Es soll immer mehr Menschen geben, die ihren Autoschlüssel »aus gutem Grund« in Alufolie einwickeln: Wie gut ist der Grund wirklich?

Komfortgewinn beim Autofahren steht hier Sicherheitsfragen gegenüber, die auch der ADAC zum Thema gemacht hat.

Es kann mit Blick auf die Sicherheit im Zusammenhang mit Keyless-Comfort zwar helfen, bestimmte Autoschlüssel in Alufolie einzuwickeln, die beste Methode zum Schutz ist das laut ADAC aber nicht. (Bild: stock.adobe.com - luismolinero) Es kann mit Blick auf die Sicherheit im Zusammenhang mit Keyless-Comfort zwar helfen, bestimmte Autoschlüssel in Alufolie einzuwickeln, die beste Methode zum Schutz ist das laut ADAC aber nicht. (Bild: stock.adobe.com - luismolinero)

Ein Artikel des West Side Journals hat es jüngst zum Thema gemacht, dass immer mehr Menschen ihre Autoschlüssel in Alufolie einwickeln würden und ergänzt, dass das aus gutem Grund so sei.

Im Kern geht es hier um Sicherheitsbedenken bei der so genannten Keyless-Technik solcher Schlüssel zum kontaktlosen Öffnen von PKWs, zu denen sich auch der ADAC in einem ausführlichen Beitrag klar äußert.

Die Quintessenz lautet folgendermaßen:

  • Es bestehen weiterhin Sicherheitslücken beim Einsatz der Keyless-Technik. Laut ADAC waren bei Test seit 2016 von inzwischen über 800 Fahrzeugen nur 15 Prozent wirklich zuverlässig vor üblichen Betrugstechniken geschützt.
  • Einen passenden Autoschlüssel in Alufolie einzuwickeln kann zwar bei guter Umsetzung helfen, es gibt aber bessere Schutzmaßnahmen, so der ADAC.

Was genau die Probleme sind und wie man sich am besten schützt, schauen wir uns im Folgenden an.


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Komfortgewinn auf Kosten der Sicherheit

Es geht ausschließlich um Fahrzeuge, deren Verriegelung das Keyless-System unterstützt (was allerdings immer weiter verbreitet ist).

Die Grundidee dieses Systems ist dabei genau so simpel wie der mögliche Betrugsmechanismus:

  • Wenn ihr euch eurem Auto samt Schlüssel nähert, öffnet es sich dank passender Funkkommunikation zwischen Wagen und Schlüssel von selbst. Auch das Starten ist dann meist per simplem Knopfdruck möglich.
  • Das machen sich Diebe zu Nutze, indem sie die eigentlich stark begrenzte Reichweite dieser Kommunikation unbemerkt erhöhen.
  • Dabei kommen zwei Geräte zum Einsatz: eines, das in der Nähe des Schlüssels sein Signal aufnimmt und ein weiteres, das es in der Nähe der Tür des Wagens empfängt und das Auto dadurch öffnet.

Was Hersteller und ihr dagegen tun könnt

Autohersteller können vor allem zwei aussichtsreiche Schutzmaßnahmen implementieren:

  • Einsatz der Ultra-Wide-Band-Technik: Sie ermöglicht es, zu ermitteln, welche Distanz das Funksignal übermittelt hat. So muss sich der Schlüssel stets wirklich in unmittelbarer Nähe zum Auto befinden, um es öffnen zu können.
  • Automatische Deaktivierung: Wird der Schlüssel eine bestimmte Zeit lang nicht bewegt, etwa nach fünf Minuten, schaltet sich das Keyless-System automatisch ab.

Im Artikel des ADAC zu dem Thema findet sich unter der Überschrift Ist auch ihr Fahrzeug betroffen? ein Download-Link, der für die über 800 seit 2016 getesteten Fahrzeuge zeigt, welche davon geschützt sind und welche nicht (Registrierung erforderlich).

Ihr selbst habt auch Möglichkeiten, euch zu schützen. Die besten sind laut ADAC die folgenden:

  • Das Keyless-System manuell deaktivieren, falls möglich. Wie es im Einzelfall funktioniert, erfahrt ihr beim Hersteller eures Wagens.
  • Den Schlüssel abschirmen: Das geht etwa mit einem abschirmenden Etui, einer Metalldose oder auch mit Alufolie, wenn die Schicht dick genug und wirklich dicht ist. Sowohl die Dose als auch das Etui stellen aber die zuverlässigeren Methoden dar.

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So eine Abschirmung könnt ihr übrigens leicht selbst testen. Nähert euch einfach dem Wagen, während ihr den Schlüssel so schützt und schaut, ob er dennoch aufgeht.

So oder so solltet ihr von den Vor- und Nachteilen des Keyless-Systems wissen. Informiert euch vor dem Kauf eines neuen Wagens darüber, ob und wenn ja, was für eine Version genau davon verwendet wird. Und ob ihr es gegebenenfalls ausschalten könnt.

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