Seit Jahren arbeitet Google am Wechsel der Manifest-Schnittstelle von Version 2 auf 3. Diese Schnittstelle dient als Regelwerk für Browsererweiterungen.
Im jüngsten Commit für Chromium wurde nun das »kExtensionManifestV2Disabled«-Flag entfernt – und das hat handfeste Auswirkungen auf beliebte Adblocker wie uBlock Origin.
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Sicherheitsbedenken als Begründung
Konkret war diese Flag das letzte offizielle Mittel, um doch noch Manifest-v2-Erweiterungen nutzen zu können. Mit dem aktuellen Update, das mutmaßlich in Chrome-Version 150 für alle angebracht wird, ist das im Anschluss nicht mehr möglich.
Google-Ingenieur Devlin Cronin begründet den Schritt damit, dass man die alte Funktion wegen Komplexität, technischer Altlasten und Sicherheitsrisiken nicht endlos pflegen könne (via Cybernews).
- Tatsächlich sind Chrome-Erweiterungen immer wieder als Einfallstor für Schadsoftware aufgefallen – im März etwa kaperte ein Add-on mit über einer Million Installationen heimlich Affiliate-Provisionen, wie Cybernews berichtet.
- Allerdings hakt es an der Logik: Ein eigenes Experiment von Cybernews zeigte, dass sich auch unter Manifest V3 bösartige Erweiterungen bauen lassen.
Der Knackpunkt für Adblocker steckt indes in der Technik von Manifest v3. Bislang durften Erweiterungen über die sogenannte »webRequest«-Schnittstelle im Hintergrund mitlesen und unerwünschte Inhalte abfangen, bevor sie die Seite erreichen. Manifest V3 ersetzt das durch die strengere »declarativeNetRequest«-Schnittstelle.
Das dynamische Filtern fällt damit weg. Adblocker müssen Chrome künftig gewissermaßen um Erlaubnis fragen, was sie blockieren dürfen.
Ganz ohne Werbeblocker müsst ihr deshalb nicht surfen. Für Chrome bleibt »uBlock Origin Lite«, eine abgespeckte Manifest-V3-Version – mit nach Entwicklerangaben spürbar geringerer Wirkung. Wer die vollen Filtermöglichkeiten will, weicht ohnehin schon länger auf Non-Chromium-Browser wie Mozilla Firefox aus.
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