Die Schweiz hat die weltweit erste Eisenbahn-Solaranlage installiert: Ein Jahr später ist sie so ein Erfolg, dass Nachbarn bereits danach fragen

Ein Start-up aus der Schweiz will Bahnstrecken zur Stromerzeugung nutzen und hat damit Erfolg.

Ein Pilotprojekt aus der Schweiz könnte ungenutzte Flächen für erneuerbare Energien erschließen. (Bild: Wikipedia | Adobe Stock – Jess Rodriguez) Ein Pilotprojekt aus der Schweiz könnte ungenutzte Flächen für erneuerbare Energien erschließen. (Bild: Wikipedia | Adobe Stock – Jess Rodriguez)

Der Ausbau von erneuerbaren Energien wird immer wieder auch durch die Frage beeinflusst, wo Windräder und Solarparks überhaupt gebaut werden dürfen.

Ein spannendes Projekt aus der Schweiz könnte in dieser Hinsicht ein echter Gamechanger werden.

Solarpanels zwischen Bahngleisen

Das Projekt stammt vom Start-up Sun-ways aus der Schweiz. Vor etwa einem Jahr wurden dabei testweise Solarpanels auf einer 100 Meter langen Strecke der öffentlichen Verkehrsgesellschaft transN direkt zwischen den Gleisen verlegt.

Die Panels wurden dabei so konstruiert, dass sie schnell entfernt werden können, wenn etwa Gleisarbeiten durchgeführt werden müssen. Die flache Positionierung zwischen den Schienen ist zwar nicht ideal, dafür dürfte es kaum Widerstand aus der Bevölkerung geben, weil die Bahnstrecken ja schon verlegt sind.

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Theoretisch ließen sich so weltweit tausende Kilometer an Bahnschienen zur Stromerzeugung nutzen. Nach einem Jahr zieht Sun-ways gegenüber Swissinfo ein positives Zwischenfazit. Joseph Scuderi, der Gründer des Start-ups, wird dabei folgendermaßen zitiert:

»Wir haben unsere Ziele erreicht – sowohl in Bezug auf die Bahnsicherheit als auch auf die Stromproduktion.«

Mehr als 11.000 Züge seien bisher über die Solarpanels gefahren. Probleme hätte es dabei überhaupt keine gegeben. Der ständige Zugverkehr habe zudem dafür gesorgt, dass die Panels überhaupt nicht gereinigt werden müssen, der Fahrtwind reiche dafür vollständig aus.

In einem Jahr seien dabei über 16.000 Kilowattstunden Strom erzeugt worden. Das entspricht etwa dem jährlichen Verbrauch von drei bis vier Haushalten. Würde man das komplette Bahnnetz der Schweiz abzüglich der Tunnel mit Panels versorgen, könnten laut Sun-ways bis zu 300.000 Haushalte versorgt werden.

Wenig überraschend rufen diese Aussichten auch bei Bahnbetreibern aus anderen Ländern großes Interesse hervor. Mit der französischen Bahngesellschaft SNCF wurde schon ein Kooperationsvertrag geschlossen. Auch mit der italienischen RFI wird demnach verhandelt.

In Südkorea wurde eine Pilotphase schon im September 2025 genehmigt und auch aus Indonesien wurde schon Interesse angemeldet. Als nächstes geht es darum, zu beweisen, dass sich das System auch skalieren lässt.


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Besonders der Transport des Stroms über größere Distanzen könnte dabei zur Herausforderung werden. Bisher umfasst das Projekt ja »nur« knapp 100 Meter in der Nähe eines Orts.

Wenn Panels auch an entlegeneren Strecken installiert werden sollen, muss sichergestellt werden, dass der Strom überhaupt im Netz ankommt. Aber auch hier gibt es schon Lösungsansätze, die geprüft werden sollen.


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