Nur OLED-TVs und -Monitore brennen ein? Falsch! Ihr beweist das Gegenteil und ich erkläre, warum

Einer unserer Kommentatoren berichtet von einem eingebrannten LCD. Wie kann das denn passieren?

Alle Arten von Bildschirmen können ein- respektive ausbrennen. Ich erkläre euch, wieso. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Alle Arten von Bildschirmen können ein- respektive ausbrennen. Ich erkläre euch, wieso. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

In einer Umfrage wollten wir von euch wissen: Nutzt ihr eigentlich HDR am TV und Monitor? Interessant ist nicht nur der Artikel selbst, sondern auch einer der Kommentare.

In der Kommentarspalte schreibt kadajawi:

[...] Nach 7 Jahren kriege ich auch "Burn in" auf dem LCD, dabei ist das Ding an sich top. Aber am Rand entwickeln sich gelbe Streifen, da löst sich vermutlich eine Schicht. Geile Sache bei einem 1000 Euro Monitor... Mal sehen was ich als nächstes hole... irgendwie ist das alles frustrierend. [...]

Burn-in? Bei einem LCD? Ja, das geht, auch wenn Einbrennen nicht das richtige Wort ist.

Ich erkläre euch, warum auch Nicht-OLEDs im Laufe der Jahre schwächeln und das gar nicht mal unüblich ist.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist seit 2016 Tech-Redakteur und Fernseher waren schon immer sein Fachgebiet. LED, OLED, Mini-LED, Micro-LED: Völlig egal, er interessiert sich für alle Displays. Mit TVs kennt er sich also bestens aus.

LCDs können nicht einbrennen, aber …

Wenn man Haare spalten will, brennen technisch gesehen nicht einmal OLED-Displays ein, aber dazu weiter unten mehr.

LC-Displays können allerdings ausbrennen. Das ist sogar relativ wahrscheinlich und recht einfach erklärt.

  • Je länger und stärker einzelne Zellen beansprucht werden, desto mehr Lebenszeit verlieren sie.
  • Zurück bleiben ausgebrannte LCD-Zellen, die nur noch einen Bruchteil ihrer Leuchtkraft haben.

Das gilt für alle Arten von LCDs, also auch QLED und Mini-LED. So sieht ein ausgebrannter Bildschirm aus:

Die Ecken des Bildschirms werden dunkler; das Bild wirkt stumpfer und weniger kräftig. (Symbolbild; Bildquelle: Maxe S., GameStar) Die Ecken des Bildschirms werden dunkler; das Bild wirkt stumpfer und weniger kräftig. (Symbolbild; Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Warum Burn-in der falsche Begriff ist

Ausbrennen ist eigentlich die richtige Bezeichnung, denn anstatt etwas in das Display einzubrennen, nutzen sich die einzelnen Bildpunkte schneller ab. Das gilt für OLED und LCD gleichermaßen.

Woher kommt der Begriff? Burn-in kommt aus einer Zeit, als man Röhrenbildschirme für alle Arten von Bildschirmen verwendet hat: Fernseher, Spielautomaten und Werbedisplays.

Der Ursprung liegt also bei Röhrenbildschirmen. Damals verwendete man Phosphor im Panel, den der Kathodenstrahl nach und nach verbrannt hat. Dadurch entstanden Schatten, die auf dem Display zurückgeblieben sind.

Na, erkennt ihr das Spiel, das auf dem Bildschirm dieses Spielautomaten jahrelang gedaddelt wurde? (Bildquelle: Lunducke) Na, erkennt ihr das Spiel, das auf dem Bildschirm dieses Spielautomaten jahrelang gedaddelt wurde? (Bildquelle: Lunducke)

Falls ihr noch mehr eingebrannte Bildschirme sehen wollt: Schaut auf diesen Blog.

Durch dieses Phänomen hat sich der Begriff Einbrennen durchgesetzt, auch wenn er nicht technisch gesehen nicht mehr zutrifft.

  • Bei Plasma werden einzelne Pixel im Display hell bestrahlt, sodass ein Geisterbild zurückbleibt, das im Regelfall wieder verschwindet, wenn der Schirm normal bespielt wird.
  • Bei OLED leiden vor allem (Sub-)Pixel unter einem schnelleren Alterungsprozess, wenn sie dauerhaft ein Standbild zeigen. Blaue Subpixel sind davon stärker betroffen.
  • Bei LCD kommen Linsen zum Einsatz, die Licht durchlassen (oder nicht, wenn die LCD-Zelle geschlossen ist) – und die verlieren ihre Wirkung im Laufe der Zeit.

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Burn-in ist heutzutage allerdings kaum mehr ein Problem. Ich selbst nutze einen OLED-TV als Monitor auf dem Schreibtisch und habe nach zwei Jahren keinen Einbrenneffekt.

Im Falle von kadajawi handelt es sich also um Verschleißerscheinungen. Je länger man einen Bildschirm nutzt – egal, welche Preisklasse oder Technologie –, desto mehr wird seine Bildqualität nachlassen. Wir haben Methoden entwickelt, damit es langsamer vonstattengeht, aber verhindern können wir es (noch) nicht.

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