Nvidia DLSS 3.0 nur für RTX 4000: Deshalb bleiben Besitzer älterer Grafikkarten außen vor

Die Ankündigung von DLSS 3.0 hat die Gemüter erhitzt, weil sie nur mit den neuen - und teuren - RTX-4000-Karten kompatibel ist. Ein hochrangiger Nvidia-Mitarbeiter hat sich nun zu dem Thema geäußert.

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Das hat sich Nvidia wohl anders vorgestellt: Gestern zeigte der Hersteller die brandneuen Ada-Lovelace-Grafikkarten aka RTX 4000 vor und stellte eine brachiale Performance-Steigerung in Aussicht. Zwei bis gar vier Mal so schnell solle die RTX 4090 im Vergleich zur RTX 3090 Ti sein, solche Zahlen warf man den GPU-Fans mit Präsentations-Folien um die Ohren.

Das Internet spricht aber gefühlt nur über zwei Dinge: den Preis und DLSS. Während unser Grafikkarten-Guru Alex seine Meinung zu den UVPs bereits unmissverständlich zu Papier gebracht hat, sind viele User auch aufgrund des frisch angekündigten DLSS 3.0 zornig.

Denn die oben beschriebenen Performance-Zuwächse wurden unter anderem auch durch das Zuschalten von DLSS3 erreicht. Und die kommende Version des KI-Upscalers erscheint exklusiv für RTX 4000. Wer eine ebenfalls noch pfeilschnelle RTX-3000-Karte besitzt, geht leer aus und profitiert nicht von den Verbesserungen der neuen Ausgabe.

Grund genug für uns, das Thema genauer zu beleuchten. Zunächst schauen wir, wie DLSS3 so einen großen Sprung bei der Spieleleistung erreichen kann, und im Anschluss widmen wir uns den Gründen, die im Hinblick auf die RTX-4000-Exklusivität von Nvidia ins Feld geführt werden. Einen ersten Vorgeschmack auf die neue Technik liefert euch der DLSS3-Trailer zu Cyberpunk 2077:

Cyberpunk 2077: Nvidias RTX 4000 macht Night City noch schöner 0:57 Cyberpunk 2077: Nvidias RTX 4000 macht Night City noch schöner

So funktioniert DLSS3 im Detail

DLSS (Deep Learning Super Sampling) hat seit seiner Einführung im Jahr 2019 eine große Entwicklung durchgemacht. Ursprünglich wurde das Bild von der Grafikkarte intern mit einer niedrigeren Auflösung berechnet und im Anschluss von einer trainierten KI wieder hochskaliert. Dafür analysierte der Algorithmus die Bildinformationen und versuchte, die fehlenden Pixel korrekt vorherzusagen.

Im Idealfall erkennt man so keinen Unterschied zur Bildausgabe ohne DLSS, profitiert dabei aber dank der geringen internen Auflösung von einer deutlich gesteigerten Performance. Dabei fällt das Leistungsplus größer aus, je höher eure native Auflösung ist - wer in 4K zockt, holt aus DLSS mehr heraus als wenn man noch bei FullHD verharrt.

DLSS3 geht nun noch einen großen Schritt weiter: Denn vereinfacht ausgedrückt sagt der KI-Algorithmus nun nicht mehr einzelne Pixel voraus, sondern komplette Frames. Dadurch wird die Grafikkarte laut Nvidias PR-Aussagen so stark entlastet, dass man sogar in vielen Fällen ans CPU-Limit stößt, ehe man die FPS-Grenze der Grafikkarte erreicht.

Die neue Schlüssel-Technologie hört auf den Namen Optical Multi Frame Generation. Die KI erstellt hierbei den ersten Frame noch traditionell auf Basis der bisherigen Funktionsweise. Beim nächsten Bild bedient man sich dann der zuvor gesammelten Informationen - primär Bewegungsdaten - und berechnet kurzerhand den kompletten Frame.

DLSS3 nutzt auf RTX-4000-GPUs auch die Bewegungsinformationen, um den nächsten Frame korrekt vorherzusehen. DLSS3 nutzt auf RTX-4000-GPUs auch die Bewegungsinformationen, um den nächsten Frame korrekt vorherzusehen.

Anschließend geht der Turnus wieder von vorne los. So verfügt der DLSS-Upscaler im Idealfall immer über alle notwendigen Informationen, um den nächsten Frame korrekt vorherzusagen. Dadurch soll selbst in anspruchsvollen wie Cyberpunk 2077 die 100-FPS-Marke geknackt werden, wie euch das obige Video zeigt.

So weit, so gut. Das Problem ist aber, wie eingangs schon erwähnt, die Exklusivität für die RTX-4000-Grafikkarten. Wenn ihr in den vergangenen zwei Jahren viel Geld für eine Karte der RTX-3000-Generation ausgegeben habt, schaut ihr dennoch schon jetzt in die Röhre, wenn es um dieses neue und offenbar sehr nützliche Feature geht. Das verärgert viele betroffene Nvidia-User.

So begründet Nvidia den Ausschluss älterer Grafikkarten

Vor allem auf Reddit wird angeregt über das Thema diskutiert. Oft wird der Vorwurf laut, dass Nvidia hier eine künstliche Limitierung vornehme und es keinen technischen Grund gebe, weshalb die RTX 3000er das neue DLSS3 nicht auch anwenden könnten.

Den soll es aber sehr wohl geben - sagt zumindest Nvidia. Der Konzern hat sich in Form von Bryan Catanzaro, seines Zeichens Vice President im Bereich Applied Deep Learning Research bei Nvidia, auf Twitter zu dem Thema geäußert.

Auf Nachfrage, warum DLSS3 nur auf RTX 4000 läuft, antwortet Catanzaro, dass die Technologie stark auf den sogenannten Optical Flow Accelerator setzt, einen zusätzlichen Beschleuniger also, der zwar schon bei früheren RTX-Generationen wie Ampere verbaut wurde, aber bei Ada Lovelace stark verbessert sein soll.

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Ein anderer User schlägt vor, DLSS3 dennoch für Turing- (RTX 2000) und Ampere-Grafikkarten (RTX 3000) verfügbar zu machen. Zwar sei die Leistung dann nicht so überragend wie bei den neuen RTX 4000-Modellen, aber es könne Spiele ja dennoch beschleunigen.

Doch dieses Argument führt Catanzaro kurzerhand selbst als Antwort an: In diesem Fall würden Kunden das Resultat von DLSS3 als träge und unansehnlich wahrnehmen, ohne dass die FPS davon profitieren würden.

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Diese Argumente überzeugen aber nicht alle restlos. Viele Reddit-User in dem oben verlinkten Thread bezweifeln nach wie vor, dass man die Technik nicht auch auf älteren Karten hätte lauffähig machen können. Oft wird auch vorgeschlagen, dass Nvidia den Usern doch einfach die Wahl überlassen solle, etwa durch einen Ein-/Aus-Schalter im Grafiktreiber.

Wir sind noch nicht durch mit dem Thema. Auf Seite 2 erfahrt ihr, was der ganze Wirbel denn nun konkret für eure bisherigen Grafikkarten bedeutet und welche Spiele schon bald DLSS3 unterstützen werden.

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