Zur Seite, Logitech: Meine neue Lautsprecher-Empfehlung für den Schreibtisch kostet keine 200 Euro

160 Euro für Desktop-Boxen ist ohnehin ein fairer Preis, doch dass die Creative XF1 so gut klingen, hätte ich nicht gedacht.

Optisch unspektakulär: So müssen Boxen aussehen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Optisch unspektakulär: So müssen Boxen aussehen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Z207. Das ist der Name der beliebten Logitech-Desktop-Lautsprecher, die ich schon auf unzähligen Büro- und privaten Schreibtischen hab stehen sehen. Günstig, elegant – und macht Klang.

Die Creative XF1 machen denen jetzt Beine. Je länger ich die Boxen in Benutzung hatte, desto mehr sind sie mir ans Herz gewachsen – und das will bei Schreibtischlautsprechern etwas heißen.

Für 160 Euro bekommt ihr ein Duo, an dem ich nur wenig auszusetzen habe.

Preis-Leistung
Creative XF1
Creative XF1
Desktop-Lautsprecher sollen vor allem eines tun: Klang machen. Die Creative XF1 bieten allerdings noch viel mehr als bloß Ton. Optisch unauffällig und ordentlich verarbeitet, hinterlassen die Boxen direkt beim ersten Auspacken einen guten Eindruck.

Der Klang ist überraschend ausgewogen und natürlich, mit einer breiten Mitte. Das erwartet man von Boxen dieser Größe gar nicht. Ja, den XF1 fehlt es an Bass und einer gewissen Durchschlagskraft, aber dank eines dedizierten Subwoofer-Ausgangs lässt sich das Paar problemlos auf ein 2.1-System vergrößern (so man denn möchte).

Wahre Wunder finden sich in der App: Über 120 Presets – davon rund 100 für einzelne Spieletitel – bieten extrem viel Spielraum zum Experimentieren. Und das ist auch nötig, um das wirklich beste Ergebnis aus den Boxen zu kitzeln.
  • Ordentliche Optik und Haptik
  • Starker Sound für die Größe
  • Breite Mitten, die nicht versumpfen
  • Über 120 Presets in der App
  • Subwoofer-Ausgang für 2.1-Upgrade
  • Fehlender Bass (vor allem auf Distanz)
  • Es fehlt das gewisse Etwas

Creative XF1: Design und Aufbau

Frisch aus der Schachtel haben mich die XF1 direkt mal durch ihre Verarbeitung überzeugt: Kunststoff mit einem matten Finish. Mehr braucht’s auch nicht – und trotzdem ist das bei 160 Euro nicht selbstverständlich. An der Verarbeitung sparen Hersteller bei Audiogeräten am liebsten, weil es (augenscheinlich) keinen Einfluss auf den Klang hat.

Erfreulich ist, dass Creative bei jeder Box jeweils zwei Treiber verbaut hat: einen Tiefmitteltöner und einen kleinen 1,9-cm-Hochtöner. Größentechnisch gehen die XF1 vollkommen klar. In der Breite messen sie knapp 10 Zentimeter, hoch sind sie 19 Zentimeter und tief 15,5.

Rechts steht der Primärlautsprecher mit sämtlichen Anschlüssen; die linke Box wird mit einem vierpoligen Verbindungskabel angeschlossen. Auf der Rückseite sind mir zwei Dinge positiv ins Auge gestochen:

  • Die Masterbox besitzt einen Subwoofer-Ausgang. Das zeigt Voraussicht, denn wem der Bass zu schmalbrüstig ist, der kann mittels eines Subwoofers nachhelfen. Das klingt trivial, zeigt aber, dass Creative mitdenkt, wenn man das Setup auf 2.1 vergrößern möchte, weil man die Boxen natürlich auch am TV nutzen kann. Spitze!
  • Via einer USB-C-Buchse habt ihr die Wahl, die XF1 auch per Kabel bespielen zu können. Zwar ist das Paar mit Bluetooth 6.0 sowie dem verlustfreien LDAC-Codec ausgestattet, den besten Klang gibt es aber immer noch kabelgebunden.

Vielleicht habt ihr sie auf dem Titelbild schon entdeckt: Im Lieferumfang sind – nebst Strom- und USB-C-auf-USB-A-Kabel – zwei Keile aus Kork enthalten. Damit lassen sich die Lautsprecher um 15 Grad nach oben neigen.

Das dient dazu, den Schall aus den Boxen direkt auf den Kopf auszurichten. Das verbessert die (gehörte) Klangqualität, wenn man am Schreibtisch sitzt, da der volle Schall direkt an den Ohren ankommt und nicht am Oberkörper.

Lasst euch nicht von der Größe irritieren, denn ich arbeite auf einem 48-Zoll-TV, deshalb ragen die Boxen ins Bild. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Lasst euch nicht von der Größe irritieren, denn ich arbeite auf einem 48-Zoll-TV, deshalb ragen die Boxen ins Bild. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Bisher wirken die XF1 recht unspektakulär, das ändert sich jedoch beim Blick in die Creative Nexus-App (entweder auf dem Handy oder Rechner). Hier versteckt sich nämlich eines der mächtigsten Werkzeuge der Boxen.

In der App findet ihr einen 10-Band-Equalizer, mit dem sich die Klangqualität bis ins letzte Eck anpassen lässt. Einem Audio-Nerd wie mir geht da das Herz auf, allerdings ist ein solcher EQ auch ziemlich komplex, wenn man nicht damit vertraut ist.

Daher kommt die Software mit über 100 Presets – und das nur für diverse Spieletitel allein. Hinzu kommen allgemeine Voreinstellungen für diverse Muskrichtungen.

  • Ich habe die Spiele-Presets mit einer Handvoll Titeln (unter anderem Genshin Impact) ausprobiert. Die Unterschiede waren für mich untereinander nur marginal hörbar, aber das ist auch nicht so wichtig. Für den jeweiligen Titel waren Stimmen, Umgebungsgeräusche oder Soundeffekte hervorgehoben – und das funktionierte in meinen Tests tadellos.

Ihr wollt den optimalen Klang für LoL oder Genshin Impact? Kein Problem, Creative hat da was in petto. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Ihr wollt den optimalen Klang für LoL oder Genshin Impact? Kein Problem, Creative hat da was in petto. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Abseits dessen hat die App nicht viel zu bieten – und das muss sie meiner Meinung nach auch nicht.

Creative XF1: So klingen die Boxen

Ehrlich jetzt: Je nach Geräteart und Preis passe ich meine Erwartungshaltung an ein Testgerät an. Dementsprechend voreingestellt war ich bei den XF1, weil Desktop-Boxen bei Audioqualität nicht der Weisheit letzter Schluss sind, schon gar nicht für nur 160 Euro.

Mannomann, haben mich die XF1 eines Besseren belehrt.

Der größte Vorteil von Lautsprechern für den Schreibtisch ist die kurze Distanz. Auf dem Weg zum Ohr gehen nicht viele Details verloren und trotzdem ist im Vergleich zu Kopfhörern mehr Luft zum Atmen für die Musik da.

Gerade gediegene Popmusik spielen die XF1 sehr gut auf. Sei es Adeles Hello (Spotify) oder aber Queens Don’t Stop me Now, die Gesangsstimmen sind klar, die Instrumente im Hintergrund verhaspeln sich nicht.

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Was mich überrascht hat: Die Klangbühne ist recht breit, das bedeutet, dass Mitte nicht versumpfen und die Musik dadurch nicht wie ein unverständlicher Einheitsbrei klingt.

Was den XF1 fehlt, ist ein Bassfundament. Ja, das Pärchen arbeitet aktiv (jede Box besitzt einen eigenen Verstärkerkanal), aber die Buchse für einen zusätzlichen Subwoofer ist nicht zum Spaß am Masterlautsprecher verbaut.

Das fällt auf kurzer Distanz vor dem Rechner in Liedern, in denen der Bass nicht so markant ist, kaum ins Gewicht. Basslastigen Liedern hingegen fehlt es aber an Durchschlagskraft. Billie Eilishs Bad Guy geht dann einfach deutlich weniger in die Magengrube.

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Fairerweise muss man sagen, dass sich die XF1 auch bei komplexen Liedern ordentlich anstellen; ich habe wieder das von mir viel verwendete il vento d’oro (Spotify) angeschmissen. 

Unterm Strich sind die Boxen für meinen Geschmack schlichtweg ein wenig zu brav – was bei 160 Euro aber vollkommen in Ordnung ist. Am Ende fehlt mir jedoch das gewisse Etwas, der Nachdruck. Im Englischen spricht man vom »Oomph«, eben das Quäntchen, das einen mit den Ohren schlackern lässt. Dennoch sind die XF1 saustarke Desktop-Boxen; ich meckere hier auf hohem Niveau.

Eine Sache noch zum Abschluss. Ich erwähnte einmal kurz den möglichen Einsatz im Heimkino am TV. Von dem würde ich ohne zusätzlichen Subwoofer allerdings abraten.

Die Lautsprecher sind auf den Einsatz für kurze Distanz abgestimmt. Je weiter man sich von ihnen entfernt (oder je größer der Raum ist, den sie bespielen müssen), desto dünner wird der Klang. Die Boxen setzen auf Natürlichkeit vor Pegel, dementsprechend empfehle ich sie vor allem für euren Schreibtisch.

Wissenswertes zum Test
So habe ich getestet

Die Creative XF1 standen rund 2 Wochen auf meinem Schreibtisch. Ich habe damit Musik gehört, mal ein Spiel angeschmissen und YouTube respektive Filme geschaut.

Spezifikationen
  • System: 2.0-Stereo-Desktoplautsprecher
  • Leistung: 72 W RMS
    • 2x 26 W RMS Tieftöner
    • 2x 10 W RMS Hochtöner
  • Treiber: je Lautsprecher 3-Zoll-Tieftöner + ¾-Zoll-Hochtöner
  • Frequenzbereich: 55 Hz bis 40 kHz
  • Bluetooth: 6.0
  • Anschlüsse: USB-C-Audio, 3,5-mm-AUX, Bluetooth
  • Subwoofer-Ausgang: vorhanden
  • Verstärker: Bi-Amping 
  • App: Creative Nexus mit parametrischem 10-Band-EQ und über 100 Presets
  • Abmessungen je Lautsprecher (HxBxT): 155 x 99,7 x 191 mm
  • Gewicht: 1,29 kg links / 1,36 kg rechts
Preis und Verfügbarkeit

Ihr könnt die Creative XF1 im Handel für rund 160 Euro kaufen.

Die Creative XF1 sind für euch, wenn …

  • … ihr Desktop-Boxen sucht, die wirklich guten Klang bieten und ihren Fokus auch darauf legen.
  • … ihr gerne mit einem Equalizer herumprobiert, um das letzte Quäntchen Qualität aus den Lautsprechern zu holen.
  • … ihr ohne viel Aufwand schlichtweg gute Boxen für den Schreibtisch sucht.

Mögliche Alternativen zu den Creative XF1:

  • Cambridge L/R S: Die Desktop-Boxen bieten genau den Bass, welcher den XF1 fehlt. Insgesamt sind diese Lautsprecher in allem noch besser, allerdings auch teurer: 500 Euro ist ein stolzer Preis, doch die Würfel lassen kaum einen Wunsch offen.
  • Edifier M60 (via Amazon): Unter Audiophilen gehört Edifier zum guten Standard auf dem Schreibtisch. Die M60 sind noch ein bisschen kleiner als die XF1 und bieten den hier fehlenden Bass. Dafür gibt’s aber auch keinen Subwoofer-Ausgang. Preis: etwa 145 Euro.

Die Creative XF1 sind für mich der Inbegriff von »macht genau das, was es soll« – und eigentlich schon ein bisschen mehr. 160 Euro für so einen ausgewogenen, natürlichen Klang sind ein echter Deal. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen und sagen: als Boxen für den Schreibtisch sind die XF1 ein echter No-Brainer – mehr noch als die Logitech Z207.


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