Im Zuge der globalen Energiewende sucht die ganze Welt nach praktischen Wegen, um Energie nachhaltig zu erzeugen – auch die Schweiz. Und das, obwohl Themen wie Windräder in den Alpen immer wieder für Diskussionen sorgen, wie der SRF berichtet.
Doch es gibt immer wieder interessante Ideen im Bereich der erneuerbaren Energie, die eine Lösung für bestehende Probleme sein könnten. Ein Beispiel hierfür ist ein Pilotprojekt von Sun-ways, einem Schweizer Start-up, das eine herausnehmbare Solaranlage auf einer Eisenbahnstrecke in Neuchâtel realisieren möchte (via pvmagazine).
Gleisen mit Solarpanels
Solarmodule, die direkt auf Schienen installieren. Das ist die einfache Idee von Sun-ways, die das System im nächsten Jahr auf einer 100 Meter langen Strecke der öffentlichen Verkehrsgesellschaft transN in Betrieb nehmen sollen.
48 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von 18 kW werden Strom direkt ins lokale Netz einspeisen – ein kleiner Anfang mit Potenzial.
Ungenutzte Flächen zu Strom machen
Einer der größten Vorteile des Projekts: Es nutzt ungenutzte Flächen, die bereits vorhanden sind – die Schienen. Damit wird kein zusätzlicher Platz verbraucht, und die natürliche Landschaft bleibt unberührt. Gerade in Zeiten, in denen der Bau großer Solarfelder in den Alpen kontrovers diskutiert wird, könnte diese Technologie eine überzeugende Alternative bieten.
Kritische Stimmen argumentieren, dass Solarmodule auf Schienen die Sicherheit des Zugverkehrs beeinträchtigen könnten. Diese Bedenken wurden auch vom Schweizer Bundesamt für Verkehr geteilt, die den Antrag auf das Projekt erst abgelehnt hat.
Nach einer unabhängigen Prüfung HEIG-VD-Hochschule und umfassenden Tests durch Ingenieure und andere Experten war jedoch klar, dass die Solarmodule keine negativen Auswirkungen auf die Bahnstrecke haben sollten.
Auch bei Wartungsarbeiten sollen die Panels einfach entfernt und wieder installiert werden können. Trotzdem bleibt die Frage: Können diese Module langfristig sicher und effizient funktionieren?
Kosten-Nutzen-Rechnung: Lohnt sich das?
Mit einem Preis von über 620.000 Euro für die Installation ist das Pilotprojekt nicht gerade günstig. Doch langfristig könnte sich die Investition auszahlen, wenn die Technologie skaliert wird.
Ein besonders interessanter Aspekt des Systems ist, dass es mobil und herausnehmbar ist, was die Flexibilität bei Wartungsarbeiten erhöht. Zudem können mit der richtigen Technik bis zu 1.000 Quadratmeter Solarmodule pro Tag verlegt werden.
Doch die Effizienz könnte leiden: Da die Panels flach auf den Gleisen montiert werden, werden sie nicht so effizient Strom erzeugen wie ihre Kollegen auf Dächern oder Balkonen. Je nach Standort und Jahreszeit sollten Solarpanels nämlich eine Neigung von 15 bis zu 70 Grad aufweisen.
Könnte dies ein Modell für den Ausbau der Solarenergie weltweit sein? In vielen Ländern gibt es große, ungenutzte Eisenbahnstrecken, die für ähnliche Projekte genutzt werden könnten. Doch bevor wir über globale Umsetzungen sprechen, muss sich das Pilotprojekt in der Schweiz erst beweisen.
Herausforderungen und Chancen
Während die Idee spannend ist, bleiben einige Herausforderungen bestehen. Wie wird sich die Technologie unter verschiedenen Wetterbedingungen bewähren? Können die Module langfristig sicher bleiben. Wie wirtschaftlich ist das System wirklich? Und wenn die Panels so leicht zu entnehmen sind, wird dann Diebstahl ein Problem werden?
Trotzdem: Es ist nicht nur ein innovativer Weg, vorhandene Infrastrukturen zu nutzen, sondern könnte auch eine Antwort auf die wachsende Nachfrage nach nachhaltiger Energie sein.





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