Die Geschichte von Windows - Das Geheimnis der Anti-Leak-Wallpaper

Der ehemalige Microsoft-Mitarbeiter Jensen Harris hat bei Twitter verraten, wie man bei Microsoft mit einem Rätsel gegen Leaks vorging.

von Georg Wieselsberger,
24.04.2018 08:08 Uhr

Dieses Wallpaper enthält ein Rätsel, wirkte aber auf Leaker abschreckend. (Bildquelle: @jensenharris)Dieses Wallpaper enthält ein Rätsel, wirkte aber auf Leaker abschreckend. (Bildquelle: @jensenharris)

Sobald eine neue Version von Windows bei Microsoft entwickelt wird, finden sich manche Builds davon relativ schnell im Internet. Die unterschiedlichen Builds werden von Microsoft auch mit verschiedenen Hintergrundbildern ausgestattet, die wegen der Leaks üblicherweise Androhungen rechtlicher Schritte enthielten.

Bei den Arbeiten an Windows 8 hatten die Entwickler also den üblichen Text mit der Bitte »Psst... unsere harte Arbeit bitte nicht leaken« in einem Hintergrundbild platziert, das natürlich samt Build nur Tage später im Internet zu finden war.

Das Rätsel wirkte wie ein Sicherheitsfeature

Nun entschlossen sich die Entwickler, ein Rätsel in die kommenden Wallpaper einzubauen: ein Gitter, in dem wie bei einem Kreuzworträtsel einige Buchstaben zu sehen waren. Zur Verwunderung von Microsoft hielten nun viele Leaker diese Buchstaben für ein Sicherheitsfeature, mit dem die Herkunft der Builds festgestellt werden könnte.

Der nächste Build enthielt ein paar Buchstaben mehr im Gitter, außerdem veränderte Jensen Harris einige Pixel im Hintergrund absichtlich, um die Verschwörungstheorien rund um die versteckten Sicherheitsfeatures der Wallpaper anzuheizen.

Pixel-Spielerei schreckt Leaker ab

Diese ohne echte Bedeutung veränderten Pixel sorgten für den größten Einbruch bei der illegalen Verteilung eines Windows-Beta, weil viele Verteiler unsicher waren, welche neuen Sicherheitsfeatures Microsoft nun eingebaut hatte. Später stellten die Entwickler von dem hässlichen Grün auf ein abgelehntes Windows-7-Wallpaper um und fügten weitere Buchstaben in das Gitter ein.

Trotzdem dauerte es laut Harris bis zum Jahr 2011, bis ein Entwickler aus Irland das Gitter-Rätsel lösen konnte und Microsoft die korrekte Antwort schickte. Die Lösung lautete »START ME UP« - der Slogan von Windows 95 und ein Song der Rolling Stones, der damals für die Windows-95-Werbung genutzt wurde.


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