Auf den ersten Blick scheint die DJI Osmo Pocket 4P nur eine weitere Gimbal-Kamera zu sein. Das eigentliche Highlight verbirgt sich jedoch auf dem Sensor der Hauptkamera.
Der Hersteller setzt nämlich auf einen Kamerasensor mit LOFIC-Technologie.
LOFIC (Lateral Overflow Integration Capacitor) setzt neben jeden Pixel einen winzigen Kondensator, der überschüssiges Licht auffängt.
Bisher galt: Ist ein Pixel »voll«, geht das überschüssige Licht verloren und helle Bereiche wie der Himmel brennen (teilweise) aus. Smartphones umgehen das Problem mit Software-HDR: Mehrere Belichtungen werden dabei verrechnet. Bei Bewegung kann es dabei jedoch zu Ghosting und Unschärfe kommen.
LOFIC löst dieses Problem direkt auf dem Sensor in einer einzigen Aufnahme.
Mehr dazu lest ihr hier: Handykameras stehen vor einer großen Veränderung: Neben Xiaomi und Sony wird wohl Samsung auf die neue, geniale Technologie setzen
Was ist außerdem neu an der DJI Osmo Pocket 4P?
Das Dual-Objektiv-System ist das größte (optische) Upgrade. DJI bricht damit mit der Tradition der reinen Weitwinkel-Gimbal-Kamera:
- Hauptkamera (Weitwinkel): 1-Zoll-CMOS-Sensor mit 20 mm Äquivalent, f/2.0-Blende und der erwähnten LOFIC-Technologie. Laut Hersteller ermöglicht der Sensor einen hohen Dynamikumfang von 17 Blendenstufen sowie Zeitlupenaufnahmen in bis zu 4K mit 240 fps.
- Porträt-Objektiv (Mitteltele): Die Hauptkamera ist mit einem 60-mm-Objektiv mit lichtstarker f/1.8-Blende ausgestattet. Es bietet einen 3-fachen optischen und einen 12-fachen digitalen Zoom. Dank der optischen Hintergrundkomprimierung sollen sich damit natürliche Porträts mit schöner Unschärfe (Bokeh) aufnehmen lassen.
Trotz der zweiten Kamera ist die DJI Osmo Pocket 4P sehr handlich. Die Telekamera bietet im Alltag in jedem Fall eine enorme Flexibilität. (Bildquelle: Patrick S./GameStar Tech)
Farbprofile, Akku und Performance
Die Osmo Pocket 4P bringt das neue 10-Bit D-Log 2 mit. Dabei handelt es sich um ein flaches Farbprofil, das eine Farbkorrektur im Schnitt erfordert.
D-Log 2 soll dank »über einer Milliarde Farben« und des hohen Dynamikumfangs der Kamera mehr Details in Lichtern und Schatten bewahren. Um das Maximum aus dem neuen Sensor zu kitzeln, ist die Verwendung dieses Farbprofils also zwingend erforderlich.
Zu den weiteren Besonderheiten gehört ActiveTrack 8.0, das Personen, Tiere oder Fahrzeuge selbst bei Nutzung des 12-fach-Zooms zentriert im Bild halten soll.
Wie ihr kleinerer Bruder, die DJI Osmo Pocket 4, lädt der Akku laut DJI von 0 bis 80 Prozent in nur 18 Minuten. Bei voller Ladung hält die Kamera demnach 210 Minuten durch. Dies gilt allerdings wohl nur bei Full-HD-Aufnahmen mit entsprechend niedriger FPS-Zahl.
Bei 4K-Aufnahmen in der Praxis solltet ihr mit weniger rechnen. Die Datenübertragung erfolgt via USB-C 3.1 mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 MB/s.
Hintergründe: Xiaomi und Sony auf dem Vormarsch
Mit dem 17 Ultra setzt Xiaomi bereits auf die neue Sensortechnologie. DJI ist also längst nicht der erste Hersteller.
Zudem hat Sony im Juni seinen ersten LOFIC-Sensor der Öffentlichkeit präsentiert. Demnach dürfte der hauseigene Sensor in den nächsten Flaggschiff-Modellen der Japaner zu sehen sein.
Auch andere Hersteller wie Vivo und Samsung schmieden wohl entsprechende Pläne für zukünftige Smartphones. Diese Entwicklungen zeigen bereits, wohin die Reise der (Mobile-)Kameratechnik geht.
DJI Osmo Pocket 4P: Die wichtigsten Specs im Überblick
| Feature | Details |
|---|---|
| Sensorgröße | 1-Zoll-CMOS (mit LOFIC-Technologie) |
| Objektive | 20 mm f/2.0 (Weitwinkel) + 60 mm f/1.8 (Mitteltele) |
| Dynamikumfang | bis zu 17 Blendenstufen (laut DJI) |
| Video max. | 4K / 240 fps (8-fach Slow-Motion) |
| Farbprofil | 10-Bit D-Log 2 |
| Gewicht | 230 Gramm |
| Akkulaufzeit | Bis zu 210 Minuten (Schnellladung: 0-80 Prozent in 18 Min) |
| Besondere Features | ActiveTrack 8.0, 37-MP-Fotos, 4K Live-Foto |
| Interner Speicher | 107 GB |
Preise und Verfügbarkeit
Die DJI Osmo Pocket 4K ist ab sofort erhältlich. Zum Start gibt es zwei Ausführungen, jeweils in den Farben Schwarz und Perlweiß.
- Osmo Pocket 4P Standard Combo für 599 Euro
- Osmo Pocket 4P Vlog Combo: 689 Euro.
Mit seiner neuen Kamera antwortet DJI auf Insta360. Der direkte Konkurrent hat mit der Luna Ultra bereits ein Modell mit Dual-Kamera auf den Markt gebracht – allerdings ohne LOFIC-Technologie.
Unser Test zur neuen Kamera folgt in den nächsten Wochen hier auf GameStar Tech.
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