Im Sommer kündigte Sony ein kurioses Gerät für die PlayStation 5 an: einen Handheld, der eigentlich kein echter Handheld ist und schon gar nicht als Nachfolger der PlayStation Vita bezeichnet werden kann. Stattdessen ist der PlayStation Portal ein Streaming-Controller mit Display und ohne Cloud-Streaming-Funktion. Bitte was?
Dies machte mich anfangs ebenfalls stutzig, aber über die vergangenen Monate habe ich mich mit der Idee hinter dem Gerät sehr gut angefreundet, obwohl sie nicht für jeden geeignet ist.
Immerhin präsentierte Sony PlayStation Portal als reinen Remote-Play-Controller, der Zuhause im WLAN am besten funktioniert, aber auch unterwegs über ein WLAN oder einen Hotspot eine Remote-Play-Session starten kann. Dafür muss jedoch die PlayStation 5 im Ruhezustand verweilen, was etwas Energie kostet, aber das ist bei fast allen Lösungen notwendig.
Remote Play und andere Möglichkeiten
In der Vergangenheit habe ich schon diverse Optionen ausprobiert. So habe ich etwa im Bett schon ein iPad mittels Remote Play verwendet, aber richtig gut war es nicht. Ich konnte das iPad jedoch nie so positionieren, dass ich eine gute Sicht darauf hatte und es gleichzeitig stabil war.
Das Problem dabei war der Controller, den ich entweder hochhalten oder auf die Decke legen musste. Das Halten war ermüdend, während das Ablegen auf die Decke das Risiko mit sich brachte, das iPad zu verschieben. Auf der Couch funktioniert es hingegen bestens.
Gleiches gilt auch für die Orion-App auf dem iPad. Dadurch kann ich im Wohnzimmer auch ohne Remote Play spielen und die PlayStation sowie andere Konsolen auch in Räumen ohne TV verwenden. Obwohl hier keine Internetverbindung notwendig ist, entsteht durch das HDMI- und Stromkabel ein erheblicher Kabelsalat.
Eine sehr gute Zwischenlösung stellt insgesamt der Backbone-Controller für das Smartphone dar. Mit diesem ist Remote Play immer und überall möglich, da hier auf mobile Datenverbindungen zurückgegriffen werden kann.
Mehr zum Backbone-Controller: Mit diesem 120-Euro-Gadget könnt ihr schon jetzt PS5-Spiele auf einem Handheld genießen
Auf der Couch, im Bett oder auf dem Balkon ist der Backbone One eine großartige Lösung, aber keine perfekte, da das Display relativ klein ist, selbst, wenn man ein großes Smartphone verwendet. Außerdem fehlen die Features des DualSense-Controllers.
Entsprechend glücklich war ich über die Ankündigung, die nur durch den Umstand getrübt wurde, dass kein Cloud-Gaming möglich ist. Mittlerweile hat Sony versprochen, dass man durch Softwareupdates dem PlayStation Portal weitere Funktionen hinzufügen möchte und auch an der Integration von Cloud-Gaming für den Handheld arbeitet.
PlayStation Portal kann wenig, aber das perfekt
Mit dieser Überschrift lässt sich die Funktionsvielfalt kurz und knapp ausdrücken. Ich muss hier vorwegschicken, dass ich wohl genau die Zielgruppe für PlayStation Portal darstelle, da ich außerhalb meiner Wohnung eigentlich nicht spiele – auch nicht auf dem Smartphone. Nur im Urlaub nehme ich die Switch für Zugfahrten oder Flüge mit – Einsatzmöglichkeiten, die das PlayStation Portal ohnehin nicht bietet.
Die oben genannten Anwendungen sind für mich wichtig, da sie mir ermöglichen, meine Spielzeit zu erhöhen, ohne in zusätzliche Konsolen oder Fernseher investieren zu müssen. Mit einem Preis von 220 Euro ist das PlayStation Portal angemessen positioniert, insbesondere angesichts der Tatsache, dass Sony für den DualSense Edge sogar 20 Euro mehr veranschlagt.
Der Handheld liefert allerdings ein gutes Bild mit ausreichender Auflösung, wobei ein OLED-Display mehr Brillanz, aber auch mehr Kosten gebracht hätte. Apropos Display. Dieses hat mit 8 Zoll eine tolle Größe und ein Manko, das mich vermutlich nicht stören wird und sich vermutlich mit Drittanbieter-Zubehör wie Folien beheben lässt: Es spiegelt, wodurch der Outdoor-Einsatz im Garten oder auf dem Balkon im nächsten Sommer noch ungewiss ist.
So richtig gut macht PlayStation Portal sein Ding in der Wohnung – gutes WLAN vorausgesetzt. Der integrierte DualSense-Controller bietet das gewohnte haptische Feedback, während die Verbindung mit der PlayStation 5 nach einer kurzen Einrichtung, die überraschend schnell von der Hand ging, mit nur einem Tastendruck hergestellt wird und abhängig vom WLAN auch stabil bleibt.
Dies ist wirklich beeindruckend, da ich mit dem Smartphone oder Tablet bislang weniger stabile Erfahrungen im Remote Play gemacht habe, obwohl WLAN-Access-Point und Konsole nur wenige Meter entfernt waren.
Die Mischung aus Haptik, großem Display und zuverlässiger Verbindung macht das PlayStation Portal für mich zum idealen Zubehör, auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Ich habe das Gefühl, dass sich die Investition langfristig lohnen wird, indem sie mir mehr Spielzeit ermöglicht und das Anwachsen meines Pile of Shame
verlangsamt.
Wie steht ihr zu PlayStation Portal? Passt es in eure Situation oder ist es ein überflüssiges sowie überteuertes Zubehör? Lasst unten einen Kommentar da.

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