Ein Jahr lang kalt duschen: Wie viel Geld habe ich gespart und wie schlimm war es?

Der Start meines kleinen Selbstversuchs ist mittlerweile etwa ein Jahr her. Mein Fazit nach zwölf Monaten.

Kalt zu duschen viel mir leichter, als ich anfangs gedacht hätte. (Bild: rupbilder - stock.adobe.com) Kalt zu duschen viel mir leichter, als ich anfangs gedacht hätte. (Bild: rupbilder - stock.adobe.com)

Wir alle haben die gestiegenen Lebenshaltungs- und Energiekosten zu spüren bekommen. Kalt statt warm zu duschen kann dabei zwar nur ein kleiner Beitrag zur Entlastung sein, ich war Ende 2022 aber dennoch neugierig darauf, es auszuprobieren.

Ein Jahr später dusche ich immer noch kalt. Was das für meinen Geldbeutel und für meinen Alltag bedeutet, verrate ich euch in diesem kurzen Fazit.

Mir geht es dabei nicht darum, dass ihr auch kalt duschen solltet. Stattdessen will ich euch lediglich meine eigenen Erfahrungen schildern, in der Hoffnung, dass ihr sie zumindest interessant findet und gerne gelesen habt.

Ein anderer interessanter Energiefaktor in Haushalten ist der Standby-Stromverbrauch an unseren Steckdosen. Wie hoch er bei mir daheim ausfällt, habe ich mir ebenfalls schon näher angesehen:

Die knifflige Preisfrage

Kalt zu duschen verbraucht weniger Energie als warm zu duschen. So weit, so logisch. Was die Energieersparnis aber genau für den eigenen Geldbeutel heißt, hängt von vielen verschieden Faktoren ab.

Dazu zählt der Weg, über den warmes Wasser bei euch daheim zur Verfügung gestellt wird, der Preis für die Bereitstellung, die genaue Art der Berechnung, und zu guter Letzt, wie warm und wie lange ihr duscht. Betrachtet meine eigenen Ergebnisse also nur als einen groben Anhaltspunkt.

Eine völlig eindeutige Summe lässt sich auch aufgrund mehrerer Preisänderungen bei meinem Anbieter im letzten Jahr nur schwer berechnen. Hinzu kommt der Umstand der schwankenden Grundtemperatur des Wassers im Jahresverlauf. Wohin die Reise ungefähr geht, ist aber dennoch ziemlich klar:

Meine Ersparnis dürfte sich im mittleren zweistelligen Bereich von etwa 50 bis 70 Euro bewegen.

Andere Möglichkeiten, beim Duschen zu sparen: Seltener duschen, oder einen smarten Duschkopf verwenden. Das Exemplar auf dem folgenden Bild hat Alana bereits ausprobiert, mehr dazu erfahrt ihr im Artikel Ich dusche jeden Tag viel zu lange - dieses smarte Gadget hat das geändert.

Wie kommt meine Ersparnis zustande?

Um bei mir im Haus das Wasser zu erwärmen, wird Erdgas genutzt. Während ich früher etwa zehn Minuten warm geduscht habe, sind es jetzt circa fünf Minuten kaltes Duschen. Die Wassertemperatur habe ich dabei von etwas mehr als 30 Grad auf ungefähr 17 bis 18 Grad reduziert.

Das bedeutet auf meinem Gaszähler pro Duschgang eine Ersparnis von etwa 0,14 m³ beziehungsweise knapp 50 m³ im Jahr, da ich täglich dusche.

Kombiniert mit dem so genannten Brennwert und der Zustandszahl des Gases hier vor Ort ergibt das den Verbrauch in Kilowattstunden (m³ x Brennwert x Zustandszahl = kWh). Warm zu duschen bedeutet bei mir demnach ungefähr einen Mehrverbrauch von knapp 550 kWh im Jahr.

Um die Berechnung möglichst simpel zu halten, nutze ich als Basis den Wert von 12 Cent pro kWh der erst kürzlich von der Bundesregierung verlängerten Gaspreisbremse, die zumindest für 80 Prozent des eigenen Verbrauchs gilt. Die so errechnete Ersparnis beträgt demnach ungefähr 66 Euro.

Die seit März 2023 geltenden Begrenzungen für Strom- und Gaspreise wurden bis Ende April 2024 verlängert. Die seit März 2023 geltenden Begrenzungen für Strom- und Gaspreise wurden bis Ende April 2024 verlängert.

Kalt Duschen spart nicht nur Energie und Geld

Neben dem Faktor der persönlichen Ersparnis kann man auch (beziehungsweise stattdessen) den Blick auf das große Ganze als wichtig erachten. Schließlich läppert es sich, wenn viele Einzelpersonen ein bisschen sparen.

Ich kann aber genau so gut verstehen, wenn man das recht geringe Sparpotenzial nicht als hoch genug erachtet, um den Komfort einer warmen Dusche im Alltag für sich aufzugeben. Denn diesen Komfort vermisse ich zugegebenermaßen etwas.

Auf der anderen Seite liebe ich es inzwischen aber, wie erfrischend eine kalte Dusche am Morgen ist. Und gesundheitlich spricht meines Wissens mehr für kaltes als für warmes Duschen (beziehungsweise vor allem etwas gegen zu heißes Duschen).

Ja, im ersten Moment bedeutet das kalte Wasser auch nach einem Jahr noch eine kleine Überwindung. Das hat sich aber in wenigen Sekunden erledigt und danach genieße ich die kalte Dusche jeden Tag.

Im folgenden Artikel spielt Wasser aus einem ganz anderen Blickwinkel eine zentrale Rolle, was ich ebenfalls sehr interessant finde (und das Ergebnis überraschend):

Welches Getränk spendet am meisten Flüssigkeit? Wasser nicht einmal auf dem Siegertreppchen

Wie haltet ihr es mit dem Duschen? So heiß wie möglich, warmes Wasser reicht oder doch lieber kalt? Duscht ihr jeden Tag oder genügt euch eine niedrigere Frequenz? Und gibt es andere Bereiche eures Alltags, in denen ihr über mögliche Einsparungen nachdenkt oder die ihr in der letzten Zeit aufgrund vieler steigender Preise umgesetzt habt? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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