Intels Ex-Chef Gelsinger räumt ein: Bei Intel hat er Grafikkarten und Nvidia zu lange unterschätzt

Pat Gelsinger blickt zurück: Zur Hochphase von Intels CPU-Dominanz habe der Konzern Nvidias Grafikkarten als reines Gamer-Spielzeug abgetan – bis CUDA alles änderte.

Ex-Intel-CEO Gelsinger räumt ein, wie sehr Intel Nvidias GPU-Strategie unterschätzt hat (Bildquelle: Wikimedia Commons, Nvidia) Ex-Intel-CEO Gelsinger räumt ein, wie sehr Intel Nvidias GPU-Strategie unterschätzt hat (Bildquelle: Wikimedia Commons, Nvidia)

Nach seinem Rücktritt als Intel-CEO hat Pat Gelsinger eine neue Aufgabe als Partner der Risikokapitalgesellschaft »Playground Global« angenommen, die sich unter anderem an Start-ups im Bereich der Quantencomputer beteiligt.

Seitdem hat der ehemalige Intel-Chef auch genügend Zeit, in manchen Podcasts aufzutreten. Im All-In-Podcast sprach Gelsinger dabei ungewohnt offen über eine Fehleinschätzung. Im Zentrum: Nvidia und dessen Aufstieg vom Anbieter für Grafikkarten zum wichtigsten Namen der KI-Branche.

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Gelsinger: »Wir haben über Nvidias Grafikmaschinen nur gelacht«

In der Hochphase von Intels CPU-Dominanz sei Nvidia im eigenen Haus nicht ernst genommen worden, so Gelsinger im Podcast. Jensen Huangs Fokus auf leistungsstarke Rechenmaschinen habe man bei Intel als bloße Grafikhardware für Spieler und nicht als ernstzunehmende Konkurrenz in Hochleistungsrechnern abgetan.

  • Erst als Nvidia mit CUDA einen eigenen Software-Stack aufbaute und Technologien wie SIMT (Single Instruction, Multiple Threads – dabei handelt es sich um eine Architektur, die viele parallele Rechenfäden gleichzeitig verarbeitet) etablierte, habe sich das Bild gewandelt.
  • Gelsinger zieht dabei einen Vergleich zu Steve Jobs: Huangs schrittweiser, geduldiger Aufbau habe etwas von dessen Herangehensweise gehabt – immer ein Stück besser, nie mit einem großen Sprung.

Apropos Jobs: Über ihn sprach Gelsinger im selben Podcast ebenfalls und erklärte, dieser war »unglaublich« und »gnadenlos« – die wahre Stärke lag aber woanders.


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Den eigentlichen Umbruch schreibt Gelsinger aber nicht Nvidia selbst zu, sondern japanischen HPC-Forschern (High Performance Computing), die als Erste auf die Idee gekommen seien, Grafikkarten für wissenschaftliche Berechnungen zweckzuentfremden.

Aus dieser Nische habe sich in der Folge der heutige KI-Boom entwickelt, in dem Nvidia die zentrale Rolle als Hardware-Lieferant einnimmt – mit all seinen bekannten Konsequenzen.


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