Das Ende von Destiny 2 naht in großen Schritten, und die Community kocht vor Wut. Die Ankündigung von Bungie, den Stecker bei dem Sci-Fi-MMO nach einem letzten Update im Juni endgültig zu ziehen, hat eine Schockwelle durch die Spielerschaft gejagt.
Während einige wehmütig Abschied nehmen und den Entwicklern für die jahrelange Reise danken, suchen andere verzweifelt nach einem Sündenbock. Und diesen scheinen sie ausgerechnet im eigenen Hause Bungie gefunden zu haben: den neuen PvP-Extraction-Shooter Marathon.
13:30
Marathon im Test: Wenn's einmal "Klick" macht, wollt ihr nicht mehr aufhören
Die absurde Theorie der Community
Warum trifft es ausgerechnet Marathon? In den sozialen Netzwerken hat sich eine wilde Theorie verselbstständigt.
Einige Spieler sind fest davon überzeugt, dass Sony und Bungie das alteingesessene Destiny 2 absichtlich opfern, um Marathon auf dem hart umkämpften Live-Service-Markt überhaupt eine Chance zu geben.
Die Logik dahinter: Wenn Marathon nicht so eine holprige Entwicklung durchgemacht hätte, wären die Ressourcen in ein dringend benötigtes Reboot oder sogar in ein vollwertiges Sequel von Destiny 2 geflossen.
Dass diese Argumentation gewaltig hinkt und die strukturellen Probleme von Destiny 2 weitaus tiefer liegen, spielt für die wütenden Fans kaum eine Rolle.
Frustbewältigung auf Steam
Ein Blick in die aktuellen Rezensionen zeigt, wie sehr sich die Wut der Spieler auf den neuen Shooter einschießt. Innerhalb weniger Tage prasselten hunderte negative Bewertungen ein, die den Score spürbar nach unten drückten.
Hier sind einige Beispiele, wie die Spieler ihren Unmut äußern:
- »[...] Aber ich denke, das Destiny-Universum zu töten, war ein Fehler. Und dafür gibt es hier die Quittung: ein negatives Review.« - Meadow
- »Ich würde lieber eine weitere Slop-Erweiterung für Destiny 2 haben als das hier.« - Jee
- »Destiny hat Besseres verdient.« - Sasaki Haise
- »Ihr habt Destiny 2 getötet!« - flexflux
- »Konzentriert euch lieber auf Destiny 2.« - zyrvns
Die Fans von Marathon lassen diesen ungerechtfertigten Angriff wiederum nicht unbeantwortet. Kurz nach Beginn des Review-Bombings formierte sich Widerstand, und hunderte positive Bewertungen fluteten die Steam-Seite, um das Bild wieder geradezurücken.
Hausgemachte Probleme
Dennis Zirkler
Wenn wir ganz ehrlich auf die letzten Jahre zurückblicken, hat sich Destiny 2 sein Grab selbst geschaufelt. Schon vor dem Release der von Fans zerrissenen Star-Wars-Erweiterung Renegades im Jahr 2025 bröckelte das Fundament gewaltig.
Etliche Fehlentscheidungen, lange Content-Durststrecken und eine oft unklare Vision haben das Sci-Fi-MMO letztlich an diesen unrühmlichen Punkt geführt. Es ist völlig verständlich, dass Fans um ein Universum trauern, in das sie derart viel Zeit, Geld und Leidenschaft investiert haben. Die Wut ist absolut nachvollziehbar.
Aber ein unschuldiges Spiel wie Marathon zum Sündenbock zu machen, ändert absolut nichts am Schicksal des Loot-Shooters. Bungie konzentriert sich nun auf die Zukunft und plant unter anderem neue PvE-Modi für Marathon im ersten Jahr.
Ob das am Ende ausreicht, um den Shooter langfristig erfolgreich zu machen, wird sich erst noch zeigen müssen.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.