Die Katze ist aus dem Sack; der Steam Controller wird 99 Euro kosten. Ab dem 4. Mai wird er über die Webseite von Valve bestellbar sein, doch viele werden davon absehen – zu teuer.
Aufgrund eines Leaks ist noch vor der offiziellen Preisankündigung eine heiße Diskussion über das Preisschild entbrannt. Ich habe den neuen Steam Controller schon testen dürfen und bin überzeugt: 99 Euro sind fair – solange ihr nur Steam-Spiele spielt.
6:04
Wir packen den Steam Controller aus: Eine verdammt gute Mischung aus Steam Deck und PS5-Controller
Drei Alleinstellungsmerkmale, die den Preis rechtfertigen
Es steht außer Frage, dass rund 100 Euro eine Menge Geld sind. Doch ist das ein überzogener Betrag für den neuen Steam Controller? Ich finde nicht.
In gewisser Weise gibt es keine echte Alternative, die all diese Features in einem einzigen Gerät vereint – der Steam Controller bietet Merkmale, die seinen Preis rechtfertigen.
Dual-Trackpads: Genau wie beim Steam Deck sind beim Steam Controller zwei haptische Trackpads verbaut. Sie ermöglichen es, nahezu jedes PC-Spiel mit einem Gamepad zu steuern, auch jene, die gar keine Controller unterstützen.
Die Trackpads besitzen außerdem keinen mechanischen Klick und simulieren ihn stattdessen mit haptischen Motoren (wie beim Steam Deck oder den meisten MacBooks). Das sorgt dafür, dass man sie an jeder Stelle drücken kann.
Der Dualsense hat zwar auch ein Trackpad, aber ohne haptisches Feedback und es befindet sich an einer Position, die nicht leicht erreichbar ist. Zum Steuern eines Mauszeigers in einem Strategiespiel ist es eher ungeeignet.
Das beste Sechs-Achsen-Gyroskop: Es gibt inzwischen viele Controller, die ein Gyroskop verbaut haben, aber das vom neuen Steam Controller gehört zu den besten – oder ist sogar das beste. Es kann nicht nur mit jeder Taste aktiviert werden, sondern auch mit den kapazitiven Analog-Sticks (wie beim Steam Deck) oder sogar mit den Sensoren auf der Rückseite der Griffe.
Hinzu kommt eine extrem hohe Anpassbarkeit. Ihr könnt die Totzone, die Beschleunigung, die Empfindlichkeit und noch viel mehr einstellen.
Die Genauigkeit ist so hoch, dass selbst das Spielen von Strategiespielen mit etwas Übung klappt; ihr steuert dann den Mauszeiger per Bewegungssteuerung.
Vielversprechende Langlebigkeit und Valve-Support: Der Steam Controller ist zwar teurer als etwa der Xbox Wireless oder der Sony DualSense, aber dafür verspricht er euch lange erhalten zu bleiben.
- Langlebige Sticks: Die Analog-Sticks verwenden die TMR-Technologie. Sie haben deswegen einen deutlich geringeren mechanischen Verschleiß und sollten langfristig resistent gegen Stick-Drift sein. Das ist ein Problem, das viele Controller ohne Hall-Effekt- oder TMR-Technologie langfristig entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit einer nötigen Stick-Reparatur ist also gering. Sollte doch mal ein Teil ausgetauscht werden, gibt es eine weitere gute Neuigkeit.
- iFixit-Kooperation: Wie beim Steam Deck wird es Ersatzteile über iFixit geben. Das ist ein »Feature«, mit dem nur die wenigsten Controller-Hersteller prahlen dürfen. Wenn euer Controller zum Beispiel nach vielen Jahren einen neuen Akku benötigt, werdet ihr ihn einfach nachbestellen können – und der Austausch ist einfacher als bei Steam Deck, da kein Kleber verwendet wird.
- Valve-Support: Bei diesem Controller werdet ihr direkten Update-Support von Valve erhalten. Ihr könnt euch also sicher sein, dass ihr ein Produkt kauft, das mit euch wächst. Die Hersteller haben schon beim Steam Deck eine vorbildliche Update-Policy an den Tag gelegt.
Der Preis und die Features lassen dennoch Luft nach oben
Der Controller hat Nachteile, die ihn vom Premium-Segment abgrenzen.
Keine Instant-Trigger: Mit diesem Feature lässt sich der physische Aktivierungsweg der Trigger-Tasten verkürzen. So reagieren sie schneller, was in Shootern, Action-Spielen und Fighting-Games nützlich ist, die nicht auf analoge Trigger angewiesen sind. Dieses Feature fehlt beim Steam Controller.
»Nur« 250 Hertz: Wer auf E-Sports-Niveau spielt und jeden technischen Vorteil mitnehmen möchte, sollte besser zu einem Modell mit 1.000 Hz oder mehr greifen. Die meisten Spieler und Spielerinnen werden aber nur selten einen echten Unterschied bemerken, da auch 250 Hertz schon ordentlich sind (entspricht etwa vier Millisekunden Eingabeverzögerung).
Kein D-Pad-Spezialist: Das Steuerkreuz ist nicht schlecht, gehört aber nicht zu den besten. Der Controller favorisiert die vier Kardinal-Richtungen, und Diagonalen sind schwieriger korrekt zu treffen. Für »Unten-Rechts« müsst ihr wirklich »Rechts« und »Unten« gleichzeitig mit ungefähr demselben Druck drücken. Kleine Abweichungen sorgen dafür, dass die diagonale Eingabe nicht erkannt wird.
Nur Steam-Input: Der neue Steam Controller erfordert, dass eure Spiele über Steam gestartet werden, damit er korrekt funktioniert. Das ist eine große Einschränkung gegenüber Geräten, die Xinput verwenden. Wollt ihr also ein Spiel spielen, das nicht über Steam heruntergeladen wurde, müsst ihr es vorher Steam hinzufügen, um es mit dem Steam Controller zu steuern.
Nehmt gerne an unserer Umfrage zu diesem Thema teil:
99 Euro klingt eigentlich genau richtig
99 Euro klingt nach viel im direkten Vergleich zu den Standard-Controllern der anderen Konsolen-Hersteller, ist aber ein durchaus fairer Preis, wenn man bedenkt, wie viel mehr ihr hier bekommt. Zum Beispiel kostet der Sony Dualsense nur etwa 20 Euro weniger, bietet aber dafür keine TMR-Sticks, keine Dual-Trackpads und keine Tasten auf der Rückseite.
Klar, der Steam-Controller ist kein Spezialist mit extrem hoher Polling-Rate und fühlt sich am wohlsten im Steam-Ökosystem, aber dafür ist er auch nicht bepreist wie einer.
Dass der Controller außerdem so gut reparierbar ist und Ersatzteile schnell über iFixit bestellt sind, stellt sicher, dass ihr mit eurer 100-Euro-Investition viele Jahre spielen könnt.
Für mich ist der Steam Controller definitiv sein Geld wert.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.