Corsair K70 Pro TKL im Test: Eine Gaming-Tastatur, die ich nur empfehlen kann, wenn sie im Angebot ist

Die Corsair K70 Pro TKL ist vollgestopft mit beeindruckenden Specs. Das macht sie ideal für kompetitive Shooter. Im Test zeigt sich aber: Dafür spart der Hersteller an anderen Stellen.

Auf dem Papier sieht bei der Corsair K70 Pro TKL alles gut aus, nur leider trifft das nicht auf die Tastatur selbst zu. Schade! Auf dem Papier sieht bei der Corsair K70 Pro TKL alles gut aus, nur leider trifft das nicht auf die Tastatur selbst zu. Schade!

Ich habe schon weit über 100 Gaming-Tastaturen getestet, aber als ich die Corsair K70 Pro TKL das erste Mal benutzte, lag ich bei meiner Preiseinschätzung trotz jahrelanger Praxiserfahrung daneben.

Das liegt daran, dass die Tastatur günstiger aussieht, als sie ist. Sie kostet rund 180 Euro. Der Preis entsteht durch ihre High-End-Specs, die sieht man der Tastatur aber nun mal nicht an.

In unserem Kurztest wollten wir wissen, ob die Corsair K70 Pro TKL mit anderen Schreibbrettern in ihrer Preiskategorie mithalten kann.

Transparenzhinweis: Corsair hat mir die K70 Pro TKL für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Corsair K70 Pro TKL
Corsair K70 Pro TKL
Mit High-End-Specs und Low-End-Komponentenmaterialien, stellt sich Corsair mit dieser Gaming-Tastatur selbst ein Bein. In Anbetracht der knapp 180 Euro lohnt sich ein Blick auf die Konkurrenz. Wer da nichts Passendes findet, bekommt mit der Corsair K70 Pro TKL eine Shooter-Tastatur mit Rapid-Triggern, magnetischen Schaltern und 8.000 Hertz Abtastrate.

Sie sieht mit ihrem nicht ummantelten Kabel und den glatten ABS-Tastenkappen zwar nicht nach einer Hochleistungstastatur aus, die inneren Werte überzeugen jedoch.
  • Vorgeschmierte Hall-Effect-Schalter
  • Rapid-Trigger
  • Einstellbarer Auslösepunkt
  • 8.000 Hertz Abtastrate
  • Mit abnehmbarer Handgelenkablage
  • Glatte ABS-Tastenkappen
  • Nicht ummanteltes Kabel
  • Leicht scharfkantiges Lautstärkerad, klebende Gummifüße
  • Kein Hot-Swap, nicht alle Tasten mit Hall-Effect
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Trotz des vergleichsweise hohen Preises ist der Lieferumfang der Corsair K70 Pro TKL überschaubar. Trotz des vergleichsweise hohen Preises ist der Lieferumfang der Corsair K70 Pro TKL überschaubar.

Hauptsache Leistung

Die K70 Pro TKL ist eine klassische Shooter-Tastatur. Sowohl die Ausstattung mit Rapid-Triggern, einstellbarem Auslösepunkt und die 8.000 Hertz prädestinieren sie für kompetitive Spiele wie Fortnite.

Auch der Auslösepunkt der linearen Tasten kann eingestellt werden.

Das Format kommt einer leistungsorientierten Nutzung entgegen. Im 80-Prozent-Design sparen wir uns zwar den Nummernblock, haben aber dennoch genug Platz für die wichtigsten Tasten. Wer mit dem Gerät nicht nur spielen, sondern auch flüssig schreiben möchte, kann dies hiermit tun.

Im kurzen Praxistest mit Counter-Strike 2 gab es bei der Leistung der Tastatur nichts zu beanstanden. Die High-End-Spezifikationen machen sich in schnellen Reaktionen bemerkbar.

Beim Tippen während der Arbeit gab es aber ein paar Punkte, die mir nicht gefallen haben und dazu gehörte schon zuvor der Ersteindruck:

Wissenswertes zum Test
So habe ich getestet

Ich hatte die Corsair K70 Pro TKL insgesamt ungefähr drei Wochen lang im Einsatz. Während der Zeit benutzte ich sie täglich bei der Büroarbeit zum Schreiben. Außerdem habe ich damit ein paar kurze Runden Counter-Strike 2 und Silent Hill 2 gespielt.

Spezifikationen
  • Format: 80 %
  • Schalter: 61 Tasten mit Corsair MGX Hyperdrive (linear, magnetisch, vorgeschmiert, mit Rapid-Triggern), 23 mit Corsair MLX Plasma (mechanisch)
  • Betätigungspunkt: Selbstdefinierbar per Key zwischen 0,4 und 3,6 mm mit Doppelbetätigung
  • Verbindung: USB (Typ-C nach Typ-A)
  • System: macOS 10.15+, Windows 10/11, PS4/5, Xbox (an Konsolen ohne Softwareunterstützung)
  • Abfragerate: bis zu 8.000 Hz mit Corsair Axon
  • Beleuchtung: Ja
  • Software: Corsair iCUE
  • Interner Speicher: 1 MB, 5 Onboard-Profile
  • Gehäuse: Aluminium und Kunststoff
  • Tastenkappen: ABS
  • Hot-Swap: Nein (lest hier, warum Hot-Swap wichtig ist)
  • Gewicht: 967 Gramm
  • Lieferumfang: Tastatur, magnetische Handgelenkablage, abnehmbares Kabel
Preis und Verfügbarkeit
  • Release: Bereits erfolgt (31. Oktober 2024)
  • Preis: Rund 180 Euro

Die Corsair K70 Pro TKL hat bloß glatte ABS-Tastenkappen und ein nicht ummanteltes Kabel. Bei dem Preis wäre PBT-Double-Shot und ein wenig Stoff ums Kabel sicher drin gewesen.

Das Gehäuse ist nur auf der Oberseite mit einer dünnen Metallplatte abgedeckt. Der Rest besteht aus Kunststoff. Zwar wurden unter den Tasten zwei Dämmschichten integriert, der Klang ist dafür aber dennoch eher laut.

Die ABS-Tastenkappen sind glatt und sehen schnell fettig aus. Hot-Swap bietet die Tastatur nicht. Die ABS-Tastenkappen sind glatt und sehen schnell fettig aus. Hot-Swap bietet die Tastatur nicht.

Die Schalter sind werkseitig vorgeschmiert. Das ist gut, weil die Tasten so leiser sind und besser gleiten. Allerdings ist die Vorschmierung gefühlt nicht sehr gleichmäßig. Hot-Swap, um die Schalter schnell austauschen zu können, bietet die Tastatur nicht.

Generell wurde selbst bei der Technik an einigen Ecken gespart. So sind nur 61 Tasten mit den magnetischen Corsair MGX Hyperdrive Switches versehen und 23 mit lediglich mit mechanischen Corsair MLX Plasma Switches.

Magnetische Schalter (auch Hall-Effect-Switches genannt) übertragen Signale ohne physischen Kontakt. Dadurch halten sie deutlich länger als mechanische.

Bei den Stabilisatoren unter den größeren Tasten wurde aufs Vorfetten offenbar komplett verzichtet, obwohl gerade die Stabilisatoren wichtig sind.

Kabel Das nicht stoffummantelte Kabel könnte auch zu einem billigen Gerät aus dem Baumarkt gehören. Es ist unflexibel und zieht Dreck magisch an.

Rädchen Die Tastatur hat trotz verknapptem Format ein paar zuzsätzliche Bedienelemente bekommen. Somit wird der Platz sinnvoll genutzt. Allerdings ist das Metallwalzrädchen unsauber verarbeitet mit kantig hervorstehenden Abschlüssen.

Gummifüße Igitt! Die Anstellfüße sind durchgehend mit klebendem Gummi überzogen. Hier habe ich bereits versucht, diese für das Foto zu reinigen. Das funktioniert allerdings nur mit Wasser und Staub und Katzenhaare kommen augenblicklich zurück.

Anschluss Die Basisplatte selbst ist mit einer dünnen Metallplatte abgedeckt, darunter und an den Seiten finden wir aber bloß Kunststoff. Oben links liegt der Anschluss für das Kabel. Hier zu sehen ist außerdem, dass die obere Tastenreihe andere Schalter als beim Rest der Tastatur hat.

Das gibt nicht nur ein unschönes Tastenfeedback aus, diese Tasten klingen auch anders und sind noch einmal lauter. Beides ist nicht im Sinne von Stabilisatoren.

Bei normalem Gebrauch nicht sichtbar: Die Gummifüße auf der Unterseite ziehen enorm stark Dreck an und lassen sich auch nur schlecht wieder davon befreien (s. Bilder-Tabs). Das beeinträchtigt zwar nicht die Funktionalität, ist aber dennoch unschön.

Auch das Lautstärkerad hätte ruhig noch etwas Feinschliff (buchstäblich) gebrauchen können. Es fühlt sich schartig an.

Die Faktoren sind für sich allein genommen nicht dramatisch, insgesamt macht das aber keinen sehr hochwertigen Eindruck. Für 180 Euro darf man mehr erwarten. Daher würde ich diese Tastatur höchstens empfehlen, wenn sie gerade deutlich günstiger im Angebot ist.

Solltet ihr euch die Corsair K70 Pro TKL kaufen?

Bei dem Preis hat sich Corsair vergriffen. Wenn die Tastatur günstiger wird, ist sie aber einen Blick wert. Bei dem Preis hat sich Corsair vergriffen. Wenn die Tastatur günstiger wird, ist sie aber einen Blick wert.

Die Corsair K70 Pro TKL lohnt sich für euch, wenn ihr ...

  • High-End-Specs wie 8.000 Hertz Abtastrate, Hall-Effect-Schalter und Rapid-Trigger wollt.
  • Shooter auf kompetitivem Niveau spielt, wie z. B. Fortnite.
  • euch nicht an einer weniger wertigen Optik mit ABS-Tastenkappen stört und den Hersteller mögt.

Im folgenden Trailer zu sehen ist ein verwandtes Modell, die Corsair K70 Core TKL:

Video starten 0:30 K70 CORE TKL: Trailer zur Gaming-Tastatur von Corsair

Alternativen zur Corsair K70 Pro TKL

  • Razer Huntman V3 Pro TKL, wenn ihr einen feiner einstellbaren Auslöseweg, optische Schalter und Rapid-Trigger mit Snap-Tap-Mode wollt.
  • SteelSeries Apex Pro TKL, wenn ihr eine allgemein bessere Verarbeitung wünscht.
  • Wooting 80 HE (Test folgt), wenn ihr eure Tastatur im Nachgang noch weiter anpassen können möchtet, z. B. mit neuen Tastenkappen.

Weitere Alternativen zur Corsair K70 Pro TKL findet ihr in unserer großen Kaufberatung mit den besten Gaming-Tastaturen:

Zusammenfassend ist die Corsair K70 Pro TKL eine solide Gaming-Tastatur für kompetitive Shooter. Allerdings gibt es in allen relevanten Kategorien bessere Alternativen von der Konkurrenz. Für den Preis von knapp 180 Euro bringt die Tastatur zu viele Defizite mit sich. Insbesondere die ABS-Tastenkappen, das einfache Kabel und die klebrigen Gummifüße sind zu dem Preis ein No-Go, Spezifikationen hin oder her.

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