Eine Frau investierte all ihre Ersparnisse in ein unbebautes Grundstück. Neun Jahre später baute eine Gruppe von Freiwilligen ihr ein Haus aus 850 Blöcken aus recyceltem Kunststoff

Nachdem sie neun Jahre lang für ein Grundstück gespart hatte, konnte Cindy Mora einen Teil ihres Traums vom Eigenheim verwirklichen.

Das Eigenheim aus recyceltem Kunststoff ist klein, aber fein. (Bild: ekojuntodecostarica – Instagram) Das Eigenheim aus recyceltem Kunststoff ist klein, aber fein. (Bild: ekojuntodecostarica – Instagram)

Nach fast einem Jahrzehnt des Sparens konnte sich Cindy Mora endlich das Grundstück leisten, auf dem sie ein Haus für sich und ihren Sohn bauen wollte.

Das Problem: Nachdem dieser erste Schritt getan war, fehlte es an Geld , um das Gebäude tatsächlich errichten zu können.

Eine Initiative aus Unternehmen, sozialen Organisationen und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ließ diesen Traum schließlich Wirklichkeit werden – und das auch mit Hilfe eines besonderen Baustoffes.

Dieser Artikel stammt im Original von unserer spanischen Schwesterseite tudogusto und erscheint bei GameStar Tech in übersetzter und angepasster Form.


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Das Grundstück war gekauft, doch der Hausbau fehlte noch

  • Cindy lebt in Alajuelita, einer Gemeinde nahe San José in Costa Rica. Neun Jahre lang legte sie regelmäßig einen Teil ihres Einkommens beiseite, um sich ein kleines Baugrundstück zu sichern und ein Zuhause für sich und ihren Sohn zu schaffen.
  • Als sie dieses Ziel endlich erreicht hatte, folgte die nächste Hürde: Die verbliebenen finanziellen Mittel reichten schlicht nicht aus, um den Bau des Hauses auf eigene Faust zu beginnen. Die Rettung brachte ein Gemeinschaftsprojekt von Habitat for Humanity, Procter & Gamble, Urbarium und Ekojunto.
  • Neben der Bereitstellung von Baumaterialien mobilisierten die beteiligten Organisationen zahlreiche Freiwillige für den Bau. Insgesamt flossen mehr als 800 Arbeitsstunden in das Vorhaben. So konnte Cindy in ihrem vertrauten Umfeld bleiben und ihr Zuhause genau auf dem Grundstück verwirklichen, für das sie so lange gespart hatte.
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Wände aus tonnenweise recyceltem Kunststoff

Die eigentliche Besonderheit des Hauses steckt in den Wänden: Für deren Errichtung kamen 850 sogenannte Bliqueplas-Bausteine zum Einsatz, gefertigt aus rund 7,5 Tonnen Plastikmüll.

Der Rohstoff für diese Baublöcke stammte aus verschiedensten weggeworfenen Kunststoffabfällen – darunter Flaschen, Behälter, Plastiktüten und Verpackungsreste. Nach einer industriellen Aufbereitung wurden diese Reste zu modularen Elementen gepresst, die klassischen Mauersteinen verblüffend ähneln.

  • Trotz des Schwerpunkts auf Recycling-Plastik entstand das Gebäude keineswegs ausschließlich aus wiederverwerteten Werkstoffen.
  • Fundamente, Dachkonstruktion, Elektro- und Sanitärinstallationen sowie Fenster, Türen und der Ausbau wurden mit konventionellen Baumaterialien realisiert, um die statische Integrität und Sicherheit des Hauses uneingeschränkt zu gewährleisten.
  • Von außen betrachtet ähnelt das Gebäude vollkommen einem klassischen Wohnhaus. Die Kunststoffblöcke erhielten eine fachgerechte Verkleidung und einen Farbanstrich, sodass ihr dem fertigen Mauerwerk das recycelte Material nicht einmal anseht.

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Projekt vereint Wohnungsbau und modernes Abfallrecycling

Das Bauvorhaben verfolgte zwei zentrale Anliegen: Einer Familie mit Unterstützungsbedarf ein adäquates Zuhause zu verschaffen und gleichzeitig in der Praxis zu demonstrieren, wie Plastikabfälle als funktionaler Werkstoff im Bausektor sinnvoll weitergenutzt werden können.

Bevor Cindy für die Initiative ausgewählt wurde, prüften die Organisationen sowohl die wirtschaftliche Situation der Familie als auch die geologischen Voraussetzungen des Grundstücks. Nach der Freigabe packten Freiwillige aus unterschiedlichen Fachrichtungen gemeinsam an, um den Entwurf in die Tat umzusetzen.

Neben dem messbaren Erfolg, etwa 7,5 Tonnen Kunststoff vor Mülldeponien oder der Verschmutzung von Ökosystemen zu bewahren, diente das Projekt als anschauliches Vorbild dafür, wie alternative Baustoffe nachhaltige Lösungen für den Wohnungssektor bieten können.

Das bedeutet zwar nicht, dass künftig ganze Stadtviertel vollständig auf diese Bauweise umgestellt werden, doch der erfolgreiche Praxistest liefert wertvolle Impulse für weitere Projekte in Costa Rica, die Kunststoffabfälle gezielt in den Bausektor integrieren wollen.


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