Das Beyerdynamic MMX 330 Pro ist im Test mein Favorit mit Kabel

Ausgerechnet ein offenes Gaming-Headset mit Kabel, das ordentlich kostet, hat mich dieses Jahr vom Hocker gehauen.

Das Beyerdynamic MMX 330 Pro ist sogar noch besser als sein Vorgänger. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Das Beyerdynamic MMX 330 Pro ist sogar noch besser als sein Vorgänger. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Nach rund 120 Tests sollte ich ziemlich genau wissen, was ich bei Gaming-Headset mag und was nicht. Kabel? Pfui! Offene Bauweise? Meh!

Das Beyerdynamic MMX 330 Pro hat mich aber eines Besseren belehrt und wieder zurück zu einem natürlicheren Klangerlebnis geführt.

Die Folge? Während des Tests habe ich Musik wieder aktiver als Hobby gehört und bin tiefer als sonst in Spiele eingetaucht.

Ich sage für alle, die diesen Artikel lesen möchten, direkt dazu, dass das hier kein kurzer Test wird. Dazu ist dieses Produkt zu wichtig, zu groß, zu wow und ... zu teuer!

Mit rund 300 Euro als unverbindliche Preisempfehlung lässt Beyerdynamic die Erwartungen an das kabelgebundene MMX 330 Pro steigen. In unserem Test klären wir, ob der Preis gerechtfertigt ist und ob nettes Musikhören und Spielen für eine Empfehlung zu diesem Preis wirklich ausreicht.

Transparenzhinweis: Beyerdynamic hat mir sowohl den Prototypen als auch das finale MMX 330 Pro für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Herausragend
Beyerdynamic MMX 330 Pro
Beyerdynamic MMX 330 Pro
Eines der wohl spannendsten Gaming-Headsets 2024 bekommen wir mit dem MMX 330 Pro von Beyerdynamic. Die offene Bauweise in Kombination mit den weichen Ohrpolstern ermöglicht einen komfortablen Sitz mit natürlichem Klang. Die Ortung in Spielen verhält sich präzise und wir können dank hochwertigem, hochklappbarem Mikrofon klar mit unseren Mitspielern kommunizieren. Allerdings kann das Gerät nur via Klinkenkabel verbunden werden und der Bass ist manchmal ein wenig schwach auf der Brust. Wer alles aus seiner Soundkarte herausholen möchte, wird aber nicht enttäuscht.
  • Hervorragender Tragekomfort
  • Natürlicher, detaillierter Sound, auch auf hohen Lautstärken
  • Präzise Ortung
  • Gutes, hochklappbares Mikrofon
  • Ohrpolster und Kopfpolster wechselbar
  • Überzeugende Räumlichkeit
  • Kabel nervt manchmal
  • Teuer
  • Bass könnte satter und facettenreicher sein
  • Tonale Anpassungen sind über Klinke limitiert
Beyerdynamic MMX 330 Pro bei Amazon kaufen
Mit einem Einkaufswagen markierte Links sind so genannte Affiliate-Links. Beim Kauf über diese Links erhalten wir je nach Anbieter eine kleine Provision – ohne Auswirkung auf den Preis. Mehr Infos. Mehr Infos.

Im Lieferumfang ist nur das Nötigste enthalten und das ist in diesem Fall auch vollkommen in Ordnung. Der Fokus liegt auf schlichter Qualität ohne optischen Tamtam. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Im Lieferumfang ist nur das Nötigste enthalten und das ist in diesem Fall auch vollkommen in Ordnung. Der Fokus liegt auf schlichter Qualität ohne optischen Tamtam. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Alles noch einmal hören – auch alte Klassiker!

Nach dem ersten Aufsetzen habe ich wie gewohnt meine aktuelle Test-Playlist durchgehört. Statt dann aber eine Pause einzulegen, ging es gleich weiter.

Lieblingslied für Lieblingslied musste ich nochmal hören. Im Hinterkopf immer die Frage: Wie klingt wohl XY mit dem neuen Headset?

Ich startete unschuldig mit Amon Amarth und wollte eigentlich bloß ein bis zwei Lieder hören. Es wurden dann aber ganz Alben, gefolgt von alten Arch Enemy Songs, Sepultura, Brujeria, Bloodywood, Kataklysm aber auch Lady Parts, Audioslave und viele andere.

Die Ohrmuscheln lassen sich nicht falten, flachlegen oder besonders starkt biegen. Der Sitz ist aber dennoch sehr anpassungsfähig. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Die Ohrmuscheln lassen sich nicht falten, flachlegen oder besonders starkt biegen. Der Sitz ist aber dennoch sehr anpassungsfähig. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Was mich dann komplett in der Musik versumpfen ließ: Livekonzertübertragungen, wie. z. B. der grandiose Auftritt von Black Label Society mit In This River 2006 in Paris oder Iron Maiden mit Fear of the Dark in Dortmund oder Lynyrd Skynyrd oder oder oder. Gänsehaut!

Ich fühlte mich, als sei ich tatsächlich live mit dabei und war das erste Mal seit sehr vielen Jahren wieder emotional ergriffen von diversen Stücken.

Mit der Band Tool und dem Song Stickfist geriet das Gerät allerdings ein wenig ins Straucheln. Das liegt an folgendem:

Das Headset hat eine offene Bauweise. Dadurch hat der Bass weniger Druck und ist weniger facettenreich. Hinzukommt, dass Tool auf genau diesen aber setzt: Facettenreicher, abwechslungsreicher Bass. Diese Band stellt also für viele Geräte eine Herausforderung dar.

Trage ich das Headset oder trägt es mich?

Die Ohrpolster fallen recht dünn aus. Durch ihre runde Form und Größe ecken die Ohren trotzdem nicht an und der Velourstoffbezug ist atmungsaktiv, sodass es selbst bei heißen Temperaturen nicht schwitzig darunter wird. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Die Ohrpolster fallen recht dünn aus. Durch ihre runde Form und Größe ecken die Ohren trotzdem nicht an und der Velourstoffbezug ist atmungsaktiv, sodass es selbst bei heißen Temperaturen nicht schwitzig darunter wird. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Und wenn wir schon übers stundenlange Musikhören mit Over-Ear-Kopfhörern im Hochsommer reden: Das Beyerdynamic MMX 330 Pro ist das wohl bequemste Gaming-Headset, das ich je getragen habe, obwohl es mit 318 Gramm nicht unbedingt leicht ist.

Die offene Bauweise sorgt nicht nur für einen äußerst natürlichen Klang, der Druck bleibt ebenfalls aus.

Normalerweise nehme ich meine Kopfhörer beim Arbeiten und Spielen immer mal zwischendurch ab, um Luft an die Ohren zu lassen und weil das Bedürfnis einfach mit der Zeit entsteht.

Kopfbogenbezug Mithilfe von vier einfachen Druckknöpfen lässt sich der Kopfbogenbezug öffnen und abnehmen. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Kopfbogenbezug geschlossen Dies ermöglicht uns einen Austausch, wenn das Verschleißmaterial irgendwann nachgibt. Beyerdynamic bietet hierfür Ersatzteile an. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Das MMX 330 Pro hatte ich aber auf den Ohren und merkte es irgendwann nicht einmal mehr. Ich war damit viel konzentrierter und beim Spielen am Feierabend immersiver im Geschehen als je zuvor.

Verdurstet an der langen Leine

Beim The Hu-Hören bekam ich dann aber etwas zu spüren, was mich am Headset etwas stört: Das Kabel. Denn zu The Hu möchte ich aufstehen und herumhüpfen – werde aber von der Leine zurückgehalten.

Wenn auch nur zum Teil: Das abnehmbare und somit ersetzbare Kabel ist mit 2,5 Metern immer noch schön lang und lässt eine gewisse Bewegungsfreiheit zu.

Das Klinkenkabel ist 2,5 Meter lang, abnehmbar und aufgeteilt in Kopfhörer- und Mikrofonkabel. Wer an Konsolen spielt, muss den Stecker mit dem enthaltenen Adapter an den Controller anschließen. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Das Klinkenkabel ist 2,5 Meter lang, abnehmbar und aufgeteilt in Kopfhörer- und Mikrofonkabel. Wer an Konsolen spielt, muss den Stecker mit dem enthaltenen Adapter an den Controller anschließen. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Kleiner Service-Tipp: Wenn ihr nach längerer Zeit von Wireless wieder auf ein kabelgebundenes Headset wechselt, dann stellt euch auf eine Umstellungszeit ein. Mir ist es mehrmals passiert, dass ich das neue Kabel schlicht vergessen habe, wenn ich spontan aufstehen musste, weil eine meiner Katzen wieder Unsinn angestellt hat.

Matt, schwarz, schlicht: Sicher, die Optik ist immer auch eine Frage des Geschmacks, aber das MMX330 Pro passt im Grunde in jedes Setup. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Matt, schwarz, schlicht: Sicher, die Optik ist immer auch eine Frage des Geschmacks, aber das MMX330 Pro passt im Grunde in jedes Setup. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Jaja, Musik ist toll, aber was ist mit Spielen?

Ihr ahnt es vielleicht: Auch bei Spielen liefert das MMX 330 Pro gnadenlos ab. Der Klang ist im Spielesetting sehr natürlich und detailliert. Manchmal vielleicht sogar zu detailliert. Irgendwie war es für mich befremdlich, jedes leise Ausatmen des Protagonisten in Banishers zu hören und wie er sich hingebungsvoll seinen Bart kratzt.

Auch das gelegentliche Aufploppen seiner geisterhaften Begleitung war ab und an irritierend. Das Headset hob die teilweise fehlerhafte Soundkulisse des Spiels hervor, was aber nur noch mehr demonstriert, mit welcher Qualität wir es zu tun haben.

Das Mikrofon liefert sowohl in Meetings als auch in Spielen mit anderen einen hervorragenden Klang. Es kann über einen Schalter am Kabel stummgeschaltet werden. Wer es nicht benötigt kann es aber auch nur hochklappen. Abnehmbar ist es nicht. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Das Mikrofon liefert sowohl in Meetings als auch in Spielen mit anderen einen hervorragenden Klang. Es kann über einen Schalter am Kabel stummgeschaltet werden. Wer es nicht benötigt kann es aber auch nur hochklappen. Abnehmbar ist es nicht. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

In Metal: Hellsinger geriet ich innerhalb kürzester Zeit regelrecht in Trance. Absolut fokussiert schnetzelte ich mich mit dem MMX 330 Pro auf dem Kopf von Hölle zu Hölle und konnte alles um mich herum ausblenden – wozu ich eigentlich nur selten in der Lage bin.

Counter-Strike 2 erinnerte mich erneut daran, dass ich einfach nicht gut in diesem Spiel bin – auch nicht mit der astreinen Ortung und dem guten Mikrofon des Beyerdynamic-Headsets.

Wissenswertes zum Test
Spezifikationen
  • Verbindung: 3,5-Millimeter-Klinkenkabel (2,5 m lang, abnehmbar)
  • Bauweise: Offen
  • Treiber: Stellar.45 Neodym-Eisen-Bor-Magnete
  • Frequenzgang: 5 – 40.000 Hertz
  • Impedanz: 48 Ohm
  • Kompatibilität: PC, Nintendo Switch, Mobile, Xbox, PlayStation (Konsolen über Anschluss am Controller)
  • Mikrofon: Kondensator, nicht abnehmbar aber hochklappbar
  • Mikrofonfrequenz: 20 - 20.000 Hertz
  • Beleuchtung: Nein
  • Gewicht: 318 g (ohne Kabel)
  • Variationen: MMX 300 Pro mit geschlossener Bausweise
  • Lieferumfang: Headset, Kabel, Adapter, Bedienungsanleitung
Preis und Verfügbarkeit
  • Release: 05. September 2024
  • Preis: 299 Euro (UVP)
So habe ich getestet

Ich habe bereits im Mai mehrere Wochen lang am Beta-Test zum Beyerdynamic MMX 330 Pro teilgenommen und dem Hersteller anschließend Feedback gegeben. Das finale Headset hatte ich dann ungefähr zwei Wochen lang vor Veröffentlichung im Einsatz. Während der Zeit trug ich es bei der Büroarbeit, hörte Musik, schaute nebenher Serien und andere Videos und nahm täglich an Team-Meetings sowie anderen Voice-Chats teil. Nach Feierabend und an den Wochenenden spielte ich damit. Darunter waren viele kleinere Indie-Titel, das Action-Adventure Banishers, ein paar Runden in Counter-Strike 2 und der Rhythmus-Shooter Metal: Hellsinger.

Solltet ihr euch das Beyerdynamic MMX 330 Pro kaufen?

Durch die offene Bauweise klingen Töne sehr natürlich und ausbalanciert. Das Headset ist außerdem super bequem und dürfte auf den meisten Köpfen ordentlich sitzen. (Bildquelle: Nele WobkerGameStar Tech) Durch die offene Bauweise klingen Töne sehr natürlich und ausbalanciert. Das Headset ist außerdem super bequem und dürfte auf den meisten Köpfen ordentlich sitzen. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)

Das Beyerdynamic MMX 330 Pro lohnt sich für euch, wenn ihr …

  • ... alles aus eurer Soundkarte herauskitzeln wollt.
  • ... ein offenes, bequemes Gaming-Headset sucht.
  • ... vom Kabel nicht gestört werdet.
  • ... nicht nur viel spielt, sondern auch oft Musik hört.

Alternativen zum Beyerdynamic MMX 330 Pro

  • Beyerdynamic MMX 300 Pro, wenn ihr eine geschlossene Bauweise mit satterem Bass bevorzugt.
  • Audeze Maxwell (Test bei GamePro), wenn ihr eine ähnliche Soundqualität sucht, aber Wireless ein Muss ist.
  • Asus ROG Theta 7.1, wenn ihr weniger Geld ausgeben wollt und euch nicht stört, dass euer Modell schon etwas älter ist, solange der Sound stimmt.
  • Corsair Virtuoso Pro (Test), wenn ihr ein günstigeres offenes Gaming-Headset sucht.
  • SteelSeries Arctis Nova Elite (Test), wenn Geld keine Rolle spielt.

Das Beyerdynamic MMX 330 Pro mein Favorit unter den offenen, kabelgebundenen Gaming-Headsets. Ich hatte selten ein Gerät so gerne auch über längere Zeit auf den Ohren und konnte selbst meine Lieblingsmusik noch einmal völlig neu erleben. In Spielen fühlte ich mich stets über alles in meiner Umgebung bestens informiert und konnte immersiv darin aufgehen.

Bei längeren Meetings bekam ich das Kabel dann aber doch hin und wieder zu spüren und der Bass ist in seltenen Fällen nicht perfekt. Bis auf diese Kleinigkeiten war ich vollauf zufrieden mit dem MMX 330 Pro und kann es trotz der UVP von rund 300 Euro einer breiten Spielerschaft empfehlen.

Update: Wir haben alle Informationen in diesem Test überprüft, und ihn aufgrund seiner Relevanz in einer aktualisierten Version neu hochgezogen.

zu den Kommentaren (23)

Kommentare(24)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.