Das beachte ich bei jedem Monitorkauf - und ihr solltet das auch tun

Redakteur Alex verrät euch die Kriterien, nach denen er Bildschirme auswählt. Wenn ihr also einen neuen Monitor sucht, seid ihr hier richtig.

Vor dem Kauf eines neuen Monitors gibt es einiges zu beachten. (Bildquelle: Foto, Adobe Firefly, KI-generiert) Vor dem Kauf eines neuen Monitors gibt es einiges zu beachten. (Bildquelle: Foto, Adobe Firefly, KI-generiert)

Seit drei Jahren teste ich Monitore professionell, aber auch davor hatte ich mich schon tief in das Thema eingearbeitet. Heute will ich euch verraten, nach welchen Kriterien ich einen neuen Bildschirm für den PC auswähle und worauf ihr achten solltet.

1. Bildschirmgröße und Auflösung

  • Größe: Überlegt, wie viel Platz euch zur Verfügung steht und welche Größe für eure Aufgaben am besten geeignet ist. Kompetitive Spieler von Egoshootern wählen oftmals kleinere Monitore im Bereich von 24 Zoll, um einen besseren Überblick auf das Spielgeschehen zu erhalten. Generell sind 24 bis 32 Zoll typische Größen für Bildschirme im 16:9-Format.
  • Format: 21:9-Displays und andere ungewöhnliche Formate werden immer beliebter. Ihr solltet euch vorab Gedanken machen, ob ihr den Schritt vielleicht wagen möchtet. Erfahrungsgemäß sind die meisten davon so begeistert, dass sie nicht mehr zurück wollen. Sorgen wegen mangelnder Unterstützung beispielsweise des 21:9-Formats braucht ihr euch nicht zu machen. Viele Spiele bieten nativen Support für das Breitbild an. Ich habe nur wenige Ausnahmen erlebt, die sich aber entsprechend modden ließen.
  • Auflösung: Je höher die Auflösung, desto schärfer das Bild. Allerdings sollte auch die Hardware zur Auflösung passen. 4K (3.840 x 2.160) ist gut und schön, aber wenn die Grafikkarte nicht mitspielt, ergibt das keinen Sinn.

2. Panel-Typ:

  • TN (Twisted Nematic): Sind oftmals günstiger und haben eine niedrige Reaktionszeit. Dafür schneiden sie bei der Farbwiedergabe und der Blickwinkelstabilität schlechter ab.
  • IPS (In-Plane Switching): Gute Farbwiedergabe und hohe Blickwinkelstabilität, aber dafür teurer und oftmals mit etwas höheren Reaktionszeiten. Wobei IPS-Panels hier in den letzten Jahren stark aufgeholt haben.
  • VA (Vertical Alignment): Guter Kontrast und gute Farbwiedergabe, aber langsamer als TN und schneller als IPS. VA-Panels neigen jedoch zu sogenanntem Ghosting und Smearing, bei dem Mehrfachbilder angezeigt werden respektive in dunklen Bereichen Konturen verschmieren.
  • OLED (Organic Light Emitting Diode): Beste Kontrast-, Schwarz- und Farbwerte. OLED-Displays haben besonders niedrige Reaktionszeiten, sind aber oftmals teurer und verbrauchen mehr Energie. Außerdem gibt es bei OLED-Bildschirmen die Befürchtung eines Einbrennens. Bei normaler Nutzung sollte der sogennante Burn-in-Effekt moderne Geräte aber nicht mehr beeinträchtigen.

3. Bildwiederholfrequenz

  • Höhere Bildwiederholraten sorgen für flüssigere Bewegungen. Besonders in schnellen Spielen wie Shootern kann eine höhere Hertz-Zahl entscheidend sein, um Gegner frühzeitig zu erkennen. Aber auch beim Arbeiten, beispielsweise wenn durch viel Text gescrollt wird oder häufig Fenster verschoben werden, ist eine hohe Bildwiederholrate von Vorteil. Typisch sind 60, 120, 144 und 240 Hertz, es gibt aber noch etliche weitere (165 und 170 Hz zum Beispiel).

4. Reaktionszeit

  • Niedrige Reaktionszeiten (in Millisekunden) sind besser, vor allem, wenn es darum geht, die Bewegungsunschärfe zu reduzieren. Je schneller die Pixel eines Bildschirms schalten, desto schärfer sehen Objekte in Bewegung aus. Besonders gut eignen sich hierfür OLED-Panels.

5. Zusätzliche Funktionen

  • G-Sync/Freesync: Beide Technologien verhindern sogenanntes Einzelbildzerreißen (Tearing). Gleichzeitig wird das Ruckeln in Spielen reduziert.
  • HDR (High Dynamic Range): Die Spitzenhelligkeit und die Farbwiedergabe sind hier verbessert. Angegeben wird oftmals HDR400 oder HDR600 – je höher, umso besser.
  • Augenschonende Technologien: Viele Monitore bieten mittlerweile Blaulichtfilter und ein flimmerfreies Erlebnis an. Das kann gerade bei längeren Sessions von Vorteil sein.

6. Curved oder flach

  • Gebogene Displays bieten sich vor allem bei besonders großen Bildschirmen und/oder Breitbildformaten an. Das Spielerlebnis soll dadurch immersiver sein, weil weiter außen gelegene Bildbereiche dadurch wieder mehr ins Sichtfeld rücken. Weniger gut geeignet sind Curved-Monitore, wenn ihr beispielsweise Architekt und auf gerade Linien angewiesen seid.
Alexander Köpf
Alexander Köpf

Alex schreibt seit 2019 für GameStar, zuvor stand er im Dienste kleinerer Magazine. Sein Interesse für Computer-Hardware und Technik reicht aber bis weit in seine Kindheit und damit in die frühen 1980er-Jahre zurück. Seinen ersten eigenen PC (einen 286er mit satten 10 MHz) bekam Alex im Alter von zwölf Jahren, damals noch mit Windows 3.1, dem Norton Commander und natürlich The Secret of Monkey Island. Seither hat er kein Windows ausgelassen, so schmerzhaft manche Erfahrungen auch waren. Trotzdem oder vielleicht sogar gerade deshalb beschäftigt er sich auch heute noch nur allzu gerne mit Betriebssystemen und deren Optimierung. Sein Interesse für Hardware geht praktisch Hand in Hand damit einher. Abseits davon fasziniert ihn alles Naturwissenschaftliche, allen voran jedoch die Physik.

7. Anschlüsse

  • Stellt sicher, dass der Monitor die gewünschten Anschlüsse mitbringt. Beispielsweise können integrierte USB-Hubs praktisch sein.

8. Ergonomie

  • Nicht zu unterschätzen ist, ob sich ein Monitor anpassen lässt. Überprüft daher, ob er höhenverstellbar ist, geneigt oder gedreht werden kann.

9. Farbraumabdeckung

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  • Für Spieler nicht ganz so wichtig, dafür umso mehr für all jene, die viel Bildbearbeitung betreiben: die Abdeckung der Farbräume sRGB und DCI-P3 – je höher, desto besser.

Was sind eure Erfahrungen mit Monitoren? Welche Tipps gebt ihr, wenn ihr beispielsweise von Familie, Freunden oder Bekannten danach gefragt werdet? Ist meine Liste in euren Augen vollständig? Oder fehlt etwas, das eurer Meinung nach unbedingt aufgezählt werden muss? Und welchen Monitor habt ihr euch zuletzt gekauft? Schreibt es uns gern in die Kommentare!

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