Ich werde älter. Das merke ich nicht nur an der Zahl und den immer stärker werdenden Lachfalten. Inzwischen muss alles so einfach, leicht und unkompliziert wie möglich sein. Das trifft insbesondere auf mein Reisegepäck zu.
Die große Kamera mit Wechselobjektiven verstaubt inzwischen im Schrank – zu groß, schwer und der Rucksack anschließend rappelvoll.
Stattdessen setzte ich bei meinen letzten Trips nach London, ins Allgäu und an den Bodensee auf eine Kompaktkamera für Fotos und eine kleine Gimbal-Kamera für Videos.
Die Strategie geht auf. Mehr noch: Ich möchte es nie wieder anders machen.
Inhaltsverzeichnis
Spezifikationen
| Kategorie | Spezifikation |
|---|---|
| Kameratyp | Tragbare Pocket-Gimbal-Kamera mit zwei physischen Kameras |
| Abmessungen | 159,5 × 63,3 × 33,5 mm (L × B × H) |
| Gewicht | 230 Gramm |
| Gimbal | Mechanische 3-Achsen-Stabilisierung |
| Gimbal-Steuerbereich | Schwenken: −235° bis +58°; Neigen: −125° bis +58°; Rollen: −45° bis +45° |
| Maximale Gimbal-Geschwindigkeit | 180°/s |
| Winkelschwingungsbereich | ±0,005° |
| Display | 2,0-Zoll-OLED-Touchscreen |
| Displayauflösung | 556 × 314 Pixel |
| Displayhelligkeit | 1.000 Nits |
| ActiveTrack | ActiveTrack 8.0, einschließlich Mehrpersonentracking für bis zu acht Personen |
| Weitwinkelkamera – Sensor | 1-Zoll-CMOS-Sensor mit LOFIC-Technologie |
| Weitwinkelkamera – Brennweite | 20 mm Kleinbildäquivalent |
| Weitwinkelkamera – Blende | f/2,0 |
| Weitwinkelkamera – Fokusbereich | 0,09 m bis unendlich |
| Weitwinkelkamera – Dynamikumfang | Bis zu 17 Blendenstufen im D-Log-2-Modus |
| Medium-Telekamera – Sensor | 1/1,28-Zoll-CMOS-Sensor |
| Medium-Telekamera – Brennweite | 60 mm Kleinbildäquivalent |
| Medium-Telekamera – Blende | f/1,8 |
| Medium-Telekamera – Fokusbereich | 0,2 m bis unendlich |
| Optischer Zoom | 3-fach über die 60-mm-Telekamera |
| Digitaler Zoom | Bis zu 12-fach bei Video; bis zu 9-fach bei Fotos |
| Maximale Fotoauflösung | rund 37 Megapixel |
| Fotoformate | JPEG, DNG, JPEG+DNG |
| Maximale Bildgröße | 7.680 × 4.320 Pixel bei 16:9; 6.144 × 6.144 Pixel bei 1:1 |
| Videoformat | MP4 mit HEVC/H.265 |
| Maximale Standardauflösung | 4K: 3.840 × 2.160 Pixel bei bis zu 60 fps |
| Weitere Standardformate | 1080p bis 60 fps; 3K und 1080p im Hochformat |
| Zeitlupe – Weitwinkelkamera | 4K mit bis zu 240 fps; 1080p mit bis zu 240 fps |
| Zeitlupe – Telekamera | 4K mit bis zu 200 fps; 1080p mit bis zu 240 fps |
| Video bei wenig Licht | 4K und 1080p mit bis zu 30 fps |
| Maximale Videobitrate | 180 Mbit/s |
| Farbtiefe/Farbprofile | 10-Bit; D-Log 2; Standard-Farbprofil |
| D-Log-2-Einschränkung | 10-Bit-D-Log 2 wird nur bei 1-fachem Zoom unterstützt |
| Live-Foto | 4K-Live-Fotos mit automatisch aufgezeichnetem Clip vor und nach der Aufnahme |
| Panorama | 180° und 3×3 |
| Interner Speicher | 103 GB |
| Externer Speicher | microSD-Karte mit bis zu 1 TB |
| Unterstütztes Dateisystem | exFAT |
| Mikrofone | Drei integrierte Mikrofone |
| Audioaufnahme | 48 kHz, 16 Bit, AAC |
| Audiofunktionen | OsmoAudio, räumliches Audio, Audio-Zoom und bis zu vier Audiokanäle je nach Zubehör/Workflow |
| Akku | Lithium-Ionen-Akku |
| Akkukapazität | 1.545 mAh / 11,95 Wh / 7,74 V |
| Akkulaufzeit | Bis zu 210 Minuten unter DJI-Laborbedingungen bei 1080p/24 fps |
| Ladezeit | Rund 18 Minuten bis 80 Prozent; rund 32 Minuten bis 100 Prozent |
| Betriebstemperatur | 0 bis 40 °C |
| Ladetemperatur | 5 bis 45 °C |
| WLAN | 802.11a/b/g/n/ac/ax, einschließlich Wi‑Fi 6 |
| Bluetooth | Bluetooth 5.4, BLE sowie BR/EDR |
| Anschluss | USB-C |
| Besondere Funktionen | HDR-Video, Zeitraffer, Motionlapse, Hyperlapse, Gestensteuerung, Filmlooks und vertikale Aufnahmen |
Preise und Verfügbarkeit
Die DJI Osmo Pocket 4P ist in Deutschland zu folgenden Preisen erhältlich:
- 599,00 Euro für die Standard Combo (UVP)
- 689,00 Euro für die Vlog Combo (UVP)
DJI Osmo Pocket 4P: Lieferumfang
Der Lieferumfang der DJI Osmo Pocket 4P hängt vom gewählten Combo-Paket ab. Standardmäßig könnt ihr allerdings Folgendes erwarten:
- Die Kamera selbst
- Füllicht
- Griff mit 1/4“ Gewinde
- Tragebeutel
- Handschlaufe
- USB-3.1-PD-Kabel
Latzt ihr 90 Euro (UVP) mehr auf die Ladentheke, legt DJI das Mic Mini 2, eine Fernbedienung, ein Mini-Stativ sowie eine große Tragetasche mit.
Eine Micro-SD-Karte ist im Lieferumfang nicht enthalten. Dafür hat der Hersteller 103 GB internen Speicher verbaut. Das reicht locker für mehrere Stunden Filmmaterial aus.
Zur Sicherheit ist eine Micro-SD-Karte trotzdem sehr empfehlenswert. Im Schadensfall habt ihr das Footage somit immerhin auf der Karte.
Design und Verarbeitung
Die DJI Osmo Pocket 4P fühlt sich sehr wertig an. Während die schwarze Farbvariante eine leicht raue Oberfläche hat, fühlt sich die weiße Version weicher an und wirkt leicht glänzend.
Die Knöpfe überzeugen mit einem angenehmen, festen Druckpunkt, und das Display lässt sich sauber öffnen und schließen.
Apropos Display: Es ist 2 Zoll groß, basiert auf OLED-Technologie und erreicht eine Auflösung von 556 x 314 Pixeln. Bei extremer Helligkeit wird das Display bis zu 1.000 Nits hell (laut Hersteller).
In der Praxis bleibt in der Regel alles gut erkennbar.
Wie liegt es in der Hand? Das zweite Objektiv macht die 4P schwerer als das Standardmodell. Im direkten Vergleich merkt man die 40 Gramm mehr bei der Bedienung durchaus. Besonders, wenn man mit den Daumen am Joystick fummelt.
Größer und vor allem schwerer sollte der potenzielle Nachfolger meines Erachtens aber nicht werden.
Wer den Fokus auf maximale Kompaktheit und Leichtigkeit legt, ist daher möglicherweise mit der Standardversion (ohne Teleobjektiv) besser beraten.
Nichtsdestotrotz liegt auch die 4P gut in der Hand, was unter anderem an der texturierten Rückseite liegt.
Starke Bildqualität mit schönen Farben und eine ordentliche Schärfe
Mit der Gimbal-Kamera zu filmen, macht Freude. Die Farben bleiben natürlich, die Bildschärfe ist hoch und auch der Dynamikumfang kann überzeugen. Im Gegensatz zu Smartphones hellt die Kamera Schatten beispielsweise nicht zu stark auf.
Insgesamt liefert die Osmo Pocket 4P damit mehr Farbtiefe und Details in Lichtern und Schatten als einige Handys.
DJI hat einen sogenannten LOFIC-Sensor in die Hauptkamera verbaut. Dieser verhindert das Ausfressen von hellen Bildbereichen (etwa durch Sonneneinstrahlung, Lampen oder Wolken), indem er die Lichtkapazität jedes einzelnen Pixels extrem erhöht.
Mehr dazu lest ihr hier: Handykameras stehen vor einer großen Veränderung: Neben Xiaomi und Sony wird wohl Samsung auf die neue, geniale Technologie setzen
Wer sich also kaum Gedanken um das fertige Bild machen möchte, ist hier genau richtig. Dank des Gimbalkopfs sind die Aufnahmen weitgehend frei von Verwacklungen, was natürlich in der Natur dieser Kameras liegt.
Im folgenden Kurzvideo seht ihr eine Zusammenfassung und weitere Beispielaufnahmen:
1:23
Die DJI Osmo Pocket 4P in unter 90 Sekunden
Da geht aber noch mehr.
Dazu ist D-Log2 erforderlich. Dabei handelt es sich um ein spezielles, flaches Farbprofil, das das Maximum an Informationen von Lichtern und Schatten einfängt.
Der Haken: Derartige flache Log-Profile setzen eine korrekte Belichtung beim Filmen sowie eine manuelle Farbkorrektur in der Nachbearbeitung voraus.
Zum anderen wird (möglichst) die sogenannte Base-ISO der Kamera benötigt, in dem Fall ISO 800.
Im rechten Beispiel wurde lediglich die DJI-LUT »drübergelegt«. Das Bild lässt sich selbstverständlich weiterhin bearbeiten. (Bildquelle: Patrick S. / GameStar Tech)
Die Herausforderung bei Sonnenschein: Um den maximalen Dynamikumfang der festen Base-ISO auszunutzen und gleichzeitig flüssige, natürliche Bewegungen beizubehalten, muss die Verschlusszeit kurz gehalten werden. Bei grellem Tageslicht wird das Bild dadurch jedoch viel zu hell. Hier kommen ND-Filter zum Einsatz.
Das sind kleine Filter, die oft magnetisch aufgesetzt werden und wie eine Sonnenbrille für das Objektiv wirken. Sie reduzieren das einfallende Licht gezielt.
Was bedeutet Base-ISO? Base ISO bezeichnet die sensor-eigene Grundempfindlichkeit einer Kamera. In diesem Modus liefert der Bildsensor das sauberste Signal mit dem höchsten Dynamikumfang und dem geringsten Rauschen. Bei diesem festen Wert arbeitet der Sensor ohne künstliche Signalverstärkung. Dadurch behalten helle Lichter und dunkle Schatten die maximal mögliche Detailvielfalt. Jede Abweichung nach oben oder unten führt zu Verlusten bei der Dynamik oder zu Bildrauschen.
Der Wermutstropfen ist und bleibt die Haut, die – wie bei der Osmo Pocket 4 – für meinen Geschmack zu stark weichgezeichnet wird. Stand jetzt lässt sich dieses Problem auch nicht umgehen.
Die Telekamera mein eigentlicher Star
Der neue Sensor ist zweifelsfrei super. So richtig abgeholt wurde ich aber durch die Telekamera. Dadurch entfernt sich die Kamera ein Stück weit vom reinen Vlogging- und Städtetrip-Tool und wird zu einem Multifunktionswerkzeug für Filmerinnen und Filmer.
Mit dem 60-mm-Teleobjektivlassen sich ganz neue Szenen einfangen und der Blick kann gezielter auf einzelne Motive gelenkt werden. Nach der Weitwinkelaufnahme einer Stadt oder eines Sees folgt im nächsten Bild nahtlos eine Bergkette am Horizont oder ein Detail in den Straßen.
Auf dem Samsung-Event hatte ich neben der Standardversion auch die 4P im Rucksack. Damit sind schöne Nahaufnahmen der Produkte problemlos gelungen.
Diese Flexibilität hat allerdings ihren Preis: Die Farbabstimmung reicht nicht ganz an die des Hauptsensors heran und bei wenig Licht macht sich schneller Bildrauschen bemerkbar. Auch ein nahtloser Zoom-Wechsel zwischen beiden Linsen steht noch auf meiner Wunschliste.
Unterm Strich möchte ich diese Option aber unter keinen Umständen mehr missen. Die Vorteile überwiegen ganz klar die (potenziellen) Nachteile.
Zahlreiche Modis sind mit an Bord
Ich habe meinem Kollegen Mirco die DJI Osmo Pocket 4 (nicht die 4P) weitergereicht, damit er sich selbst ein Bild machen kann. Seine Worte:
»Ich finde es immer wieder krass, wie man für diese Cams ein Studium braucht. Von jeder Bildschirmseite kann man wischen und irgendetwas einstellen. Es gibt unzählige Features.«
Diesen Fluch und Segen kann ich nur unterschreiben. Auf alle Funktionen und Möglichkeiten einzugehen, würde den Rahmen deutlich sprengen.
Für kreative Aufnahmen sind meines Erachtens drei Funktionen wichtig:
- Slow-Motion: Die Kamera unterstützt Aufnahmen in 4K mit bis zu 240 FPS.
- Zeitraffer: In diesem Modus gibt es unter anderem eine Funktion für Timelapse-Aufnahmen, um Zeit und Bewegungen sichtbar zu machen.
- Spin-Shot: Die Kamera dreht sich automatisch um 90 oder 180 Grad, um coole Kamerafahrten zu ermöglichen.
Wer besonders herumtollende Kinder oder Haustiere filmen möchte, wird ebenfalls nicht enttäuscht. Die Osmo Pocket 4P verfügt über eine sehr zuverlässige Motivverfolgung, die auch dann funktioniert, wenn das Motiv kurz aus dem Bild verschwindet.
Beachtet dabei aber, dass sich der Gimbalkopf nicht um 360 Grad drehen kann.
Die Akkulaufzeit
Wie bei der Osmo Pocket 4 gibt der Hersteller auch bei der 4P eine großzügige Akkulaufzeit an. Die angegebenen 210 Minuten treffen jedoch nur auf Laborbedingungen mit 1080p und 24 FPS zu.
In der Praxis komme ich auf etwas mehr als zwei Stunden bei 4K mit 30 FPS. Dabei sind das Display sowie Funktionen wie ActiveTrack eingeschaltet. Wer eine längere Akkulaufzeit benötigt, könnte mit dem Akkugriff glücklich werden.
Er sorgt nicht nur für zusätzlichen Halt, sondern auch für eine um etwa eine Stunde verlängerte Akkulaufzeit.
Davon abgesehen ist die Kamera schnell wieder aufgeladen. Innerhalb von rund 20 Minuten springt die Akkuanzeige auf 80 Prozent. Nach etwa 35 Minuten ist die Kamera vollständig aufgeladen.
Audio
Ich mach’s kurz: In der Praxis gibt es keine wesentlichen Unterschiede im Vergleich zur Osmo Pocket 4. Nehmt ihr nur mit der Kamera auf, ist die Qualität vergleichsweise ordentlich.
Mit einem externen Mikro fahrt ihr aber deutlich besser. Plant ihr also in die Kamera zu quatschen, lohnt sich der Blick auf eines der DJI-Mikrofone. Die neueren Mikrofone lassen sich nämlich nahtlos per Funkt mit der Kamera verbinden.
Für wen lohnt sich die DJI Osmo Pocket 4P?
Die DJI Osmo Pocket 4P lohnt sich für euch, wenn ihr …
- … eine kompakte und leistungsstarke Filmkamera für unterwegs sucht.
- … die hohe Flexibilität einer Telekamera nicht missen möchtet.
- … euch kaum Gedanken um das Ergebnis machen wollt.
- … es liebt das Maximum aus den Aufnahmen zu kitzeln.
Mögliche Alternativen zur DJI Osmo Pocket 4P
- Seit April 2026 hat Insta360 mit der Luna Ultra einen großen Konkurrenten. Der Vorteil der Luna Ultra: Die Fernbedienung ist direkt am Gehäuse angebracht.
- Wenn ihr die Telekamera nicht braucht, dann schaut euch unbedingt die DJI Osmo Pocket 4 an. Die Standardversion zaubert ähnlich schöne Aufnahmen, kommt allerdings ohne LOFIC-Technologie.
- Wer Geld sparen möchte, ist mit der Osmo Pocket 3 gut beraten. In anderen Testberichten ist von keinen gravierenden Qualitätssprüngen die Rede. Neben der Bildqualität müsst ihr Abstriche bei der Akkulaufzeit und dem fehlenden internen Speicher machen.
Mein Fazit
Kaum ein anderes Tech-Produkt hat mich so überzeugt wie die Osmo Pocket 4P. Das liegt an drei wesentlichen Punkten: der Leistung, dem kompakten Gehäuse und der Flexibilität. Zwar ersetzt sie keine große Systemkamera, als Kompromiss für Filmaufnahmen auf Reisen ist sie jedoch wunderbar geeignet.
Das alles vereint der Hersteller zu einem Preis von 600 Euro (UVP). Inzwischen ist die Kamera bei einigen Händlern im Preis gefallen und für 550 Euro zu haben.

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