Folgende Situation: Freunde klingeln an der Haustür. Ihr macht auf, blickt auf die Straße … und erneut auf die Straße. Ja, das Auto ist tatsächlich so breit. Natürlich lauft ihr zur Karre, um ins Innere zu schauen – so etwas sieht man schließlich nicht jeden Tag.
So haben Passanten und Polizisten auf das neueste Projekt des YouTubers Tyler (Prop Department) reagiert, als dieser an ihnen vorbeifuhr. Denn so absurd und falsch das Auto auch aussehen mag, es ist in den USA per Sondergenehmigung offiziell zugelassen.
Zur Einordnung: Der Umbau ist in erster Linie ein »Bastelprojekt« und das Video dient augenscheinlich der Unterhaltung. Nach US-Recht mag das Auto zwar zugelassen sein, hier in Deutschland wäre es sehr wahrscheinlich chancenlos, alleine wegen seiner Breite. Es überbietet die maximal zugelassene Breite von 2,50 Metern (für PKWs). Am Ende bleibt es ein witziges Bauprojekt, bei dem ein Sprichwort gut passt: »Der Weg ist das Ziel«.
Das YouTube-Video findet ihr hier:
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Drei Meter breit, zwei Lenkräder und 14 Getränkehalter
Als Basis für den Breitwagen dient ein Ford Festiva. Dieser wurde längs durchgeschnitten und um ca. 1,5 Meter verbreitert, wofür drei weitere Festivas als Spender herhalten mussten. Diese haben zwischen 200 und 250 US-Dollar gekostet.
Um den Kleber vom Boden zu lösen, verwendeten die Handwerker flüssigen Stickstoff. Die Halbierung erfolgte mittels Handlaser, der die Karosserie nicht ganz sauber trennte, sodass Nacharbeiten erforderlich waren.
Auf der Straße wirkt das Auto vollkommen deplatziert. (Bildquelle: Prop Department)
Anschließend wurden die Hälften auseinandergezogen und mit Stahlblech verbunden: im Boden mit einer Dicke von rund 3,4 Millimetern (10 Gauge) und im Dach mit etwa 1,2 Millimetern (18 Gauge). Schließlich schnitt ein CNC-Laser ein Mittelteil mit nachgebildeten Lüftungsschlitzen, sodass der Umbau wie ab Werk aussieht.
So kommt die Karre auf rund 3,05 Meter und hat zwei funktionierende Lenkräder. Das Team bezeichnet diese Maße als den besten Kompromiss aus Breite und Stabilität. Mehr wäre zwar möglich, würde aber weitere rechtliche Beschränkungen mit sich führen. Bei dieser Größe genügen offenbar eine Sondergenehmigung und eine Gewerbeversicherung.
Technik: Das steckt im Auto
Der alte Ford ist ein Auto mit Frontantrieb. Laut den Bastlern muss daher nur die Hinterachse verlängert werden, während der Motor vorne an seinem Platz bleibt. Eine Seite behält die originale Welle, während die andere um rund 1,5 Meter verlängert wird. Das erledigt das Team per Hand: Es schweißt die Welle in einer Lehre und richtet sie mit einem feuchten Lappen aus.
Das Armaturenbrett wird halbiert und mit Hilfe von gedruckten Teilen aus einem 3D-Drucker neu aufgebaut. Beide Lenkräder sind funktionsfähig, das Schalten erfolgt manuell. Als »kleines Extra« gibt es einen XL-Getränkehalter für 14 Kalt- oder Warmgetränke.
Die Breite hat auch ihre Vorteile, vor allem beim Einkauf im Baumarkt. (Bildquelle: Prop Department)
Und unter der Haube? Neben dem normalen Motor sitzen ein Hilfsaggregat und eine Klimaanlage. Der Grill ist knapp 2,4 Meter breit. Wie auf den Bildern zu sehen, wurde das Auto gelb lackiert.
Hier noch einmal die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
- Basis: Ford Festiva, dazu drei weitere als Spender für je 200 bis 250 US-Dollar
- Breite: rund 3,05 Meter
- Antrieb: Frontantrieb, eine Antriebswelle wurde um 1,5 Meter verlängert
- Extras: zwei Lenkräder, Generator, Hilfsaggregat (APU), Klimaanlage, 14 XL-Getränkehalter.
- Sitze: vier (alle vorne)
- Geschwindigkeit: 117 km/h Spitze
Die Tests verlaufen nicht ohne Zwischenfälle
Die ersten Fahrten zeigen, wie viel bei so einem Projekt schiefgehen kann. So landet der Wagen beinahe im Graben und bei einem Speedtest löst sich die geschätzt rund 45 Kilogramm schwere Haube. Um das in Zukunft zu verhindern, verbaute das Team einen entsprechenden Haubenverschluss.
»Das hätten wir wirklich von Anfang an tun sollen.«
Tyler
Das offensichtliche Problem: Ein solches Auto zieht die Blicke auf sich – auch die der Polizei. Zweimal mussten sie sich gegenüber der Polizei rechtfertigen. Einmal ging es um das übergroße Show-Kennzeichen. Da die Papiere in Ordnung waren, kamen sie mit einer kleinen Verwarnung davon.
Nachdem das Auto im zweiten Fall die Spur verlassen hatte, mussten sie sich gegenüber der durchaus beeindruckten Polizei erklären, wer das Auto überhaupt lenkt.
Im Video wird deutlich, dass sie die Lenkung per Zuruf übergeben.
Der Roadtrip nach Nashville
Das Team macht den Härtetest und fährt zweieinhalb Stunden zu einer Tankstellenkette und schließlich weiter nach Nashville. Unterwegs steigt ein weiterer Freund hinzu und übernimmt später ein Stück weit das Steuer.
Die Klimaanlage hat es dabei offenbar schwer, denn das riesige Dach nimmt reichlich Hitze auf.
In Nashville angekommen wird es kurz eng. Die Fahrer lösen einen kleinen Stau aus und an anderer Stelle steht es dicht an einer Wand. Am Ende stehen über 640 Kilometer in zwei Tagen.
Das Fazit des Teams ist kurz und knapp: »Es funktioniert einfach«.
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Ein Gag mit Handwerk und Erfahrung
Hinter dem witzigen Auto stecken sauber geplante Schritte, mächtig viel Handarbeit und ein Rechtsrahmen, der in den USA nur mit Sondergenehmigung und Gewerbeversicherung funktioniert.
Das Team hat zudem eine große Werkstatt, entsprechendes Profi-Werkzeug, Maschinen und vor allem: offensichtlich viel Erfahrung mit solchen Umbauten – und trotzdem lief nicht alles glatt.
Als Vorlage zum Nachbauen taugt das Projekt sicherlich nicht. Am Ende bleibt es ein Auto, das niemand braucht, bei dem der Weg tatsächlich das Ziel ist.

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