Selbst als reichster Mensch der Welt war sich Bill Gates sicher: »Ein Fehler, und ich bin am Ende«

Bis in die Neunziger hatte Bill Gates Zweifel, dass Microsoft Bestand haben würde – selbst, als er bereits der reichste Mensch der Welt war. Ein Ereignis hat das geändert.

Bill Gates war lange der reichste Mensch der Welt – und bis ins Jahr 2000 der Chef von Microsoft. (Quelle: Gates Foundation) Bill Gates war lange der reichste Mensch der Welt – und bis ins Jahr 2000 der Chef von Microsoft. (Quelle: Gates Foundation)

Am 04. April wird Microsoft 50 Jahre alt. Natürlich will man das als Unternehmen feiern und auf die vergangenen Jahrzehnte zurückschauen. Unter anderem macht das Firmengründer Bill Gates, indem er diese Woche seine Memoiren unter dem Titel Source Code veröffentlicht hat.

Darin geht der Milliardär darauf ein, wie unsicher er war, dass seine Firma längerfristig Erfolg haben würde.

Selbst als Milliardär war Gates nicht überzeugt

Gegenüber CNBC Make It verrät Gates: Ich würde sagen, dass ich bis 1998 oder so nicht von unserem Erfolg überzeugt war. Zu diesem Zeitpunkt war Microsoft bereits seit 11 Jahren an der Börse, mit einer Bewertung von 250 Milliarden US-Dollar das wertvollste Unternehmen und er selbst der jüngste Milliardär aller Zeiten.

Um seine damalige Unsicherheit klarzumachen, wird Gates sogar noch drastischer in seiner Wortwahl: Bis in die späten Neunziger hatte ich nicht das Gefühl: Wow, wir können ein paar Fehler machen und sind dann immer noch OK. Ich dachte damals, nur ein Fehler, und ich bin am Ende. Das war einfach meine Mentalität.

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Was sich in den Neunzigern änderte

Für Bill Gates gab es eine eindeutige Veränderung, die ihn an den längerfristigen Erfolg von Microsoft glauben ließ: In den Neunzigern begann eine Untersuchung der US-Handelsaufsicht.

Der Vorwurf: Microsoft würde seine Monopol-Stellung auf dem PC-Markt illegal ausnutzen, indem es weitere Produkte, vor allem den Internet Explorer, mit Windows bündele. Zwischenzeitlich stand sogar die Zerschlagung von Microsoft aufgrund des Monopols im Raum – heute wissen wir, dass es am Ende anders kam.

Wie Gates heute sagt, war für ihn ab dem Monopol-Prozess klar: Wir sind in einer ziemlich guten Position und ich verstehe, warum meine Mitbewerber so eifersüchtig sind, dass sie denken, sie bräuchten das Justizministerium, um ihnen auszuhelfen.

Bill Gates: Leben nach Microsoft

Bis ins Jahr 2000 war Gates als CEO von Microsoft tätig, wurde dann Chefentwickler und gab den früheren Posten an seinen Nachfolger Steve Ballmer ab. 2008 beschloss er, sich vollständig aus dem Tagesgeschäft von Microsoft zurückzuziehen, um sich ganz der von ihm und seiner Ex-Frau Melinda Gates gegründeten, wohltätigen Stiftung widmen zu können.

Für seine Arbeit mit der Foundation hat er eine Reihe von Auszeichnungen erhalten, darunter die von Barack Obama verliehene Presidential Medal of Freedom. Gleichzeitig steht Gates auch in der Kritik, etwa für seine vielen Privatjet-Flüge, die in starkem Kontrast zu seinem Engagement gegen die Klimakrise stehen – laut Gates ein Guilty Pleasure.

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