Ich habe schon weit über 100 Gaming-Tastaturen getestet, aber als ich die Corsair K70 Pro TKL das erste Mal benutzte, lag ich bei meiner Preiseinschätzung trotz jahrelanger Praxiserfahrung daneben.
Das liegt daran, dass die Tastatur günstiger aussieht, als sie ist. Sie kostet rund 180 Euro. Der Preis entsteht durch ihre High-End-Specs, die sieht man der Tastatur aber nun mal nicht an.
In unserem Kurztest wollten wir wissen, ob die Corsair K70 Pro TKL mit anderen Schreibbrettern in ihrer Preiskategorie mithalten kann.
Transparenzhinweis: Corsair hat mir die K70 Pro TKL für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Hauptsache Leistung
Die K70 Pro TKL ist eine klassische Shooter-Tastatur. Sowohl die Ausstattung mit Rapid-Triggern, einstellbarem Auslösepunkt und die 8.000 Hertz prädestinieren sie für kompetitive Spiele wie Fortnite.
Auch der Auslösepunkt der linearen Tasten kann eingestellt werden.
Das Format kommt einer leistungsorientierten Nutzung entgegen. Im 80-Prozent-Design sparen wir uns zwar den Nummernblock, haben aber dennoch genug Platz für die wichtigsten Tasten. Wer mit dem Gerät nicht nur spielen, sondern auch flüssig schreiben möchte, kann dies hiermit tun.
Die Optik der Corsair K70 Pro TKL ist schlicht gehalten mit vereinzelten Hervorhebungen wie dem Lautstärkerad aus Metall oben rechts, dem gerillten Metallkreis auf der Unterseite oder dem eingelassenen Corsair-Logo auf der Handgelenkablage.
Im kurzen Praxistest mit Counter-Strike 2 gab es bei der Leistung der Tastatur nichts zu beanstanden. Die High-End-Spezifikationen machen sich in schnellen Reaktionen bemerkbar.
Beim Tippen während der Arbeit gab es aber ein paar Punkte, die mir nicht gefallen haben und dazu gehörte schon zuvor der Ersteindruck:
So habe ich getestet
Ich hatte die Corsair K70 Pro TKL insgesamt ungefähr drei Wochen lang im Einsatz. Während der Zeit benutzte ich sie täglich bei der Büroarbeit zum Schreiben. Außerdem habe ich damit ein paar kurze Runden Counter-Strike 2 und Silent Hill 2 gespielt.
Spezifikationen
- Format: 80 %
- Schalter: 61 Tasten mit Corsair MGX Hyperdrive (linear, magnetisch, vorgeschmiert, mit Rapid-Triggern), 23 mit Corsair MLX Plasma (mechanisch)
- Betätigungspunkt: Selbstdefinierbar per Key zwischen 0,4 und 3,6 mm mit Doppelbetätigung
- Verbindung: USB (Typ-C nach Typ-A)
- System: macOS 10.15+, Windows 10/11, PS4/5, Xbox (an Konsolen ohne Softwareunterstützung)
- Abfragerate: bis zu 8.000 Hz mit Corsair Axon
- Beleuchtung: Ja
- Software: Corsair iCUE
- Interner Speicher: 1 MB, 5 Onboard-Profile
- Gehäuse: Aluminium und Kunststoff
- Tastenkappen: ABS
- Hot-Swap: Nein (lest hier, warum Hot-Swap wichtig ist)
- Gewicht: 967 Gramm
- Lieferumfang: Tastatur, magnetische Handgelenkablage, abnehmbares Kabel
Preis und Verfügbarkeit
- Release: Bereits erfolgt (31. Oktober 2024)
- Preis: Rund 180 Euro
Die Corsair K70 Pro TKL hat bloß glatte ABS-Tastenkappen und ein nicht ummanteltes Kabel. Bei dem Preis wäre PBT-Double-Shot und ein wenig Stoff ums Kabel sicher drin gewesen.
Das Gehäuse ist nur auf der Oberseite mit einer dünnen Metallplatte abgedeckt. Der Rest besteht aus Kunststoff. Zwar wurden unter den Tasten zwei Dämmschichten integriert, der Klang ist dafür aber dennoch eher laut.
Die Schalter sind werkseitig vorgeschmiert. Das ist gut, weil die Tasten so leiser sind und besser gleiten. Allerdings ist die Vorschmierung gefühlt nicht sehr gleichmäßig. Hot-Swap, um die Schalter schnell austauschen zu können, bietet die Tastatur nicht.
Generell wurde selbst bei der Technik an einigen Ecken gespart. So sind nur 61 Tasten mit den magnetischen Corsair MGX Hyperdrive Switches versehen und 23 mit lediglich mit mechanischen Corsair MLX Plasma Switches.
Magnetische Schalter (auch Hall-Effect-Switches genannt) übertragen Signale ohne physischen Kontakt. Dadurch halten sie deutlich länger als mechanische.
Bei den Stabilisatoren unter den größeren Tasten wurde aufs Vorfetten offenbar komplett verzichtet, obwohl gerade die Stabilisatoren wichtig sind.
Das gibt nicht nur ein unschönes Tastenfeedback aus, diese Tasten klingen auch anders und sind noch einmal lauter. Beides ist nicht im Sinne von Stabilisatoren.
Bei normalem Gebrauch nicht sichtbar: Die Gummifüße auf der Unterseite ziehen enorm stark Dreck an und lassen sich auch nur schlecht wieder davon befreien (s. Bilder-Tabs). Das beeinträchtigt zwar nicht die Funktionalität, ist aber dennoch unschön.
Auch das Lautstärkerad hätte ruhig noch etwas Feinschliff (buchstäblich) gebrauchen können. Es fühlt sich schartig an.
Die Faktoren sind für sich allein genommen nicht dramatisch, insgesamt macht das aber keinen sehr hochwertigen Eindruck. Für 180 Euro darf man mehr erwarten. Daher würde ich diese Tastatur höchstens empfehlen, wenn sie gerade deutlich günstiger im Angebot ist.
Solltet ihr euch die Corsair K70 Pro TKL kaufen?
Die Corsair K70 Pro TKL lohnt sich für euch, wenn ihr ...
- High-End-Specs wie 8.000 Hertz Abtastrate, Hall-Effect-Schalter und Rapid-Trigger wollt.
- Shooter auf kompetitivem Niveau spielt, wie z. B. Fortnite.
- euch nicht an einer weniger wertigen Optik mit ABS-Tastenkappen stört und den Hersteller mögt.
Im folgenden Trailer zu sehen ist ein verwandtes Modell, die Corsair K70 Core TKL:
0:30
K70 CORE TKL: Trailer zur Gaming-Tastatur von Corsair
Alternativen zur Corsair K70 Pro TKL
- Razer Huntman V3 Pro TKL, wenn ihr einen feiner einstellbaren Auslöseweg, optische Schalter und Rapid-Trigger mit Snap-Tap-Mode wollt.
- SteelSeries Apex Pro TKL, wenn ihr eine allgemein bessere Verarbeitung wünscht.
- Wooting 80 HE (Test folgt), wenn ihr eure Tastatur im Nachgang noch weiter anpassen können möchtet, z. B. mit neuen Tastenkappen.
Weitere Alternativen zur Corsair K70 Pro TKL findet ihr in unserer großen Kaufberatung mit den besten Gaming-Tastaturen:
Zusammenfassend ist die Corsair K70 Pro TKL eine solide Gaming-Tastatur für kompetitive Shooter. Allerdings gibt es in allen relevanten Kategorien bessere Alternativen von der Konkurrenz. Für den Preis von knapp 180 Euro bringt die Tastatur zu viele Defizite mit sich. Insbesondere die ABS-Tastenkappen, das einfache Kabel und die klebrigen Gummifüße sind zu dem Preis ein No-Go, Spezifikationen hin oder her.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.