17. August 1982: In der Mitte des heutigen Deutschland fiel das heute bekannteste Speichermedium zum ersten Mal vom Band.
Der Ort: Langenhagen bei Hannover.
Das Speichermedium: die CD.
Der Inhalt: ABBAs Album The Visitors.
Die Compact Disc wird 38 Jahre alt und hat eine erfolgreiche Geschichte hinter sich, auch wenn wir sie heute kaum noch verwenden.
Gepresst in Deutschland, erfunden von Niederländern und Japanern
Die CD ging zwar vor 43 Jahren in Serie, die Idee der Scheibe als Speichermedium begann allerdings ein paar Jahre vorher.
Ende der 1970er hatte Philips den ersten Prototyp des CD-Players erfunden. Sony hingegen verfügte über fortschrittliche digitale Codierungs- und Fehlerkorrekturtechniken.
Philips und Sony gingen eine Partnerschaft ein, um die Spezifikationen der CD festzulegen.
Aber wie viele Daten sollte eine solche Scheibe halten können? Nun, Ende der 1970er nahm man nicht die Menge der Daten als Ausgangspunkt, sondern die Länge der Spieldauer.
Hier kommt Beethoven ins Spiel: Philips und Sony einigten sich auf einen Durchmesser von 12 Zentimetern, was einer Laufzeit von 74 Minuten entspricht – der Laufzeit von Beethovens 9. Sinfonie.
Warum ausgerechnet Beethoven? Ganz einfach: Die 9. Sinfonie war das Lieblingsstück des damaligen Sony-Chefs Norio Ohga. Eine andere Version der Geschichte (via Classic FM) behauptet, dass der Dirigent Herbert von Karajan eine wichtige Rolle spielt, genau wie Wilhelm Furtwängler, dessen Aufnahme von Beethovens 9. genau 74 Minuten lang ist.
So funktionierte die erste CD
Die Disc verwendete einen Laser zum Lesen der auf ihrer Oberfläche kodierten digitalen Daten. Sie setzte dabei eine 8-zu-14-Modulation (EFM) für eine effiziente Speicherung und CIRC (Cross-Interleaved Reed-Solomon Code) für die Fehlerkorrektur ein.
Der im Juni 1980 daraus resultierende Red Book-Standard bildete die technische Grundlage für den gesamten CD-Audio-Markt.
Ihren Höhepunkt erreichte die Musik-CD im Jahr 2000. Allein in den USA wurden vor 25 Jahren fast eine Milliarde Alben verkauft, so Statista. Seither ist die Zahl eingebrochen. 2024 waren es nicht einmal mehr 33 Millionen CDs.
PLUS
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CDs und Computer
Musik war natürlich erst der Anfang. Mindestens genauso wichtig wie für Alben war die CD für Computer, nämlich als CD-ROM. Der Yellow Book-Standard wurde 1985 definiert, bekam aber erst mit dem ISO 9660-Standard massentauglich.
1988 wurde eine plattformübergreifende Verzeichnis- und Dateistruktur eingeführt – und prompt war die CD ein universelles Speichermedium für Anwendungen und Multimedia-Inhalte auf verschiedenen Betriebssystemen.
Und mit der Einführung des CD-Brenners 1992, bekamen sowohl die CD als auch die CD-ROM noch einmal gehörigen Aufschwung. Peter trauert seinem geliebten Brenner nach wie vor hinterher.
Eine Frau fand übrigens eine mysteriöse CD im Briefkasten. Was sich darauf befand, lest ihr in unserem Artikel.
Heutzutage nutzen die wenigsten von uns CDs noch am PC; die meisten Inhalte wie Spiele oder Software konsumieren wir digital. Die klassische Musik-CD gibt es zwar immer noch, doch nur wirklich Enthusiasten greifen zum physischen Medium. Am ehesten sehen wir die Speicherscheibe noch als DVD oder Blu-ray für Filme und Spiele.



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