Als mir Samsung ihren neuen Falter digital präsentierte, löste das bei mir erst einmal nur Schulterzucken aus. Ich habe schlicht keine hohen Erwartungen mehr an Smartphones. Aber das Jahr 2026 hat offensichtlich ganz andere Pläne. Denn es tut sich nicht nur etwas im Bereich Fotografie, sondern auch bei den teuren Foldables.
Letzte Woche durfte ich die Zukunft dieser Gerätekategorie in den Händen halten. Ja, richtig, die Zukunft! Seitdem fühlt sich nämlich jedes andere Foldable falsch an, selbst das technisch bessere Galaxy Z Fold8 Ultra.
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Transparenzhinweis: Samsung hat die GameStar-Tech-Redaktion nach London eingeladen, um die neuen Galaxy-Produkte vorab zu sehen. Der Hersteller hat Flug und Unterkunft bezahlt, aber keine Einsicht in die Berichte vorab erhalten. Eine Verpflichtung, einen Bericht zu schreiben, gab es ebenfalls nicht.
Da ist er: der richtige Formfaktor für Falt-Handys
Also: Das Galaxy Z Fold8 ist kleiner, aber dafür breiter als jedes andere aktuelle Foldable. Das Außendisplay hat eine Größe von 5,5 Zoll und genaue Maße von 82 x 124 x 9,7 Millimetern.
Das Smartphone liegt damit überraschend kompakt und angenehm in der Hand. So angenehm, dass sich ein Kollege vor Ort auf dem Event diesen Formfaktor für ein normales Handy wünscht. »Das Falten können sie weglassen«.
Durch die Breite des Displays macht das Tippen zudem ordentlich Spaß. Die Tastatur hat schlicht eine Menge Platz.
Und in der Hosentasche? Mir fällt der breitere Formfaktor zumindest überhaupt nicht auf. Mehr noch: Das Gerät wirkt in der Tasche ebenfalls deutlich kompakter.
Aufgeklappt entfaltet sich das gesamte Ausmaß, denn Videos ergeben auf dem Gerät so richtig Sinn. Zwar muss man sich auch hier mit schwarzen Balken oben und unten zufriedengeben, dafür ist das Breitbild insgesamt jedoch größer.
Es ist das optimale Smartphone für den Videokonsum. Und das nicht nur auf dem großen Innendisplay, sondern auch auf dem kleinen Außendisplay. Hochkant-Videos wirken auf dem Gerät sehr stimmig, fast schon optimiert. Der Nachteil: Man möchte endlos scrollen.
Das Galaxy Z Fold8 ist stark auf Medienkonsum ausgelegt. Das merkt man, sobald das Gerät in der Hand liegt. (Bild: Patrick S. / GameStar Tech)
Aber zurück zum Innendisplay, denn ich bin noch nicht auf Multitasking zu sprechen gekommen. Hier wird es interessant, weil Samsung das Ultra-Modell als das perfekte Gerät hierfür vermarktet.
Ich bin anderer Meinung.
Wenn ich zwei Apps auf dem Z Fold8 nebeneinander öffne, wirkt es, als wären zwei Smartphones zusammengeklebt. Das gilt ebenfalls, wenn ich es in diesem Format drehe. Bei keinem anderen Falt-Handy habe ich derart das Verlangen, mit mehreren Apps gleichzeitig zu »arbeiten«.
Multitasking auf dem Galaxy Z Fold8 wirkt logisch und aufgeräumt, zwei Apps nebeneinander zu nutzen. (Bild: Patrick S. / GameStar Tech)
Das Seitenverhältnis passt einfach. Punkt. Das haben auch andere Kollegen vor Ort genauso empfunden.
Das eigentlich bessere Z Fold8 Ultra wirkt dagegen wie eine Evolutionsstufe, die es bis zum Z Fold8 gebraucht hatte – aber nun nicht mehr braucht.
Es fühlt sich falsch an, weil es vergleichsweise groß ist und sich weniger angenehm in der Hand anfühlt. Zudem bringt das Seitenverhältnis die zuvor erwähnten Kompromisse mit sich: Größere schwarze Balken beim Videokonsum und die Arbeit mit mehreren App-Fenstern erscheinen mir als deutlichen Rückschritt.
Einen Fortschritt machen beide Foldables aber in puncto Akku. Samsung verpasst seinen Smartphones endlich (!) Silizium-Kohlenstoff-Akkus! Während das Galaxy Z Fold8 Ultra auf 5.000 mAh kommt, sind es beim Fold8 4800 mAh.
Galaxy Fold8 Ultra vs. Fold8
| Spezifikation | Samsung Galaxy Z Fold8 | Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra |
|---|---|---|
| Außendisplay | 5,5", Dynamic AMOLED 2X, 1.972 x 1.248 Pixel | 6,5", 1.080 x 2.520 Pixel, Dynamic AMOLED 2X |
| Innendisplay | 7,6", 1.848 x 2.448 Pixel, 120 Hz | 8,0", 2.256 x 2.504 Pixel, 120 Hz |
| Prozessor | Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy | Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy |
| RAM / Speicher | 12 GB (256/512 GB) oder 16 GB (1 TB) | 12 GB (256/512 GB) oder 16 GB (1 TB) |
| Hauptkamera | 50 MP, f/1.8, OIS | 200 MP, f/1.7, OIS |
| Ultraweitwinkel | 50 MP, f/1.9 | 50 MP, f/1.9 |
| Telekamera | Kein Telezoom | 10 MP, f/2.4, 3x optischer Zoom |
| Frontkameras | 2x 10 MP, f/2.2 (Außen- und Innendisplay) | 2x 10 MP, f/2.2 (Außen- und Innendisplay) |
| Akku | 4.800 mAh | 5.000 mAh |
| Laden | 45 W kabelgebunden, Wireless Charging | 45 W kabelgebunden, Wireless Charging |
| Wasserschutz | IP48 | IP48 |
| Gewicht | 201 g | 215 g |
| Dicke (aufgeklappt) | 4,5 mm | 4,1 mm |
| Startpreis | ab 1.999 Euro | ab 2.199 Euro |
Die Software hat seinen Anteil daran
Samsungs erstes Foldable erschien 2019. In den darauffolgenden sieben Jahren hat der Hersteller ordentlich an der Software gefeilt. Das merkt man, denn alles funktioniert außerordentlich gut.
Wenn ich den Bildschirm aufklappe, wechselt die App nahtlos ins Breitbild. Das funktioniert auch umgekehrt. Genauso geschmeidig platziere ich zwei oder mehr Apps nebeneinander, ordne sie neu oder passe die Ansicht an.
Häufig genutzte App-Paare (etwa Browser plus Notizen) lassen sich als festes Symbol abspeichern und mit nur einem Klick direkt im Multitasking-Layout öffnen. Dreh- und Angelpunkt ist hierbei die Taskleiste, die mit Apps und App-Paaren gefüllt ist.
In Hinblick auf das iPhone Fold von Apple bin ich daher besonders gespannt, wie das Unternehmen iOS auf das Falt-Konzept abstimmt. Mit weniger als dem, was Samsung bietet, gebe ich mich nämlich nicht zufrieden.
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Ein Tablet für die Hosentasche: Samsung Galaxy TriFold im Hands-on
Es ist trotzdem ein Foldable
Ich sag's frei heraus: Ich bin in den Hype Train eingestiegen. Gleichzeitig klebt mir aber das Preisschild im Gedächtnis: 2.000 Euro. Autsch.
Da muss ich passen. Neben dem Preis gibt es auch die typischen Kompromisse.
Statt drei verbaut Samsung nur zwei Kameras. Die zweite ist eine Ultraweitwinkelkamera. Uns Journalistinnen und Journalisten wurde anhand eines Beispielbildes demonstriert, wie gut der digitale Zoom inzwischen funktioniert.
Auf dieser Demo sah das auch absolut in Ordnung aus. Trotzdem bleibe ich skeptisch. Im Alltag verwende ich eine Telelinse deutlich häufiger. Ein optischer Zoom wäre daher in meinen Augen wünschenswert.
Schließlich bleibt noch die Frage der Falte. Mir ist sie buchstäblich nicht aufgefallen. Beim Frühstück am nächsten Morgen habe ich mich mit einem anderen Kollegen darüber amüsiert, dass uns beiden der Falz völlig entgangen ist. Da war ja was!
Trotzdem: Das Falten wird mechanisch durch Bauteile ermöglicht, die sich abnutzen. So genial Samsung den Dreh mittlerweile auch raus haben mag, würde ich meine Hände nicht dafür ins Feuer legen, dass die Falte mit zunehmender Abnutzung nicht sichtbarer wird. Das muss ein Langzeittest zeigen.
Das heißt: Personen, die ohnehin eine Allergie gegen den Falz entwickelt haben, sollten vorsichtig optimistisch bleiben.
Fazit
Das Jahr 2026 wird mir schon jetzt im Gedächtnis bleiben. Dass ich noch einmal mit so viel Begeisterung über ein Falt-Smartphone schreiben würde, hätte ich nicht gedacht.
Endlich gibt es wieder etwas, das für Aufregung sorgt: »Schaut her! Hier passiert gerade was!«
Mir ist bewusst, dass diese Aussage Stirnrunzeln hervorrufen wird. Man muss das Teil eben in der Hand haben. Dann wird klar, wie groß die vermeintlich kleine Änderung des Formfaktors tatsächlich ist.
Samsung hat mich damit jedenfalls abgeholt. Aber gleichzeitig werden sie bisherige Skeptiker auch mit dem Fold8 nicht für sich gewinnen. Allen voran bleibt der Preis ein nicht enden wollendes Schreckensgespenst, das durch die Speicherkrise zunehmend befeuert wird.
Den doppelten Speicher zum Start gibt es nicht mehr, dafür aber sechs Monate Gemini Pro. Schade.
Wer trotzdem zugreift, hat das Geld und wird von dem Gerät definitiv nicht enttäuscht sein. Da bin ich mir sicher. Alle anderen warten lieber, bis das Smartphone drastisch günstiger wird, oder interessieren sich ohnehin nicht für Foldables.





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