E-Autos nutzen ihre mechanischen Bremsen im Alltag seltener als Verbrenner. Grund dafür ist die Rekuperation, die Energie spart und den Verschleiß reduziert. Bei ihr übernimmt der Elektromotor einen großen Teil des Bremsens – und gewinnt dadurch einen Teil der Energie zurück.
Wer vorausschauend fährt und sein E-Auto möglichst effizient nutzt, will aus eben dieser Rekuperation so viel wie möglich herausholen. Klingt gut, ist es auch – und kann am Ende trotzdem schaden.
Denn wer aufgrund der Rekuperation weitgehend auf die mechanische Bremse verzichtet, steuert geradewegs auf ein oft übersehenes Problem zu: frühzeitige Rostbildung.
Warum E-Autos ihre mechanischen Bremsen seltener brauchen
Nehmt ihr in einem E-Auto den Fuß vom Fahrpedal, wird das Fahrzeug je nach Modell und Einstellung bereits deutlich langsamer. Dabei arbeitet der Elektromotor als Generator: Er wandelt einen Teil der Bewegungsenergie in Strom um und speist ihn zurück in die Batterie.
Auch wenn ihr das Bremspedal betätigt, greifen bei vielen E-Autos nicht sofort die klassischen Bremsen. Zunächst übernimmt häufig weiterhin der Elektromotor einen großen Teil der Verzögerung.
1:38
Wie fit ist der Akku von einem 9 Jahre alten E-Auto?
Thomas Djuren, Geschäftsführer und COO von Kia Deutschland, erklärt: Beim Betätigen des Bremspedals wird bis zu einem bestimmten Punkt nur rekuperiert. Erst bei einer sehr starken Bremsung müssen auch die klassischen Bremsen unterstützen.
Für den Energieverbrauch und den Verschleiß ist das grundsätzlich ein Vorteil. Bremsscheiben und Bremsbeläge werden weniger beansprucht und können länger halten. Genau diese geringe Nutzung kann jedoch ein neues Problem verursachen.
Was passiert, wenn die Bremsen zu selten arbeiten?
Bremsscheiben bestehen in der Regel aus Metall und sind Feuchtigkeit, Schmutz und im Winter auch Streusalz ausgesetzt. Eine dünne Rostschicht kann sich deshalb bereits nach kurzer Standzeit oder bei feuchtem Wetter bilden.
Bei regelmäßig genutzten Bremsen wird leichter Oberflächenrost meist wieder abgetragen. Die Bremsbeläge drücken gegen die Scheiben und reinigen deren Oberfläche bei jedem kräftigeren Bremsvorgang ein Stück weit.
Bei E-Autos besteht allerdings die Gefahr, dass genau dieses Abreiben nicht passiert. Stattdessen setzen sich Rost und Ablagerungen fest.
Das kann sich durch Schleifgeräusche, Vibrationen oder eine ungleichmäßige Bremswirkung bemerkbar machen. Im ungünstigsten Fall müssen die Bremsscheiben ersetzt werden, obwohl die Bremsbeläge selbst noch wenig verschlissen sind.
Die Bremse wird dann nicht zum Problem, weil sie zu häufig benutzt wurde, sondern weil sie zu selten zum Einsatz kam.
Besonders im Winter kann Rost schneller entstehen
Feuchtigkeit und Streusalz setzen Bremsscheiben im Winter zusätzlich stärker zu. Gleichzeitig fahren viele Menschen bei Schnee, Nässe oder Glätte besonders vorsichtig und verzögern möglichst sanft. Dadurch übernehmen Rekuperation und Elektromotor einen noch größeren Teil der Bremsarbeit. Die mechanischen Bremsen werden entsprechend noch seltener genutzt.
Auch E-Autos, die nur gelegentlich bewegt werden oder längere Zeit stehen, können stärker betroffen sein. Nach einer feuchten Nacht ist eine dünne Rostschicht auf den Scheiben zwar noch kein Grund zur Sorge. Verschwindet sie jedoch auch nach mehreren Fahrten nicht, sollte die Bremsanlage überprüft werden.
So nutzt ihr die mechanischen Bremsen richtig
Bitte nehmt diesen Artikel nicht zum Anlass, bei nächster Gelegenheit unnötig stark oder riskant abzubremsen. Die mechanischen Bremsen sollten lediglich regelmäßig bewusst zum Einsatz kommen.
Dafür könnt ihr bei geeigneter Gelegenheit kontrolliert etwas kräftiger abbremsen, etwa auf einer freien und gut einsehbaren Strecke. Wichtig ist, dass ausreichend Abstand besteht und ihr weder euch noch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet.
Allerdings funktioniert das nicht bei jedem E-Auto gleich. Selbst beim Druck auf das Bremspedal kann das Fahrzeug zunächst weiter rekuperieren, ohne dass die mechanischen Bremsen stark eingreifen. Bei manchen Modellen lässt sich die Stärke der Rekuperation sogar reduzieren. Andere verfügen über spezielle Brems- oder Reinigungsprogramme.
Im Zweifel findet ihr im Handbuch eures Automodells weitere Hinweise darauf, wie ihr die mechanische Bremse sicher und zuverlässig auslösen könnt.
Rekuperation macht E-Autos effizienter, gewinnt Energie zurück und verringert den Verschleiß der Bremsbeläge. Sie ersetzt die klassische Bremse aber nicht vollständig. Wer die mechanische Bremse dauerhaft schont, tut seinem Auto deshalb nicht automatisch etwas Gutes.
Statt möglichst nie zu bremsen, solltet ihr dafür sorgen, dass auch Bremsscheiben und Bremsbeläge regelmäßig arbeiten. So bleiben die Scheiben möglichst frei von Rost und die Bremsanlage funktioniert zuverlässig, wenn ihr sie wirklich braucht.
![Mobile Wallbox [1-Phasig]](https://images-toolbox.webediagaming.de/wp-content/uploads/2026/04/Widget-Wallbox-7kw.jpg)
![Mobile Wallbox [3-Phasig]](https://images-toolbox.webediagaming.de/wp-content/uploads/2026/04/Widget-Wallbox-11kw.jpg)
![Mobile Wallbox [3-Phasig]](https://images-toolbox.webediagaming.de/wp-content/uploads/2026/04/Widget-Wallbox-22kw.jpg)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.