Der junge Mann, der ein Gerät zur Bekämpfung der Einsamkeit seines Großvaters entwickelt hat, arbeitet jetzt im Silicon Valley

Ein mögliches Beispiel für den sinnvollen Einsatz von KI im Alltag älterer Menschen.

Links der Erfinder Juan Pedro Cereigido mit seinem Großvater, rechts der nach dem Opa benannte KI-Assisstent Ato, der per 3D-Drucker hergestellt wird. (Bild: www.infobae.com) Links der Erfinder Juan Pedro Cereigido mit seinem Großvater, rechts der nach dem Opa benannte KI-Assisstent Ato, der per 3D-Drucker hergestellt wird. (Bild: www.infobae.com)

Kein Bildschirm, keine Lernkurve. Das ist der zentrale Punkt der Macher des KI-Assistenten namens Ato.

  • Ato ist für ältere Menschen gedacht, die sich eher schwer damit tun, sich auf moderne Technologien wie Smartphones oder Tablets einzulassen.
  • Um Ato zu benutzen, braucht es nur die Stimme. Außerdem tritt Ato auf Wunsch auch von selbst mit den Bewohnern eines Haushalts in Kontakt. Als geistige Anregung, als Erinnerung an die Einnahme von Tabletten oder als Kontaktaufnahme durch Angehörige und Freunde.
  • Dahinter stehen Juan Pedro Cereigido (CEO) und Gapar Habif (CTO) aus Argentinien. Seinen Namen hat Ato vom Spitznamen von Cereigidos Großvater Roberto.

Das Projekt sorgte für genug Aufmerksamkeit, um den beiden Gründern einen Platz im Förderprogramm Founders Inc. in den USA einzubringen.

Das bedeutet nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch die Möglichkeit, vor Ort zu leben und das eigene Produkt weiterzuentwickeln und auf den Markt zu bringen.


Video starten 51:40 Wenn der Chatbot zur Gefahr wird: KI und unsere Psyche


Verfügbarkeit und Kosten: Ato ist mittlerweile weltweit erhältlich, der Preis liegt momentan bei 179 US-Dollar. Das Gerät unterstützt über 50 Sprachen und kann auch als Übersetzer fungieren.

Der volle Funktionsumfang setzt allerdings eine monatliche Mitgliedschaft voraus, die mit 29 US-Dollar zu Buche schlägt.

Die wichtigsten Eckdaten zu Ato

Um Ato nutzen zu können, muss das Gerät einmal mit dem heimischen WLAN verbunden und eingerichtet werden. Danach funktioniert es ohne zusätzliche Technik wie ein Smartphone oder Ähnliches.

Es empfiehlt sich, mit der Family App grundlegende Informationen über die Bewohner einzutragen. So kann Ato von selbst passende Unterhaltungen starten und diese Informationen in Gesprächen berücksichtigen.

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Die besagte App bietet aber auch abseits der Ergänzung von persönlichen Interessen viele Optionen:

  • Nachrichten an Ato schicken, um mit den Bewohnern des Haushalts in Kontakt zu treten
  • Automatische Erinnerungen einstellen, etwa zur Einnahme von Tabletten
  • Festlegen, ob Ato von selbst Konversationen startet und wenn ja, wie häufig
  • Überprüfen, ob und wie mit Ato interagiert wird (dient einzig und allein zur Sicherheit und als Peace of Mind-Bericht, der Inhalt von Gesprächen wird nicht aufgezeichnet oder geteilt)
  • Sicherstellen, dass das Gerät ordnungsgemäß funktioniert

Außerdem ist es möglich, mit Ato Radio zu hören, es per Sprachbefehl zu aktivieren, um etwa nach einem Sturz Hilfe zu holen oder nach bestimmten Informationen zu fragen.

Ato besitzt keinen Akku. Neben der Aktivierung per Sprache kann auch der Knopf vorne gedrückt werden. Der Schalter rechts dürfte zur Lautstärkeregelung dienen. Ato besitzt keinen Akku. Neben der Aktivierung per Sprache kann auch der Knopf vorne gedrückt werden. Der Schalter rechts dürfte zur Lautstärkeregelung dienen.

Was die kostenpflichtige Mitgliedschaft bringt

Beim Kauf von Ato habt ihr die Wahl zwischen dem Gerät allein für 179 US-Dollar und einer Kombination mit einer einjährigen Mitgliedschaft für insgesamt 399 US-Dollar.

Wer nur das Gerät kauft, bekommt die Mitgliedschaft einen Monat lang gratis. Danach kostet sie 29 Dollar pro Monat. Aber was genau bringt das Abo?

  • Unbegrenzte Konversationszeit
  • Unbegrenzte proaktive Kommunikationsversuche
  • Unbegrenzte Mitglieder in der Family App
  • Bevorzugter menschlicher Support
  • Geräte-Upgrade bei Veröffentlichung neuer Versionen inbegriffen

Ohne Abo reicht die monatliche Konversationszeit laut der Ato-Webseite für moderaten Alltagsgebrauch. Des Weiteren heißt es dort: Sobald das Guthaben aufgebraucht ist, werden die Gespräche kürzer, aber Erinnerungen, Radio und die Familien-App funktionieren weiterhin wie gewohnt.

In puncto Privatsphäre geben die Macher gleichzeitig an, darauf großen Wert zu legen:

Gespräche und persönliche Interaktionen werden verschlüsselt und durch Sicherheitsmaßnahmen auf hohem Niveau geschützt. Familienmitglieder können über die Familien-App Erinnerungen und Einstellungen verwalten, haben jedoch keinen Zugriff auf private Gespräche oder persönliche Interaktionen zwischen dem Gerät und dem Nutzer.

Juan Cereigido und Gaspar Habif haben es mit ihrem Projekt Ato jetzt schon weit gebracht. (Bild: yahoo.com) Juan Cereigido und Gaspar Habif haben es mit ihrem Projekt Ato jetzt schon weit gebracht. (Bild: yahoo.com)

Die Art des Einsatzes ist entscheidend

Zentral dürfte sein, Ato nicht als Ersatz für menschliche Nähe und Konversation zu benutzen, sondern als Ergänzung und als verbesserte Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und zur Hilfestellung im Alltag.

Entscheidend ist zudem sicherlich, wie natürlich die Kommunikation mit dem Assistenten in verschiedenen Sprachen wirklich funktioniert.

Lasst uns gerne in den Kommentaren wissen, wie ihr über Ato denkt und ob ihr euch vorstellen könntet, es in eurer Familie einzusetzen.


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