»Diese Geräte, die jeder wegwirft, enthalten bis zu 450 Milligramm 22-karätiges Gold«: Auch wenn wir nicht alle reich werden, ist die Geschichte dahinter interessant [Best of GameStar]

Eine spezielle Methode zur Goldgewinnung soll im Vergleich zu bisherigen Herangehensweisen deutlich nachhaltiger sein.

Hier seht ihr das Gold, dass die Wissenschaftler aus alten Mainboards gewinnen konnten. (Bild: ETH Zürich) Hier seht ihr das Gold, dass die Wissenschaftler aus alten Mainboards gewinnen konnten. (Bild: ETH Zürich)

Durch Hardware, die ausgedient hat, entsteht auf der Welt immer mehr Elektroschrott. Umso wichtiger wird es, die entsorgten Materialien möglichst wiederzuverwerten.

Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich haben in dem Zusammenhang Anfang 2024 eine interessante Methode vorgestellt, um Gold aus Elektroschrott zu gewinnen.

Dazu finden sich Schlagzeilen wie Diese Geräte, die jeder wegwirft, enthalten bis zu 450 Milligramm 22-karätiges Gold, doch das ist nur bei ausreichenden Mengen solcher Hardware der Fall.

  • Den Forschern ist es laut eigener Angaben gelungen, aus 20 alten Mainboards insgesamt ein Gold-Nugget mit 22 Karat und einem Gewicht von 450 Milligramm zu extrahieren.
  • Diesem Gewicht entsprechen zwar nur ungefähr ein paar einzelne Körnchen Sand oder eine kleine Ameise. Aber das Gold hat immerhin einen Wert von aktuell etwa 47 Euro.
  • Sie verwenden bei ihrer Methode primär ein Nebenprodukt der Käseherstellung. Genauer gesagt kommt ein Schwamm aus einer Proteinmatrix zum Einsatz.

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So spannend die Versuche und ihre Ergebnisse auch sind, vorerst handelt es sich nur um frühe Testergebnisse und längst nicht um ein marktreifes Vorgehen. Privatpersonen stehen dabei außerdem nicht im Fokus.

Unabhängig davon ist es spannend, zu erfahren, wie genau die Forscher vorgegangen sind. Zumal ihre Methode eine potenziell vielversprechende Möglichkeit darstellt, um echten Mehrwert aus altem Elektroschrott zu ziehen.

Wie ist den Wissenschaftlern das gelungen?

Laut der Beschreibung der ETH Zürich läuft das Ganze folgendermaßen ab:

  • Um den Schwamm herzustellen, denaturierten sie Molkenproteine unter sauren Bedingungen und hohen Temperaturen, so dass sie sich in einem Gel zu Proteinnanofibrillen aggregierten.
  • Die Wissenschaftler trockneten das Gel anschließend und schufen so einen Schwamm aus diesen Proteinfibrillen.
  • Um Gold im Laborexperiment zurückzugewinnen, barg das Team die elektronischen Hauptplatinen von 20 alten Computerplatinen und extrahierte die Metallteile. Diese Teile lösten sie in einem Säurebad auf, um die Metalle zu ionisieren.
  • Als sie den Proteinfaserschwamm in die Metallionenlösung legten, hafteten die Goldionen an den Proteinfasern.

Das folgende Bild der ETH Zürich veranschaulicht den ganzen Vorgang. Der Schwamm wird dabei am Ende erhitzt und die entstehenden Goldflocken schließlich zu einem Nugget eingeschmolzen:

Der Ablauf bei der Methode der Gold-Extrahierung aus Elektroschrott. (Bild: ETH Zürich) Der Ablauf bei der Methode der Gold-Extrahierung aus Elektroschrott. (Bild: ETH Zürich)

Der auf dem Bild zu Beginn des Artikels zu sehende Goldnugget (in drei Teilen) besteht dabei zu 91 Prozent aus Gold und zu neun Prozent aus Kupfer, was zu den besagten 22 Karat führt.

Was die Methode so besonders macht

Die ETH Zürich gibt an, dass die Methode entscheidende Vorteile gegenüber anderen Vorgehensweisen besitzt.

  • So seien bisher eingesetzte Methoden sowohl energieintensiv als auch mit dem Einsatz hochgiftiger Chemikalien verbunden.
  • Bei der neuen Methode wird dagegen für den wichtigsten Prozess ein Abfallprodukt aus der Lebensmittelproduktion verwendet und das Ganze verbraucht vergleichsweise wenig Energie.

Projektleiter Professor Raffaele Mezzenga aus der Abteilung der Gesundheitswissenschaften an der ETH sagt dazu, dass man so zwei Abfallprodukte in Gold verwandele. Der Bericht der ETH endet mit dem folgenden Zitat von Mezzenga: Nachhaltiger geht es kaum!.

Ob das Ganze auf breiter Front zur Marktreife gelangen wird, wie es die Wissenschaftler anstreben, bleibt aber dennoch abzuwarten.


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