Eine kostenlose App liefert mir alles, was ich bei Spotify vermisse – und verändert komplett, wie ich neue Musik entdecke

Ich habe eine App getestet, die euch Musik bewerten lässt und dabei auf echte Menschen statt Algorithmen setzt.

Ich habe eine App getestet, die euch Musik bewerten lässt und stark an Letterboxd erinnert. (Bildquelle: Record Club) Ich habe eine App getestet, die euch Musik bewerten lässt und stark an Letterboxd erinnert. (Bildquelle: Record Club)

Auch wenn ich Spotify bereits seit über einem Jahrzehnt zum Musikhören verwende, gibt es einfach ein paar Funktionen, die mir vor allem zum Teilen von Musik fehlen.

So habe ich mir beispielsweise schon öfters gedacht, wie nützlich es wäre, wenn Alben und aktuelle Releases einfach in der App bewertet und mit einem Rezensionstext versehen werden könnten. Allein schon weil sie den sonst so lieblosen Links beim Teilen spannenden Kontext verpassen würden.

Denn genauso gerne wie ich Musik höre, teile ich sie auch mit anderen. Mittlerweile hat sich bei mir im Freundeskreis eine feste Gruppe entwickelt, in der wir uns regelmäßig neue Lieder zuschicken – auch wenn dabei meistens nur ein Link verschickt wird.

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Mit der Record Club-App habe ich nun eine Ergänzung zu Spotify gefunden, die mich direkt gefesselt hat. Denn ähnlich wie bei Letterboxd tauscht sich hier eine Community aus Musikfans über neue Tracks, beliebte Lieder oder anstehende Alben aus.

Das ist aber längst nicht alles: Ein ganz bestimmter Grund macht die Bewertungsplattform für mich so wertvoll und hebt sie von ihren Konkurrenten ab.

Record Club schlägt einen Weg ein, der die Rezensionen besonders glaubwürdig macht – auch wenn er gegen den Trend geht

Die App versteht sich als soziales Medium für Musik, weshalb Record Club komplett auf personalisierte Algorithmen und KI verzichtet. Stattdessen schreiben die Mitglieder alle Empfehlungen selbst. Das Ergebnis ist dadurch zwar extrem unterschiedlich, fühlt sich für mich aber wunderbar authentisch an.

Zum Zeitpunkt meines Tests standen knapp vier Millionen Titel von rund 2,9 Millionen Artists und über 300.000 Labels zur Auswahl. Dadurch sind die Bewertungen der Community, meines Freundeskreises und anderer Personen eine echte Hilfe beim Entdecken neuer Lieder.

Ich habe mich etwas durch die Musikvielfalt gestöbert, in einige Empfehlungen reingehört, nach meinen Lieblingsalben gesucht und selbst die eine oder andere Rezension hinterlassen.

Wie mir das Ganze gefallen hat und wo aktuell noch das größte Problem der App liegt, erfahrt ihr im Folgenden.

Rezensionen, Ticker und Rotationen: So funktioniert die Letterboxd-Alternative für Musik

Die Anmeldung ist so einfach wie unkompliziert und nachdem ich mich mit E-Mail und Passwort angemeldet habe, kann ich direkt die ersten Titel auswählen, die bei mir gerade in Dauerschleife laufen.

Bevor ihr mit dem Rezensieren beginnt, bittet euch die Record Club nämlich euer Profil zu gestalten und einige Lieder, Alben oder EPs auszustellen.

  • Diese Features findet ihr in eurem App-Profil:
    • Your Rotation: Hier tragt ihr Alben ein, die ihr gerade besonders positiv bewertet oder einfach in eurem Profil ausstellen wollt.
    • Top 5: Wie der Name schon verrät, könnt ihr hier eure fünf absoluten Lieblings-Releases präsentieren.
    • Queue: Eine praktische Warteliste, in die ihr eintragt, was ihr als Nächstes hören und im Idealfall bewerten wollt – denn genau darum dreht sich bei dem Tool alles.

Auf der Startseite der App finde ich neben meiner aktuellen Rotation auch verschiedene Empfehlungen zu neuen Releases, heiß erwarteter Musik sowie beliebten Rezensionen zu unterschiedlichen Liedern und Alben.

Im Trending-Bereich kann ich mir aktuelle Rotationen, Hörlisten und Bewertungen anzeigen lassen, die andere Personen abgegeben haben. Dabei kann ich zwischen allen Nutzern der Plattform oder meinen Follows wählen.

Die Oberfläche von Record Club ist kompakt gestaltet und dadurch besonders leicht zu bedienen. (Bildquelle: Record Club GameStar Tech) Die Oberfläche von Record Club ist kompakt gestaltet und dadurch besonders leicht zu bedienen. (Bildquelle: Record Club / GameStar Tech)

Im Zentrum der Menüsteuerung steht der Posting-Button, über den ich Reviews, Entwürfe oder Listen erstellen kann. Letztere funktionieren dabei wie eine Playlist, in der ich bestimmte Musik hinzufügen kann – etwa meine Lieblingstracks aus dem vergangenen Jahr.

Das größte Highlight finde ich jedoch im persönlichen Profil, das sich mit Spitznamen, Pronomen, einer Biografie, Musikpräferenzen und mehr, besonders stark anpassen lässt. Ergänzt wird es durch die verschiedenen Aussteller, welche die Accounts zu einer idealen Kompaktübersicht zu den jeweiligen Nutzern machen.

Der Einfluss einzelner Bewertungen: Darum habe ich meinen Lieblingsalben gleich eine Rezension verpasst

Record Club ist noch relativ neu auf dem Markt und aktuell noch ein echter Geheimtipp. Dadurch gibt es auf der Plattform jedoch noch relativ wenige User, was gerade bei nischigen Genres, Indie-Alben oder deutschen Artists deutlich wird.

An sich ist die noch geringe Nutzerzahl kein Problem, allerdings werden die Rezensionen und Gesamtbewertungen der Titel deutlich verzerrt.

Des Öfteren bin ich auf Alben gestoßen, die nur zwei Bewertungen hatten, wovon eine besonders gut und eine besonders schlecht ausgefallen ist. Dadurch standen viele Musikalben mit 3,5 von 5 Sternen in der Übersicht – was auch wegen der oft fehlenden Rezensionstexte wenig aussagekräftig ist.

Die Kehrseite der Medaille zeigt sich vor allem bei Singles

Bei Singleauskopplungen und eigenständigen Releases sieht es ähnlich, wenn nicht sogar noch dünner aus. Viele Tracks, wie Musik von Alligatoah und Alexander Marcus, haben beispielsweise nur eine einzige Bewertung, die mit zwei Sternen auch noch schlecht ausfällt.

Auch das andere Extrem habe ich während meines Tests gesehen: Trend-Artists wie Ski Aggu leben vom ungefilterten Community-Hype und erhalten häufig überwiegend positive Bewertungen.

Nicht, dass ich etwas gegen das Erfolgskonzept des Techno-Rappers hätte – im Gegenteil, manchen Liedern kann ich durchaus etwas abgewinnen. Dennoch sind reine Fünf-Sterne-Bewertungen ohne jede Begründung für mich wenig aussagekräftig.

Bei Record Club können angemeldete User Rezensionen hinterlassen und Informationen zu den verschiedenen Artists erhalten. (Bildquelle: Record Club GameStar Tech) Bei Record Club können angemeldete User Rezensionen hinterlassen und Informationen zu den verschiedenen Artists erhalten. (Bildquelle: Record Club / GameStar Tech)

Das hat jedoch auch einen Vorteil: Ich habe mich dadurch stärker motiviert, wenn nicht sogar verpflichtet, gefühlt, meinen Lieblingsalben und aktuellen Top-Liedern eine gute Bewertung dazulassen.

Trotz kleiner Probleme bin ich ein echter Fan der App und nutze sie jetzt in meinem Freundeskreis

Dass es im Moment noch wenige Bewertungen gibt, kann für einige frustrierend klingen – besonders wenn ihr die App eher zum Entdecken neuer Titel verwenden wollt.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass das Tool gerade erst am Anfang steht und es deshalb auf neue Bewertungen ankommt. Und gerade das Schreiben neuer Rezensionen macht verdammt Spaß.

Für Musikfans, die sich gerne mit anderen Personen austauschen wollen, ist die Plattform ein echter Segen. Vor allem weil das Tool eine Möglichkeit bietet, Songs und Alben zu bewerten und Empfehlungen auszusprechen, ohne direkt Links verschicken zu müssen.

Natürlich gibt es andere Musik-Plattformen wie »Musicboard« oder »Rate Your Music«. Diese kommen für mich jedoch nicht an die einfache Steuerung von »Record Club« heran.

Zumal »Rate Your Music« zwar als eine der meistgenutzten Rezensionsplattformen gilt, aber komplett ohne Mobile-App auskommt.



Das Record Club-Tool ist komplett kostenlos und für Android, iOS und als Web-App nutzbar. In den FAQ betonen die Entwickler, dass die Anwendung auch in der Zukunft kostenlos bleiben soll, da sie die Plattform für alle zugänglich machen wollen.

Wenn ihr das Projekt unterstützen wollt, könnt ihr eine Support-Mitgliedschaft abschließen. Diese bringt euch zwar keine funktionalen Vorteile, hilft aber dem Team.

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