Ich dusche wirklich gerne warm. Und ich dusche wirklich gerne lang. Dass beides im Sinne der Nachhaltigkeit nicht die beste Idee ist - schon klar. Prinzipiell bin ich ja auch bereit für Veränderung. Aber wenn mir das heiße Wasser über die Schultern rinnt, dann verliere ich irgendwie immer ein Gefühl für die Zeit. Und ans Kälterstellen denke ich auch nicht mehr.
Zeit also für ein technisches Helferlein, dass mich an meine guten Vorsätze erinnert, wenn es mir am schwersten fällt: einen smarten Duschkopf.
Der soll mir anzeigen, wie heiß und wie lange ich dusche und wie nachhaltig das Ganze ist. Dabei kommt er - mein Lebenserhaltungstrieb freut sich - trotz Beleuchtung und Display ohne Akku oder Stromstecker aus.
Smarter Duschkopf: Was ist das?
Das von mir gekaufte Modell ist der Hansa ActiveJet - ein einstrahliges Markenwunderwerk, das sich seine Features ordentlich was kosten lässt. Knappe 140 Euro habe ich dafür auf den Tisch gelegt.
Dafür bekomme ich natürlich einen Duschkopf, aber das war es noch nicht. Denn der ActiveJet zeigt mir auch an, wie viel Wasser und Energie ich bereits verbraucht habe, wie heiß das Duschwasser ist und ob ich nicht langsam mal ans Aufhören denken sollte. Und wie es sich für ein smartes Haushaltsgerät gehört, kann man ihn optional auch per Bluetooth mit einer App verbinden.
Laut Hersteller Hansa spart man dadurch beim Duschen bis zu 22 Prozent Wasser und Energie - bei mehreren Dutzend Litern am Tag keine Kleinigkeit. Gleichzeitig versorgt sich der Duschkopf selbst mit Strom, den er aus dem durchlaufenden Wasser gewinnt.
Klingt alles erstmal nach ordentlich Hightech für so einen alltäglichen Gegenstand. Ich lasse mich gerne begeistern - aber nur, wenn der Duschkopf etwas taugt und ich damit tatsächlich auch Energie und Wasser spare.
Um das zu überprüfen, habe ich den smarten Duschkopf jetzt seit etwa zwei Wochen im Einsatz und damit genug Routine, um ein erstes Fazit zu ziehen.
Lohnt sich der ActiveJet finanziell?
Um das zu errechnen, habe ich eine Reihe von Annahmen getroffen: eine durchschnittliche Duschzeit von 10 Minuten, ein Warmwasser-Preis von 0,9 Cent pro Liter und ein Wasserdurchfluss von 12 Litern pro Minute.
Außerdem habe ich die Worte von Hansa einmal für bare Münze genommen und mit einer tatsächlichen Warmwasser-Ersparnis beim Duschen von 22 Prozent gerechnet. Für einen herkömmlichen Duschkopf habe ich einen Einkaufspreis von 20 Euro berechnet.
Duschkosten pro Jahr: 365 Tage * 10 Minuten * 12 Liter * 0,9 Cent = 394,20 Euro
Ersparnis durch ActiveJet: 392,20 Euro * 0,22 = 86,72 Euro / Jahr
Dauer bis zur Amortisation: (140 Euro - 20 Euro) / 86,72 Euro = 1,38 Jahre (ca. 17 Monate)
Der teure Duschkopf hat sich also nach etwas mehr als einem Jahr selbst bezahlt - allerdings nur, wenn ihr auch tatsächlich 22 Prozent weniger Wasser verbraucht. Habt ihr beim Duschen bereits die nötige Selbstdisziplin, fällt die Rechnung für euch vermutlich weniger positiv aus.
Hansa ActiveJet: Einrichtung und App
Montiert ist der Duschkopf dank Standardarmatur super simpel: Alte Brause abgedreht, neue Brause aufgedreht, fertig. Die App finde ich schnell per mitgeliefertem QR-Code.
Die will dann auch gleich, dass ich mich registriere. Na gut, erstelle ich eben einen Account für meinen Duschkopf. Danach geleitet mich die App aber immerhin auch nutzerfreundlich durch die Einrichtung.
In der App bekomme ich eine Reihe von Statistiken angezeigt und kann mich mit der Community vergleichen. Außerdem kann ich selbst einstellen, ab welchen Wasserwerten sich die Beleuchtung des Duschkopfes verfärben soll.
Ich bin ganz ehrlich: Mich unter ein elektronisches Duschgerät mit Display und Bluetooth zu stellen, hat bei mir erst für etwas Magengrummeln gesorgt. Aber Hansa ist bereits seit Jahren ein fester Name im Sanitärbereich und das Gerät erfüllt entsprechende EU-Vorschriften. Obendrein ist die Brause IP-X7-zertifiziert und damit wasserdicht.
Hansa ActiveJet: Duscht der auch was?
Vor der Kür kommt die Pflicht: Der smarte Duschkopf muss sich mir gegenüber erstmal als gewöhnliche Brause beweisen. Also: Wie angenehm duscht man mit dem ActiveJet? Ich finde: ziemlich ordentlich.
Große Einstellmöglichkeiten hat man bei dem Duschkopf allerdings nicht. Denn verschiedene Sprühmodi wie Regendusche oder Massagemodus sucht man vergeblich. Mich stört das wenig, denn bei meinem alten Duschkopf habe ich die eh nicht wirklich verwendet.
Abseits davon hat das Wasser beim Duschen den richtigen Wasserdruck und sprüht breit gefächert, sodass auch die Schultern beim Duschen nicht kalt werden.
Beim Verbrauch gibt es durchaus sparsamere Modelle als den ActiveJet. Aber der Duschkopf soll das ja auch durch eine kürzere Duschzeit ausgleichen.
Hansa ActiveJet: Sinnvolles Smart-Home-Gadget?
Fehlt noch das Herzstück des ActiveJets: die smarten Elemente. Bringen die wirklich was?
Mir persönlich auf jeden Fall. Denn zum einen erinnert mich die Beleuchtung beim Duschen immer wieder daran, dass ich ja eigentlich nicht mehr so lange unter dem Wasser stehen wollte. Und sobald das Licht (standardmäßig nach 50 Litern) auf Rot wechselt, löst das bei mir sogar eine direkte Handlung aus: Noch ein letztes Mal abbrausen und dann raus aus der Dusche.
Das Display hilft mir nach dem Duschen dabei, ein Gefühl für den Verbrauch zu bekommen. Verbrauchte Wassermenge und Energie rechne ich ungewollt automatisch im Kopf in Euro um. Und wenn mir dann auffällt, dass ich mir von dem Geld auch einen Kaffee beim Bäcker hätte kaufen können, dann legt das schon einen Schalter um.
Übrigens: Das letzte Mal, als ich mir einen eigentlich zu teuren Alltagsgegenstand zugelegt habe, hatte das einen ganz ähnlichen Effekt:
Fazit der Redakteurin
Alana Friedrichs: Mich hat der smarte Duschkopf tatsächlich positiv überrascht. Ein so einfaches Gadget hat mir ein besseres Gefühl für meinen Wasserverbrauch gegeben und sorgt dafür, dass ich bewusster dusche. Wie viel ich tatsächlich durch den Duschkopfwechsel einspare, kann ich aufgrund fehlender Messwerte leider nicht genau beziffern. Es fühlt sich aber zumindest so an, als würde ich dabei substanziell sparen.
Bleibt noch zu klären, ob so ein Duschkopf vielleicht auch etwas für euch wäre. Wenn ihr keinen neuen Duschkopf braucht, würde ich davon abraten. Alle Nachhaltigkeit geht durch den Herstellungsprozess des Gegenstandes flöten. Wenn ihr aber auf der Suche nach einem neuen Duschkopf seid, kann sich der ActiveJet lohnen - solange ihr sowieso vorhattet, etwas mehr für ein ordentliches Modell auszugeben.
Denn mit 140 Euro ist der Duschkopf nicht günstig - und den Aufpreis arbeitet er finanziell nur dann wieder rein, wenn ihr durch ihn euer Verhalten ändert.
Und, was meint ihr? Habe ich mit dem ActiveJet mein Geld unnötig zum Fenster rausgeworfen? Oder ist der smarte Duschkopf tatsächlich eine sinnvolle Investition? Würde euch so ein Smart-Home-Gerät ins Bad kommen? Oder darf eure Dusche gerne weiter analog bleiben? Womit spart ihr im Alltag effektiv Wasser? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

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