Wenn ihr euch heute für ein großes Tablet interessiert, müsst ihr nicht mehr zwingend zu dem teuren iPad Pro oder einem Samsung Galaxy Tab S9 Ultra greifen.
Inzwischen gibt es eine große Auswahl an Geräten, die größer als zwölf Zoll sind und weniger als 500 Euro kosten. Ich habe mir deswegen in den letzten Wochen drei von diesen Geräten genau angeschaut und stelle fest:
Wer ein gutes Tablet für Medien und Browsing sucht, kann getrost zu günstigen Modellen greifen.
Inhaltsverzeichnis
Redmi Pad Pro: Viel Tablet für wenig Geld
Das Redmi Pad Pro ist ein günstiges Tablet mit großer Bildschirmdiagonale aus dem Hause Xiaomi.
Verarbeitung und Design: Der Rahmen besteht aus einem gebürsteten Metall und macht einen sehr wertigen Eindruck. Die Kameralinsen auf der Rückseite sind ziemlich prominent, aber dennoch flach, weshalb das Tablet auch auf dem Tisch liegend bedient werden kann.
Das Display wird von Corning Gorilla Glass 3 geschützt, was gut gegen Kratzer, aber weniger gegen Stürze schützt. Zusätzlich fehlt ein IP-Rating. Das Redmi Pad Pro solltet ihr deswegen besser nicht zum Strand oder in die Badewanne mitnehmen.
Display: Die Bildschirmdiagonale beträgt 12,1 Zoll mit einer 2K-Auflösung, was in einer Pixeldichte von 249 ppi resultiert. Das ist kein Rekord, aber dennoch scharf genug, um selbst kleine Schriften problemlos lesen zu können.
Besonders bemerkenswert finde ich, dass Xiaomi das Tablet mit 120 Hertz ausgestattet hat, obwohl es so günstig ist. Auf ein OLED-Panel muss allerdings verzichtet werden.
Leistung und Speicher: Der verbaute Snapdragon 7s Gen2 sorgt dafür, dass es im Alltag nur selten zu Rucklern kommt. Es gibt Konfigurationen mit 8,0 GByte RAM, wobei mein Testgerät nur 6,0 GByte hatte. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, deswegen eingeschränkt gewesen zu sein.
Wenn ihr jedoch vorhabt, mit dem Tablet zu zeichnen, Fotos zu bearbeiten oder Videos zu schneiden, dann solltet ihr zu der Variante mit mehr Arbeitsspeicher greifen.
Der interne Speicher beträgt entweder 128 oder 256 GByte und kann mit einer microSD-Karte erweitert werden.
Akku und Laden: Einer der sprichwörtlich größten Vorteile von großen Tablets ist die lange Akkulaufzeit. Im Redmi Pad Pro steckt ein 10.000 mAh-Akku, den ich nur alle drei Tage aufladen musste. In diesen Tagen habe ich das Tablet jeden Abend nach der Arbeit verwendet.
Ist der Akku leer, kann er mit 33 Watt wieder aufgeladen werden. Das Ladegerät muss allerdings separat gekauft werden.
Bedienung und Accessoires: Auf dem Redmi Pad Pro ist HyperOS installiert, das auf Android 14 basiert. Überraschenderweise ist das Betriebssystem ziemlich gut an den großen Bildschirm angepasst.
Ich hatte selten das Gefühl ein überdimensioniertes Android-Handy zu verwenden. Das Betriebssystem hat mich eher an ChromeOS oder MacOS erinnert.
Das optional verfügbare Zubehör hat mir auch sehr gut gefallen. Der Stift ist besonders ergonomisch und leicht gewesen. Druckstufen wurden sehr zuverlässig beim Schreiben und Zeichnen umgesetzt und die Latenz war kaum spürbar.
Das Tastatur-Cover wird mit einem besonders starken Magneten fixiert, weshalb es möglich ist, das Tablet auf dem Schoß zu bedienen.
Lautsprecher: Das Redmi Pad Pro gibt den Sound über vier Lautsprecher ab, die sich an den kurzen Seiten befinden. Man muss beim Halten zwar aufpassen, dass man nicht zwei davon bedeckt, der Klang ist allerdings sehr gut.
Zum reinen Musikhören ist er zwar etwas zu dünn, aber für Videos, Podcasts und Serien reicht er vollkommen aus.
Preis-Leistung: Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei diesem Gerät ist ausgezeichnet. Es hat mich sehr beeindruckt, wie viel Technik der Hersteller in ein Tablet gepackt hat, das gerade einmal knapp über 200 Euro kostet.
Doogee T30 Max: Handschmeichler mit purem Android
Doogee ist ein chinesischer Hersteller Smartphones und Tablets. In erster Linie ist der Hersteller bekannt für seine robusten Outdoor-Geräte, aber er hat auch konventionelle Geräte in seinem Sortiment.
Dazu gehört das T30 Max.
Verarbeitung und Design: Das Doogee T30 Max ist ein echter Handschmeichler. Die Rückseite des Gerätes wird von einem weichen Kunstleder bedeckt, das für sehr guten Halt sorgt. Die anderen beiden Tablets in diesem Vergleich sind eher etwas rutschig.
Abgerundet wird das Gesamtpaket von einem Rahmen aus Metall. Es gibt aber keine Angabe dazu, ob es sich beim Displayglas um ein gehärtetes handelt. Auch eine IP-Zertifizierung fehlt.
Display: Doogee bewirbt das T30 Max mit einem 4K Display, dabei beträgt die eigentliche Bildschirmauflösung 2560 x 1600. Das ist immer noch sehr hoch, aber eben nicht 4K.
Die Pixel werden auf 12,4-Zoll Bildschirmdiagonale verteilt, was in einer Pixeldichte von 244 ppi resultiert. Auch hier findet ihr kein OLED, sondern ein IPS-Panel. Die Bildschirmwiederholrate liegt nur bei 60 Hertz.
Leistung: Das Tablet wird von einem Helio G99 angetrieben, der für die alltägliche Nutzung ausreicht, aber nicht vollständig kurze Ruckler eliminieren kann. Unterstützt wird er von 8,0 GByte RAM, der virtuell um 12,0 GByte erweitert werden kann.
Beim Zeichnen und Schreiben fällt der etwas langsame Prozessor stärker auf. Die Latenz ist spür- und sichtbar, was die Führung vom Stift etwas unnatürlich wirken lässt.
Akku und Laden: Der Akku vom Doogee T30 Max hat eine Kapazität von 10.800 mAh und ist somit sogar noch etwas größer als der des Redmi Pad Pro. In der Praxis ist der Unterschied allerdings vernachlässigbar.
Das T30 Max hält problemlos mehrere Tage durch, bevor es wieder mit 33 Watt aufgeladen werden muss. Das passende Ladegerät liegt bei.
Bedienung und Accessoires: Auf dem Doogee T30 Max ist Android 14 vorinstalliert, das glatt von den Pixel-Handys stammen könnte. Es sind bis auf eine Zeichnen-Notiz-App und WPS-Office keine Apps vorinstalliert, die nicht von Google stammen.
Das Betriebssystem ist sehr nahe an Stock-Android, was allerdings auch bedeutet, dass sich das Tablet anfühlt wie ein sehr großes Android-Handy.
Das Tablet kommt mit etwas Zubehör, das im Lieferumfang enthalten ist:
- Netzteil
- USB-C-Kabel
- Sim-Eject-Tool
- Schutzfolie (vorinstalliert)
- Folio-Case
Das Case hat allerdings nicht die beste Qualität, weshalb ihr das Gerät nur auf einer festen und verwacklungsfreien Oberfläche aufstellen könnt. Auch die Schutzfolie fand ich eher störend, weil dadurch das Glas nicht mehr glatt war. Also habe ich sie entfernt.
Als optionales Zubehör gibt es ein Tastatur-Case, das sich magnetisch und per Pogo-Pins mit dem Tablet verbinden kann und einen Stylus.
Besonders kurios ist das zweiteilige Design vom Tastatur-Case. Damit das Tablet stehen kann, wird auf der Rückseite ein magnetischer Kickstand angebracht. Auch der Stift kann daran geheftet werden.
Ich finde die Idee ziemlich originell, aber die Magneten sollten noch etwas stärker sein. Der Stift fällt leicht ab und auch der Kickstand kann leicht verrutschen.
Lautsprecher: Auch hier findet ihr vier verbaute Lautsprecher an den kurzen Seiten des Tablets. Der Sound ist zwar schön laut, aber sehr dünn. Bass ist kaum vorhanden.
Für das Anschauen von Videos und Podcasts sollte es ausreichen, aber ich würde dennoch empfehlen Lautsprecher oder Kopfhörer zu verbinden.
Preis-Leistung: Das Doogee T30 Max ist groß, hochwertig und ausdauernd. Mit einem Preis von 330 Euro ist es aber meiner Meinung nach zu teuer, vor allem, weil es zu wenig herausragende Alleinstellungsmerkmale gegenüber dem Redmi Pad Pro hat.
Man muss allerdings bedenken, dass beim Doogee-Tablet etwas Zubehör mitgeliefert wird, was bei anderen Geräten extra hinzugekauft werden muss.
Lenovo Tab P12 matte display: Als wäre der Bildschirm aufgedruckt
Das Lenovo P12 matte ist eines der interessantesten Android-Tablets, das ich bisher in den Händen halten durfte. Das liegt vor allem an seinem außergewöhnlichen Display: Es ist matt, was störende Reflexionen reduziert.
Verarbeitung und Design: Das Tablet besitzt ein Gehäuse aus glattem Metall und macht einen äußert hochwertigen Eindruck. Die Vorderseite wird von Corning Gorilla Glass 3 geschützt. Rein optisch gefällt mir das Lenovo Tab P12 am besten.
Display: Das ist der Star der Show. Das Lenovo Tab P12 gibt es in zwei verschiedenen Varianten. Ich habe die mit dem matten Display getestet und obwohl ich vorher skeptisch war, hat es mich voll überzeugen können.
Für Geräte, die ich überwiegend zu Hause verwende, präferiere ich für gewöhnlich ein spiegelndes Display für kräftigere Farben und stärkere Kontraste. Der matte Bildschirm des Lenovo Tablets hat mich eines Besseren belehrt.
Inhalte darauf sehen aus, als wären sie aufgedruckt, weshalb ich sehr gerne mit dem Tablet lese. Farben wirken allerdings wirklich nicht so brillant, wie ich es von gespiegelten Displays gewohnt bin.
Dennoch sehe ich die Vorteile eines matten Displays und jetzt wünschte ich, mehr Geräte hätten von Haus aus eins eingebaut.
Abseits davon hat der Bildschirm weitere Specs zu bieten, die sich nicht verstecken müssen:
- 12,7-Zoll-Bildschirmdiagonale
- 2944 x 1840 Pixel sorgen für eine scharfe Darstellung
- 96 Prozent DCI-P3-Farbraumabdeckung
Allerdings hat der Bildschirm nur eine maximale Helligkeit von 400 Nits, was gepaart mit der matten Oberfläche recht dunkel wirken kann. Auch eine höhere Bildschirmwiederholrate als 60 Hertz wären wünschenswert gewesen.
Leistung: Das Lenovo Tab P12 wird vom MediaTek Dimensitiy 7050 mit acht Kernen angetrieben. Dem stehen 8,0 GByte RAM zur Seite.
Im Alltag ist die Leistung schnell genug, um ruckelfreies Öffnen von Apps oder Scrollen durch Webseiten zu ermöglichen. Beim Schreiben und Zeichen macht sich jedoch eine recht starke Latenz bemerkbar. Für die Bildbearbeitung mit vielen Ebenen eignet es sich daher eher weniger.
Akku und Laden: Auch das Lenovo Tab P12 hat einen großen Akku mit 10.200 mAh, der mit 30 Watt schnell aufgeladen werden kann.
Die Akkulaufzeit ist etwa auf demselben Niveau wie bei den anderen beiden Tablets. Das heißt, ich musste es nur alle zwei bis drei Tage wieder aufladen, bei gewöhnlicher Nutzung jeden Abend.
Bedienung und Accessoires: Auf meinem Testgerät war Android 14 vorinstalliert, das zum Teil an die Displaygröße angepasst wurde. Der App-Drawer ist etwas kleiner und somit leichter erreichbar und auch die PIN-Eingabe ist so positioniert, damit man leicht mit dem Daumen herankommt.
Beim Lenovo Tab P12 matte display war der Stylus im Lieferumfang enthalten und musste nicht extra hinzugekauft werden. Er kann mit einem ziemlich starken Magneten auf der Rückseite befestigt werden, was ich sehr praktisch finde.
Das Schreiben auf dem matten Display fühlt sich etwas texturierter und papierähnlicher an als bei anderen Tablets und hat mir gut gefallen. Aber das Gesamterlebnis wurde etwas getrübt, weil die Eingabelatenz ziemlich auffällig ist.
Es gibt auch eine optional verfügbare Tastatur, die ich allerdings nicht getestet habe.
Lautsprecher: Die vier Lautsprecher wurden in Zusammenarbeit mit JBL entwickelt und sind schön laut und klar. Es fehlt allerdings wie bei den anderen Geräten an Tiefe. Insgesamt war die Qualität dennoch am besten.
Preis-Leistung: Das Lenovo P12 matte display ist mit 420 Euro das teuerste Gerät in diesem Vergleich. Ihr müsst allerdings bedenken, dass der Stift nicht extra gekauft werden muss und das matte Display ein Merkmal ist, das noch nicht häufig am Markt vertreten ist.
Das Gesamtpaket macht einen sehr guten Eindruck, weshalb ich den Preis für fair halte.
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Mein Fazit
Von allen Geräten hat mir persönlich das Lenovo P12 matte display am besten gefallen, jedoch gewinnt es dieses Rennen trotzdem nicht.
Wenn ihr aktuell auf der Suche nach einem großen Tablet seid, dann ist das Redmi Pad Pro in puncto Preis-Leistung aktuell unschlagbar. Daher landet es für mich in diesem Vergleichstest ganz oben auf dem Podest.
Es hat performante Hardware verbaut, ein großes Display mit 120 Hertz, einen großen Akku und dazu noch das kleinste Preisschild der drei. Auch das optional verfügbare Zubehör kann überzeugen.
Das Lenovo P12 matte display ist ebenfalls eine hervorragende Wahl mit einem außergewöhnlichen Bildschirm und inkludiertem Stylus. Wenn ihr bereit seit, etwas mehr Geld auszugeben, macht ihr mit dem Gerät nichts falsch.
Das Doogee T30 Max befindet sich in einer ungünstigen Mitte zwischen den beiden. Es ist ein sehr gutes Gerät mit Stock-Android, das besonders gut in der Hand liegt und mit Netzteil und Case geliefert kommt.
Es fehlen ihm allerdings schlagfertige Alleinstellungsmerkmale, um eine Empfehlung über dem Redmi Pad Pro zu erhalten.
Habt ihr Fragen zu einem der Geräte? Stellt sie mir gerne in den Kommentaren!



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