Tunnel zu bauen ist ja schön und gut, aber in China halbieren sie sogar Berge, um die höchste Brücke der Welt mit einer neuen Autobahn zu verbinden

Einmal mehr sorgt ein Bauprojekt in China weltweit für Aufmerksamkeit. Statt Tunnel zu bauen, werden dabei teils riesige Felswände in die Luft gesprengt.

Wenn die Straße nicht sicher durch den Berg kann, muss der Berg der Straße eben weichen. (Bild: YouTube, Unmögliche Projekte) Wenn die Straße nicht sicher durch den Berg kann, muss der Berg der Straße eben weichen. (Bild: YouTube, Unmögliche Projekte)

Update, 29.09.2025: Die Freigabe der höchsten Brücke der Welt für den Verkehr hat kürzlich für viel Aufmerksamkeit gesorgt, unter anderem beim Spiegel, der Tagesschau und der Zeit. Ihren vollen Zweck kann sie aber erst erfüllen, wenn wie unten beschrieben auch die dazugehörige Autobahn komplett fertig gestellt wurde.

Original-Artikel, 20.09.2025: Das Jahr 2025 ist das Jahr eines der bemerkenswertesten Bauprojekte in China. Dabei geht es einerseits um die höchste Brücke der Welt. Andererseits um eine daran angeschlossene Autobahn, für die sogar Berge gespalten werden.

Gemeint sind die Huajiang-Grand-Canyon-Brücke und die Liuzhi-Anlong-Autobahn in der Provinz Guizhou. Die spektakuläre Brücke, 625 Meter oberhalb des Beipan-Jang-Flusses wurde bereits für den Verkehr freigegeben. Die dazugehörige Autobahn soll in Gänze Ende des Jahres folgen.

Dem Bauvorhaben widmet sich das unten eingebettete Video des YouTube-Kanals Unmögliche Projekte ausführlich. Die wichtigsten Informationen daraus fassen wir in diesem Artikel kurz für euch zusammen.

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Warum Berge spalten statt Tunnel graben?

  • Guizhou zeichnet sich nicht nur durch seine Berglandschaft mit zahlreichen großen und kleinen Gipfeln und vielen Canyons aus, sondern auch durch sehr viel Karstgestein.
  • Das ist zwar hart, aber auch spröde. Außerdem weist es viele Hohlräume auf und ist oft durchzogen von unterirdischen Flüssen. Keine gute Kombination für den Bau von Tunneln.
  • Statt sich durch die Erde zu bohren, wird sie daher für den Bau der Autobahn zwischen Liuzhi und Anlong kontrolliert weggesprengt, wo die Ingenieure es für sinnvoll halten. Die gesicherten Felswände neben der Autobahn ragen teilweise über 200 Meter hoch schräg in den Himmel.

Wieso wird die neue Autobahn gebaut?

Um die Schlucht mit dem darin fließenden Fluss Beipan Jiang überqueren zu können, benötigt man in der fraglichen Region eine Fahrzeit von etwa zwei Stunden. Die neue Brücke verkürzt das auf wenige Minuten.

Eine Fahrt von der Region Liuzhi nach Anlong dauert aktuell noch über drei Stunden. Wenn die neue Autobahn einmal fertiggestellt ist, soll eine Fahrt nur noch ungefähr halb so lang brauchen.

Um welche Region genau es sich handelt, seht ihr auf den folgenden Bildern.

Google Maps: Nahansicht Die rote Markierung zeigt die ungefähren Koordinaten der neuen Rekordbrücke in China. Die hier ausgewählte Route zwischen Liuzhi und Anlong verkürzt sich durch den Bau der Brücke und der angeschlossenen Autobahn deutlich.

Herausgezoomt Die Provinz Guizhou befindet sich im Süden Chinas. Die Region, in der dort die Brücke und die Autobahn gebaut werden, sind im südwestlichsten Teil von Guizhou zu finden.

Vor- und Nachteile des Projekts

Auch an diesem Bauprojekt Chinas gibt es Kritik, unter anderem aufgrund der Folgen für die Umwelt.

Das bereits angesprochene Karstgestein birgt außerdem trotz der teils vermiedenen Tunnelbauten Risiken für die neue Autobahn und für die bemerkenswerte Brücke mit einer Länge von fast 1,5 Kilometern.

Für die Menschen in der Region bedeutet die neue Autobahn gleichzeitig eine wesentlich bessere Anbindung an größere Städte – und mehr Tourismus. Dazu passend sollen dort auch Einrichtungen wie Hotels, Sky-Cafés und Kletteranlagen entstehen.

Lasst uns gerne in den Kommentaren wissen, wie ihr über dieses Bauprojekt in China denkt und ob es für euch infrage käme, die derzeit höchste Brücke der Welt einmal selbst als Tourist zu besuchen.

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