James Bond musste 1974 Kinogeschichte schreiben, damit Tom Cruise Jahrzehnte später mit einem Motorrad von einer Klippe springen konnte

Vor 52 Jahren ebnete ein Stunt in »Der Mann mit dem goldenen Colt« den Weg für die Zukunft und bewies: mit den richtigen Berechnungen ist fast alles möglich.

»Der Mann mit dem goldenen Colt« hat bewiesen, dass es möglich ist, einen Korkenziehersprung mit einem Auto zu machen. (Bildquelle: 007.com, MGM) »Der Mann mit dem goldenen Colt« hat bewiesen, dass es möglich ist, einen Korkenziehersprung mit einem Auto zu machen. (Bildquelle: 007.com, MGM)

Wenn man an James Bond denkt, dann vermutlich an die Bond-Girls oder die vielen Gadgets, welche der Geheimagent ihrer Majestät stets benutzt. Tatsächlich gab es auch hinter der Kamera von »Der Mann mit dem goldenen Colt« ein »Gadget«, das einen aberwitzigen Stunt erst möglich gemacht hat.

Wir sprechen von einem Computer.

Heute entstehen ganze Filme am Rechner, doch vor 52 Jahren war der Einsatz eines Computers bahnbrechend – dabei wurde er gar nicht im Streifen selbst genutzt.

Bond-Fans erinnern sich: Bei der Verfolgung von Scaramanga (Christopher Lee) in Bangkok stiehlt Bond (Roger Moore) einen roten AMC Hornet aus einem Autohaus. Während der Verfolgungsjagd muss Bond möglichst schnell einen Fluss überwinden. Das bewegt ihn dazu, einen spektakulären Sprung über das Wasser zu wagen, bei dem Bond und das Auto sich in der Luft um 360 Grad drehen, bevor sie sicher auf der anderen Seite landen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum YouTube-Inhalt

Das Besondere an diesem Stunt ist natürlich, dass er zum einen spektakulär aussieht. Zum anderen war er aber nur mit dem Einsatz eines Computers möglich.

Laut 007.com hatten die Filmmacher mit Calspan Corporation zusammengearbeitet, einer Firma, die sich auf Forschung und Tests in der Luft- und Raumfahrt- sowie der Automobilindustrie spezialisiert hat.

Calspan hatte mittels Computer berechnet, dass …

  • … das Auto für den Sprung perfekt ausbalanciert sein musste. Dadurch mussten sich Fahrer und Lenkrad exakt in der Mitte des Vehikels befinden.
  • … eine gebogene Rampe zum Einsatz kommen, die mit 48 Meilen pro Stunde (77,25 km/h) befahren werden musste. Um das zu gewährleisten, waren gleich zwei Tachos an Bord AMC Hornet.

In Thailand, wo Teile von »Der Mann mit dem goldenen Colt« spielen, haben die Filmschaffenden dann eine entsprechende Rampe an einem Kanal gebaut.

Vollführt hat den Sprung der Stuntman Loren »Bumps« Willert. An jeder Seite hatte er einen Dummy (einmal für Bond und einmal für den sich im Wagen befindlichen Sheriff Pepper); er selbst war schwarz angemalt, damit man ihn nicht sieht.

Die Story wird sogar noch verrückter. So erzählt Regisseur Guy Hamilton selbst:

Der Typ, der den Stunt gemacht hat, war noch nie zuvor mit dem Auto gefahren. Er machte sich keine Sorgen, denn solange man genug Anlauf hatte und 48 Meilen pro Stunde erreichte, lief der Rest wie von selbst. Man hält sich fest, drückt die Daumen – und zack, er hat es im ersten Versuch geschafft.

Dieser Stunt, wie ihr ihn oben in der fertigen Szene im Film seht, war ein sogenannter One-Take. Sprich: Alles klappte beim ersten Versuch; keine Neuaufnahmen waren nötig. Das beweist, was wir längst wissen: Computer können verdammt zuverlässig sein.


Video starten 1:20 Beim Dreh des neuen Mission Impossible Films hat Tom Cruise einen irrwitzigen Weltrekord aufgestellt


Nicht nur Tom Cruise dreht seine Stunts selbst. In »Moderne Zeiten« gibt es eine Szene, die Charlie Chaplin nur einmal drehen wollte, weil sie so gefährlich war.

Manche Leute trauten beim Korkenziehersprung mit dem Auto ihren Augen nicht. 007.com zitiert einen damaligen Marketing-Mitarbeiter, der zu Protokoll gab, dass manche Leute nicht glaubten, dass die Stunts in den Bond-Filmen echt waren.

Wir flogen etwa 100 Journalisten aus Europa in einer gemieteten 747 nach Thailand. Obwohl sie miterlebten, wie sich das Auto in einer 360-Grad-Drehung von einer Flussseite zur anderen flog, sagten viele von ihnen, als der Film veröffentlicht wurde, es sei der schönste Spezialeffekt gewesen, den sie je gesehen hätten.

James Bond musste vor über 50 Jahren mit einem Auto über eine Brücke springen, damit Ethan Hunt Wolkenkratzer erklimmen, sich an startenden Flugzeugen festhalten und mit einem Helikopter durch eine enge Schlucht fliegen konnte.

zu den Kommentaren (0)

Kommentare(1)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.