Für 34,5 Mrd. US-Dollar: Perplexity mit erstem Kaufangebot für Google Chrome

Das KI-Unternehmen Perplexity hat ein offizielles Kaufangebot für den Chrome-Browser eingereicht. Die Summe ist etwa doppelt so hoch, wie das Unternehmen selbst wert ist.

Perplexity will Chrome kaufen - für rund 34.5 Milliarden US-Dollar. Perplexity will Chrome kaufen - für rund 34.5 Milliarden US-Dollar.

Es wäre der spektakulärste Kauf in der Geschichte der Internetbrowser: Das KI-Unternehmen Perplexity hat ein unaufgefordertes Angebot in Höhe von 34,5 Milliarden US-Dollar an Google gerichtet, um den Chrome-Browser zu übernehmen.

Die Summe entspricht nahezu dem Doppelten der eigenen Unternehmensbewertung von Perplexity, die aktuell bei 18 Milliarden Dollar liegt. Das Angebot soll vollständig in bar abgewickelt werden, ohne Beteiligung von Eigenkapital, wie mehrere Medien (Reuters, Bloomberg) übereinstimmend berichten.

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Hintergrund: Laufendes US-Kartellverfahren gegen Google

Im vergangenen Jahr urteilte ein US-Bundesrichter, dass Google ein illegales Monopol bei der Online-Suche und der damit verbundenen Werbung unterhält.

  • Eine der geforderten Konsequenzen, die in der aktuellen »Remedy-Phase« (also dem Zeitrahmen, in dem kartellrechtliche Lösungen gesucht werden) hochschießen: Google müsse seinen Chrome-Browser verkaufen.
  • Schon damals kündigte Perplexity sein Interesse am Kauf des Browsers an. Auch direkte KI-Konkurrenz wie OpenAI warf seinen Hut in den Ring.

Mit einer tatsächlichen Entscheidung seitens des US-Gerichts wird im laufenden Monat gerechnet. Google selbst zeigte sich Ende Mai 2025 überzeugt, dass schon das ursprüngliche Urteil falsch war.

Die Finanzierung: Ein Milliardenpuzzle

Wie das erst drei Jahre alte Start-up eine derart hohe Summe aufbringen will, bleibt zunächst rätselhaft. Perplexity hatte seit der Gründung bisher rund eine Milliarde Dollar von renommierten Investoren wie Nvidia, SoftBank und Jeff Bezos eingesammelt.

  • Perplexity selbst liegt bei einer Unternehmensbewertung von 18 Milliarden US-Dollar – das Übernahmeangebot ist also fast doppelt so hoch wie der eigene Firmenwert.
  • Gegenüber Reuters verrät eine vertrauliche Quelle, dass mehrere Investmentfonds angeboten haben, die Transaktion vollständig zu finanzieren. Konkrete Namen nennt die Quelle allerdings nicht.

Die Höhe dieser Transaktion dürfte allen Beobachtern auch noch mal vor Augen führen, welche Tragweite Chrome im Markt innehat. Weltweit kommt der Google-Browser auf rund 68 Prozent Marktanteil (via StatCounter, Stand Juli 2025).

Für Perplexity würde die Übernahme von Chrome also den Zugang zu einer riesigen Nutzerbasis bedeuten und dem Unternehmen einen entscheidenden Vorteil im Wettrennen um die KI-gestützte Suche verschaffen – in dem sich auch Google mittendrin befindet.

Das Start-up betreibt indes bereits eine eigene KI-Suchmaschine, die Nutzeranfragen mit direkten, quellenbasierten Antworten beantwortet, sowie den KI-Browser Comet, der jüngst in eine Testphase geschickt wurde.

Perplexitys Angebot beinhaltet zudem mehrere strategische Zugeständnisse, die darauf abzielen, regulatorische Bedenken zu zerstreuen.

  • Das Unternehmen verpflichtet sich etwa, den Open-Source-Code Chromium weiterhin frei verfügbar zu halten und Google als Standardsuchmaschine in Chrome beizubehalten.
  • Zusätzlich plant Perplexity Investitionen von drei Milliarden Dollar über zwei Jahre zur Weiterentwicklung des Browsers.

Diese Zusagen sollen die »Wahlfreiheit der Nutzer bewahren und künftige Wettbewerbsbedenken ausräumen«. Google selbst hat sich auf Nachfrage von Reuters und Bloomberg bisher nicht geäußert.

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