Ich liebe Teamfight Tactics. Ich liebe The Bazaar. Ich liebe Backpack Battles. Offenbar bin ich also ziemlich genau die Zielgruppe für Spiele, in denen nicht schnelle Reaktionen entscheiden, sondern gute Vorbereitung und clevere Synergien.
Oaken Tower fällt genau in diese Kategorie: Ich habe den Auto-Battler auf Steam ausprobiert und seit dem Early-Acces-Star im April inzwischen über 50 Stunden darin verbracht.
Damit bin ich nicht allein: Auch HandOfBlood ist bei Oaken Tower hängengeblieben, hat sich im Ranked-Modus bis zum höchsten Rang Grandmaster hochgespielt und auf seinem Kanal teils absurd mächtige Builds vorgestellt.
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Was ist Oaken Tower und wie spielt es sich?
Oaken Tower ist ein asynchroner PvP-Auto-Battler mit Roguelike-Elementen. Ihr baut keinen Champion wie in Teamfight Tactics auf ein Spielfeld und verwaltet auch keinen Rucksack wie in Backpack Battles. Stattdessen füllt ihr einen Turm mit Gegenständen, die anschließend automatisch gegen die Türme anderer Spieler kämpfen.
Ein Run besteht im Kern aus zwei Teilen: In der Shop-Phase kauft ihr Items, verbessert sie, sammelt Stufen und wählt Vorteile, die euren Build verändern. Danach startet der Kampf. Ab diesem Moment greift ihr nicht mehr ein, sondern seht nur noch, ob eure Vorbereitung gut genug war.
Manche Gegenstände verursachen direkten Schaden, andere lösen Status-Effekte aus, heilen, gewähren Rüstung, beschleunigen bestimmte Aktionen oder skalieren über Zeit. Stark wird ein Build erst dann, wenn mehrere Effekte zusammenarbeiten. Ein Item triggert ein anderes, ein Bonus verstärkt den nächsten, und irgendwann entscheidet nicht mehr ein einzelner Gegenstand, sondern die gesamte Kette.
Aktuell bietet Oaken Tower bereits mehr als 120 einzigartige Gegenstände und hat jetzt schon genug Substanz, um viele Stunden zu tragen.
Mir gefällt vor allem, dass die Entscheidungen klar bleiben: Ich muss in fast jeder Runde abwägen, ob ich kurzfristig stärker werde oder auf spätere Skalierung setze. Kaufe ich ein Item, das sofort hilft? Spare ich Gold? Bleibe ich bei meiner Strategie oder wechsle ich doch noch in eine andere Richtung?
Diese Fragen sind nicht neu für das Genre, aber Oaken Tower stellt sie sehr konsequent. Ein verlorener Kampf fühlt sich meistens nachvollziehbar an. Oft sehe ich direkt, ob mir Schaden, Tempo oder Defensive gefehlt hat. Und wenn ein Build funktioniert, dann meistens nicht zufällig, sondern weil mehrere kleine Entscheidungen vorher in dieselbe Richtung gearbeitet haben.
Was Oaken Tower besser macht als die Konkurrenz
Im Vergleich zu Teamfight Tactics ist Oaken Tower deutlich fokussierter: Es gibt keine große Champion-Auswahl, kein Positionierungsspiel auf einem Brett und keine langen Partien. Dadurch fehlt zwar ein Teil der taktischen Breite, dafür kommt das Spiel schneller zum Punkt.
Die Dauer eines Runs ist überschaubar, die Lernkurve bleibt angenehm, und ich muss mich nicht erst durch ein komplexes Meta kämpfen.
Der Vergleich mit Backpack Battles liegt am nächsten: Beide Spiele leben davon, dass ihr vor dem Kampf einen Build vorbereitet und danach zuschaut, ob die Idee aufgeht. Oaken Tower verzichtet aber auf das Inventar-Management und konzentriert sich stärker auf Kombos und Skalierung. Das macht es weniger kleinteilig, ohne dass die Tiefe komplett verloren geht.
Gerade diese Mischung ist für mich der größte Vorteil: Oaken Tower ist einfach genug, um schnell reinzukommen, aber nicht so simpel, dass es nach ein paar Stunden wie durchgespielt wirkt. Die besten Runs entstehen nicht, weil ich stur einen Plan durchziehe, sondern weil ich das Angebot im Shop lese und erkenne, wann ich mich auf einen Build festlegen kann.
Natürlich ist noch nicht alles perfekt: Balance und Matchmaking können im Early Access schwanken, insbesondere Feuer-Builds sind trotz erster Nerfs immer noch im Early Game brandgefährlich. Trotzdem funktioniert das Fundament bereits sehr gut.
Für rund 10 Euro ist Oaken Tower deshalb eine klare Empfehlung für alle, die Lust auf einen kompakten, sehr fokussierten Auto-Battler haben. Nach über 50 Stunden habe ich noch immer nicht das Gefühl, das Spiel komplett gemeistert zu haben. Und wenn selbst Hänno bis Grandmaster grindet, ist das zumindest ein ziemlich gutes Zeichen dafür, wie stark dieses kleine Spiel seine Zielgruppe erwischt.
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