Eine durchschnittliche Festplatte in einem durchschnittlichen PC besitzt 2026 eine Speichergröße von 1 TByte (1.000 GByte); darauf passen 200.000 Fotos mit jeweils 5 MByte Größe. Vor 70 Jahren sah die Tech-Welt allerdings noch ganz anders aus.
1956 erschien das IBM 350, die erste Festplatte der Welt – und sie hat einige beeindruckende Spezifikationen aufzuweisen (via Techspot).
- Sie wog etwa eine Tonne.
- Sie war etwa so groß wie zwei Kühlschränke.
- Fünfzig 24-Zoll-Platten wurden von zwei Armen bedient.
Hinzu kommt ein eigenes, spezielles Kühlsystem, das die optimale Temperatur und Luftfeuchtigkeit für die Magnetdisks aufrechterhielt.
Was glaubt ihr, wie viel Speicherkapazität das IBM 350 besaß?
Die Antwort auf die Frage: 5 MByte. Für heutige Verhältnisse ist der Speicher schwindend gering. Die Dateigröße eines hochauflösenden Fotos ist heutzutage oft schon größer.
Für 1956 waren 5 MByte allerdings riesige Mengen an Speicher. IBM setzt das auf seiner Webseite selbst in Perspektive: Damit konnten damals fünf Millionen Zeichen Buchhaltungsdaten gespeichert werden. Das entsprach 64.000 Lochkarten oder etwa 2,5 Millionen Seiten getippten Textes.
Eine typische 2,5-Zoll-SSD mit 1 TByte Speicher wiegt heute etwa 50 Gramm. Man braucht also 20.000 SSDs, um auf das Gewicht des IBM 350 zu kommen. Das Speichervolumen beträgt dann 20 Petabyte (ca. 20.000 TByte).
2026 gibt es noch ein funktionierendes Exemplar. Es steht im Computer History Museum in Mountain View. Ein kurzes Video, wie die Festplatte arbeitet, seht ihr hier:
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Kaufen konnte man die Festplatte nicht. Laut Wikipedia vermietete IBM das Gerät für 650 US-Dollar im Monat. Das entspricht heute inflationsbereinigt im Jahr 2026 rund 7.930 US-Dollar.
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Der Vergleich mit heutiger Technik ist ein Kampf David gegen Goliath. Allerdings wurde das IBM 350 und sein dazugehöriger Rechner RAMAC 305 (RAMAC steht für »Random Access Method of Accounting and Control«) schon 25 Jahre später überholt.
1981 veröffentlichte Apple seine eigene erste Festplatte namens »ProFile«. Diese fasste ebenfalls 5 MByte, kostete seinerzeit 3.500 US-Dollar (inflationsbereinigt sind das 12.231 US-Dollar) – und war kompakt genug, um bequem auf dem Apple II-Computer zu sitzen.

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