Eine Menge Geld, das eine klare Frage aufwirft: Was hat sich wirklich verändert? Nach über sechs Wochen mit dem Gerät in meinem Alltag mit Katze, einem 5-jährigen Sohn, Fliesenboden und einigen Teppichen kann ich sagen: mehr als erwartet.
Warum sich der Flow 2 endlich nach Premium anfühlt und welche Top-Features ich dennoch vermisst habe, erfahrt ihr im Test.
Transparenzhinweis & Rabattcode: Narwal hat mir den Flow 2 mit Standard-Basisstation für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt oder das Ergebnis, und es gab keine Verpflichtung zur Veröffentlichung.
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Design: Endlich auf Augenhöhe mit der Konkurrenz
Ich sage es direkt: Der Narwal Flow 2 sieht endlich nach Premium aus – was er in seiner Preisklasse aber auch muss. Die Front der Station besteht aus einer Art gefrostertem Glas, dazu die kantige Form und eine Alu-Zierleiste an der Unterseite.
Die Station macht optisch einen hochwertigen Eindruck; Reinigungsmittel und Staubbeutel befinden sich unterhalb der Wassertanks.
Das macht optisch einiges her. Abgerundet wird das durch eine auf Wunsch abschaltbare Ambientebeleuchtung, die sich in einem modernen Wohnzimmer nicht verstecken muss – ironischerweise aber auch den Staub auf dem dunklen Roboter umso sichtbarer macht.
Der Clou: Die Beleuchtung informiert euch anhand diverser Farben nicht nur über einen leeren Wassertank, Firmware-Updates und Fehlermeldungen. Es stehen zudem drei schicke Beleuchtungseffekte mit animierten Farbverläufen zur Wahl – darunter ein flackerndes Kaminfeuer und ein waberndes Violett. Sehr cool, letztlich aber reine eine Spielerei.
Die Station misst 360 × 450 × 530 mm und fügt sich damit gut in die meisten Wohnzimmer ein. Der Aufbau ist durchdacht: Die Wassertanks lassen sich von oben einfach entnehmen, darunter verbergen sich Reinigungsmittelkartusche und Staubbeutel hinter einer kleinen Klappe.
Das klingt umständlicher als es ist. Da man an beides ohnehin selten muss (der Staubbeutel hält bis zu 120 Tage), spielt das im Alltag keine Rolle.
Der Roboter misst 363,5 × 351,2 mm bei nur 95 mm Bauhöhe – flach genug für die meisten Sofas und TV-Boards. Auf der Unterseite sitzt die verhedderungsfreie Walzenbürste, eine ausklappbare Seitenbürste sowie die beidseitig ausfahrbare Wischwalze für die Kantenreinigung. Die Navigation übernimmt ein verdeckter LiDAR-Sensor, ergänzt durch das TwinAI-Kamerasystem an der Front.
So habe ich getestet
Ich habe den Flow 2 für einen Zeitraum von sechs Wochen in der unteren Etage meines Einfamilienhauses auf die Probe gestellt, um seine Alltagsleistung zu bewerten.
Testumgebung: 38 Quadratmeter Reinigungsfläche (von insgesamt 66 Quadratmeter).
Böden: Hauptsächlich Fliesen und PVC sowie niedrigflorige Teppiche.
Besondere Herausforderungen: Haushalt mit einem 5-jährigen Kind (Krümel, Spielzeug) und einer Katze.
Saugleistung: Für die Bewertung der Saugleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Mehl, Haferflocken sowie Katzentrockenfutter verteilt. Darüber hinaus habe ich jeweils eine Handvoll Katzenhaare auf Fliesen und Teppich drapiert.
Wischleistung: Für die Bewertung der Wischleistung habe ich jeweils einen Esslöffel Milch, Saft und Kaffee verteilt und diese in einem zweiten Durchgang eintrocknen lassen.
Technische Spezifikationen
| Eigenschaft/Merkmal | Wert/Spezifikation |
| Saugkraft | 30.000 Pa |
| Wischwassertemperatur | 60 °C |
| Selbstreinigung | 100 °C |
| Akku | 7.000 mAh |
| Roboter-Maße | 363,5 × 351,2 × 95 mm |
| Dock-Maße | 360 × 450 × 530 mm |
| Staubbeutelkapazität | 2,5 L (bis zu 120 Tage) |
| Sensor | LiDAR + TwinAI Dodge Hinderniserkennung |
| Preis Standardstation | 1.099 Euro (UVP 1.299 Euro) |
| Preis Compact Dock | 1.299 Euro (UVP 1.499 Euro) |
| Farbe | Anthrazit |
| Ladezeit | 4 Stunden |
Saugleistung: Stark – mit einem Aber
Narwal setzt nun auf 30.000 Pascal Saugkraft und spielt somit im Marktvergleich in der oberen Liga mit (der Saros 20 bietet als Spitzenmodell sogar bis zu 36.000 Pa). Im Alltag ist der Unterschied zum Vorgänger (22.000 Pa) aber nicht dramatisch spürbar, was daran liegt, dass diese Spitzenwerte nur im maximalen Turbomodus kurz erreicht werden. Im Normalbetrieb läuft der Flow 2 leise und unauffällig.
Was ich aber sagen kann: Katzenhaare, Haferflocken und Katzenstreu hat der Flow 2 in über sechs Wochen zuverlässig beseitigt. Die verhedderungsfreie Walzenbürste verrichtet ebenfalls ihre Dienste – ich musste in der gesamten Testzeit keine einzige Haarwicklung entfernen.
Wo es etwas hakt: Bei feineren, leichten Partikeln wie Haferflocken braucht der Flow 2 vor allem an Kanten entlang manchmal mehr als einen Durchlauf. Das ist grundsätzlich kein Beinbruch – man kann in der App mehrere Durchgänge einstellen – aber es zeigt, dass die Saugleistung allein eben kein Garant für Sauberkeit ist.
Das ist schade, da der Freo-Modus, der die autonome Reinigungsentscheidung übernehmen soll, solche Situationen nicht zuverlässig genug erkennt und den Roboter nicht eigenständig nochmal auf Reise schickt.
Ältere Narwal-Modelle haben im Freo-Modus regelrecht hartnäckig mehrfach nachgesaugt, sogar bis zu siebenmal, was ich übertrieben finde. Der Flow 2 ist in dieser Hinsicht aber etwas zu passiv geworden.
An den Kanten und Ecken wäre ebenfalls noch Luft nach oben. Die rechte Seitenbürste (eine zweite auf der linken Seite gibt es nicht) leistet gute Arbeit, schleudert aber wie bei vielen Konkurrenten gelegentlich grobe Krümel weg, statt sie einzusaugen.
Härtetest: Die Eckenreinigung ist im Vergleich okay. Der Flow 2 könnte aber gern automatisch noch einen zweiten Durchlauf wagen.
Nicht falsch verstehen: Der Flow 2 sorgt für eine gute Grundsauberkeit im Haus, auch mit Kind und einer Katze, die täglich Streu im ganzen Flur hinterlässt. Bei einer UVP von über 1.200 Euro kommt es aber auf jedes Detail an. Hier sollte Narwal seinen Freo-Modus via Software-Update noch etwas feintunen.
Saugkraft-Zahlen eingeordnet
Pascal-Werte bei Saugrobotern sind Spitzenwerte, die nur kurz im Turbomodus erreicht werden. Im Alltag laufen Geräte meist auf 30–60 Prozent dieser Leistung. Entscheidend ist die Gesamtperformance: Bürstendesign, Luftführung und Kartierung spielen mindestens genauso eine Rolle wie der Pa-Wert.
Übrigens: Wenn ihr Treppen zu Hause habt, kann es sich lohnen, auf die nächste Generation der Saugroboter zu warten:
2:28
Roborock Saros Rover beim Treppensteigen
Wischleistung: Heißer, sauberer, verlässlicher
Der Flow 2 wischt mit bis zu 60 °C heißem Wasser – 15 Grad mehr als beim Vorgänger. Das klingt zunächst nach Marketing, macht in der Praxis aber tatsächlich einen Unterschied: Fettflecken in der Küche und klebrige Rückstände, die beim Flow noch etwas mehr Überzeugungsarbeit erforderten, verschwinden etwas zuverlässiger. Auch dank der automatisch dosierten Reinigungslösung.
Die Wischwalze benetzt sich während der Fahrt kontinuierlich mit frischem Wasser, das Schmutzwasser wird über eine Gummilippe abgestreift und zurück in die Station gepumpt.
Die Selbstreinigung der Wischwalze in der Station erfolgt jetzt mit bis zu 100 °C heißem Wasser (vorher 80 °C). Das merkt man: Auch nach über sechs Wochen macht sich kein müffelnder Geruch breit, was leider keine Selbstverständlichkeit ist. Regelmäßig reinigen solltet ihr die Bauteile dennoch.
Eingetrocknete Flecken oder hartnäckige Verfärbungen sind aber auch für den Flow 2 eine Herausforderung. Wer regelmäßig Rotweinflecken oder eingetrocknetes Essen auf dem Boden hat, sollte realistisch sein: Ein Wischroboter ist kein Ersatz für manuelles Schrubben in solchen Fällen.
Hinderniserkennung: Besser als erwartet
Ob die KI-Erkennung der zweiten Generation (NarMind Pro 2.0) im Alltag einen echten Unterschied macht, kann ich nicht beurteilen, denn fast alle Hindernisse meines Testparcous erkennt der Flow 2 ebenso zuverlässig wie schon der Vorgänger – darunter kleine Playmobil-Figuren und Spielzeugautos. Auch Stromkabel werden erkannt und großzügig umfahren.
Ebenfalls toll:
In den letzten sechs Wochen hat sich der Roboter in meinem Haushalt nicht einmal festgefahren, weder an den verstrebten Esstischstühlen noch an meinem labberigen Sofateppich.
Bedenkt jedoch, dass für die vollständige KI-Erkennung, die über 200 Objekte erkennen soll, eine Cloud-Anbindung nötig ist. Wer das abschalten möchte, kann auch eine abgespeckte, rein lokale Verarbeitung nutzen.
Der Flow 2 als Haustier-Assistent & Überwachungskamera
Der Flow 2 bietet in der App dedizierte Haustier- und Kinder-Modi, die bestimmte Zonen intensiver oder häufiger reinigen.
Darüber hinaus kann der Roboter über die App auch als Haustier-Kamera genutzt werden: Man kann den Flow 2 fernsteuern, live zuschauen und sogar über den eingebauten Lautsprecher mit dem Tier sprechen oder es mit Ansagen bespaßen
.
Wer sein Haustier suchen möchte, kann den Roboter losschicken – er fährt durchs Haus und filmt dabei. Bevor die Kamera aktiv wird, kündigt der Roboter das per Sprachansage an, sodass anwesende Personen informiert sind. Diese Funktionen müssen separat in der App aktiviert werden und sind standardmäßig deaktiviert.
Die Narwal-App im Überblick
Die Narwal-App macht grundsätzlich einen ordentlichen Job. Die Hauptfunktionen – Kartierung, Zonenreinigung, Reinigungsplanung, Verbrauchsmaterialstatus – sind gut erreichbar und übersichtlich strukturiert. Die Einrichtung ist unkompliziert, und die Karte wurde in meinem Test präzise und schnell erstellt.
Wer jedoch genauer hinschaut, findet sprachliche Ungereimtheiten. So ist in der App noch von Mop trocknen
die Rede, obwohl der Flow 2 keine Mop-Pads, sondern eine Wischwalze nutzt. Hier wurde offensichtlich Text aus anderen Modellen übernommen.
Auch sind manche Einstellungen anders benannt als im Marketing. OmniVision
etwa sucht man in der App vergebens; die Funktion versteckt sich hinter der holprigen Bezeichnung Alles erkennen
in den KI-Erkennungseinstellungen.
Für Einsteiger ist das kein echtes Problem – die wichtigen Einstellungen sind gut auffindbar. Aber für ein Gerät dieser Preisklasse wäre mehr Sorgfalt bei der Lokalisierung wünschenswert.
Eines fehlt mir allerdings als echtes Feature: Ein vollautomatischer KI-Modus, der selbst entscheidet, wann und wo er saugt oder wischt, ohne dass ich vorher festlegen muss, welcher Wischmodus gilt. Der Freo-Modus ermöglicht autonome Entscheidungen für den Wischvorgang, aber ein echter Kümmere dich einfach um alles
-Modus fehlt noch.
Was hat sich im Vergleich zum Vorgänger geändert?
| Funktion | Flow | Flow 2 |
|---|---|---|
| Wischwassertemperatur | 45 °C | 60 °C |
| Selbstreinigungstemperatur | bis 80 °C | bis 100 °C |
| Saugkraft | 22.000 Pa | 30.000 Pa |
| Akku | 5.900 mAh | 7.000 mAh |
| KI-System | NarMind Pro | NarMind Pro 2.0 |
| Reinigungsmittel in Standardstation | ❌ | ✅ |
| Heißlufttrocknung Staubbeutel | 45 °C | 60 °C |
Für wen lohnt sich der Narwal Flow 2?
Der Narwal Flow 2 lohnt sich für euch, wenn...
- ... ihr erstmals einen Saug- und Wischroboter kauft und ein rundum durchdachtes Gerät ohne große Kompromisse wollt.
- ... ihr Haustiere oder Kleinkinder habt – die verhedderungsfreie Bürste, die Haustierzonen und die Kamerafunktion machen den Flow 2 zum bisher durchdachtesten Narwal für diesen Anwendungsfall.
- ... euch eine saubere, geruchsfreie Station wichtig ist – die Selbstreinigung mit 100 °C heißem Wasser ist hier klar spürbar.
- ... ihr die Möglichkeit habt, das Compact Dock direkt an Wasser und Abwasser anzuschließen – dann entfällt das lästige Behälter-Wechseln komplett.
Alternativen zum Narwal Flow 2
Roborock Saros 20: Ähnlicher Preis, aber mit 36.000 Pa noch mehr Saugkraft und dem flachsten Gehäuse am Markt (7,95 cm). Punktet bei Teppichen und Haaren, hat aber rotierende Mop-Pads statt einer Wischwalze – die Wischleistung ist klar schwächer. Die Roborock-App gehört zur besten Klasse. Gute Alternative, wenn ihr viele flache Möbel habt.
Ecovacs X11 Omny Cyclone: Hat ebenfalls Probleme mit Kantenreinigung und teilweise auch mit Haaren, bietet aber eine starke Wischleistung und eine beutellose Station für mehr Hygiene.
Lest unbedingt auch unsere Kaufberatung der besten Saug- und Wishcroboter 2026
Fazit: Für Einsteiger eine klare Empfehlung mit leichten Abstrichen
Der Narwal Flow 2 ist ein sehr guter Saug- und Wischroboter – und er ist endlich dort angekommen, wo er hingehört: im echten Premiumsegment. Das Design überzeugt, die Wischleistung mit 60 °C-Heißwasser ist spürbar besser als beim Vorgänger, die Hinderniserkennung funktioniert im Alltag mit Kind und Katze zuverlässig, und die Station bleibt nach sechs Wochen geruchlos.
Wer noch keinen Saugroboter hat, macht hier nichts verkehrt und bekommt mit der Ambientebeleuchtung ein cooles Extra. Besitzer des Vorgängers müssen jedoch keinesfalls upgraden.
Allerdings: Narwal war vor ein, zwei Jahren für ein außergewöhnliches Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt. Der Flow 2 ist auf einem sehr guten Niveau angekommen – aber eben nicht mehr auf einem herausragenden.
Im Premiumsegment jenseits von 1.200 Euro fehlt ihm das letzte Quäntchen, das ihn klar von der Konkurrenz abhebt: eine anhebbare Seitenbürste, ein noch flacheres Gehäuse für mehr Möbelkompatibilität, ein Freo-Modus, der wirklich eigenständig nachdenkt und hartnäckig nachreinigt. Hier darf Narwal beim Flow 3 gerne noch eine Schippe drauflegen.


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