angelegenheit ist.
So habe ich getestet
Ich bin mit dem NIU 100P zwei Wochen lang täglich sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter- und Feldwegen gefahren und habe insgesamt 30 Kilometer damit zurückgelegt. Meine Umgebung ist hügelig und weist einige Steigungen sowie kaputte Straßen auf.
Technische Details
| Motor | 300 W / 600 W Spitzenleistung | |
| Steigung | maximal 15 Prozent | |
| Akku | 243 Wh 5.2 Ah | |
| Reichweite | 29 km | |
| Geschwindigkeit | max. 20 km/h (+ 2km/h Toleranz) | |
| max. Traglast | 120 kg | |
| Federung | Vollfederung Front, 3,6 cm Eintauchtiefe | |
| Reifen | 9,5 x 2,3 Zoll Luftschlauch | |
| Gewicht | 17,3 Kg | |
| Größe zusammengeklappt | 1.154 × 184 × 505 mm | |
Preis und Verfügbarkeit
Der NIU 100P ist bereits für eine UVP von 349 Euro erhältlich. Je nach Händler liegt der Straßenpreis bei teilweise um die 300 Euro.
Motor und Reichweite: Gut für die Stadt
Der 300-Watt-Motor (600 Watt Spitzenleistung) ist ausreichend für den urbanen Alltag. Moderate Steigungen bis zu 15 Prozent schafft der Scooter ohne Probleme – solange ihr nicht über 100 Kilogramm wiegt oder eure halbe Campingausrüstung mitschleppt.
Die Reichweite von bis zu 29 km klingt auf dem Papier gut, in der Praxis hängt sie aber stark von eurem Fahrstil, Gewicht und den Straßenbedingungen ab. Bei mir waren es eher 20 bis 25 km bei etwa 10 bis 20 Grad. Das reicht für kleinere Wege durch die Stadt locker aus.
Leider gibt das Display nur unzureichend Auskunft über Akkustand und Restreichweite. Statt einer Prozentanzeige müsst ihr nämlich mit Balken vorliebnehmen. Immerhin: In der App gibt's genauere Angaben.
Handhabung: Praktisch, aber schwer
Mit seinen 17,3 kg ist der Scooter kein Leichtgewicht. Wenn ihr ihn öfter tragen müsst – zum Beispiel in den dritten Stock ohne Aufzug –, werdet ihr das schnell merken.
Der Lenker ist außerdem nicht klappbar (anders als beim KQi 100F), was den Transport zusätzlich erschwert. Dafür lässt sich der Rest des Scooters leicht zusammenklappen und verstauen.
Für kurze Strecken zu Fuß oder den Transport im Auto ist das völlig in Ordnung. Sollte euch ein klappbarer Lenker wichtig sind, ist der ansonsten baugleiche KQi 100F für rund 50 Euro Aufpreis die bessere Anlaufstelle.
Extras: App-Steuerung und smarte Features
Ein nettes Gimmick ist die App-Integration des NIU KQi 100P. Über die App könnt ihr nicht nur Fahrstatistiken einsehen und den Fahrmodus sowie die Anrollgeschwindigkeit anpassen, sondern auch den Scooter per Smart Lock sichern und die Räder elektronisch blockieren.
Sollte ein Dieb den Roller wegtragen, schrillt sogar ein Alarm. Es ist beachtlich, was NIU hier an Features für unter 350 Euro bietet.
Solltet ihr euch den NIU KQi 100P kaufen?
Der NIU KQi 100P lohnt sich für euch, wenn ihr:
- Einen günstigen, robusten E-Scooter für den Stadtverkehr sucht
- Mit einer Reichweite von etwa 20 bis 25 km im Alltag auskommt
- Vor allem auf asphaltierten Straßen oder Radwegen unterwegs seid (die Federung ist für Offroad nur bedingt geeignet)
- Wert auf zahlreiche (smarte) Features wie Blinker, Bremslicht und Diebstahlschutz legt
Mögliche Alternativen zum NIU KQi 100P:
- NIU KQi 100F: Wenn ihr einen klappbaren Lenker und noch mehr Flexibilität beim Transport wünscht.
- Xiaomi Electric Scooter 4 Pro: Wenn ihr auf die smarten Features wie Blinker und App-Unterstützung nicht verzichten wollt, euch aber mehr Leistung und Reichweite wünscht.
- Navee V40: Wenn ihr einen kompakten und leichten E-Scooter bevorzugt.
Der NIU KQi 100P gilt im aktuellen Konkurrenzvergleich als echter Preis-Leistungs-Tipp. Für einen Straßenpreis von rund 299 bis 349 Euro bietet er eine Ausstattung, die in dieser Preisklasse selten ist. Er ist ideal für preisbewusste Stadtfahrer, die smarte Features und solide Sicherheit schätzen – solange ihr keine langen Offroad-Strecken oder häufiges Tragen über viele Treppen plant.
Habt ihr Fragen, Wünsche oder Anregungen? Dann schreibt sie in die Kommentare,


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