Erinnerungskultur zum Mitmachen: Helft #EveryNameCounts, 27.000 Namen von NS-Opfern zu digitalisieren

Noch immer sind viele Akten aus Konzentrationslagern nicht digitalisiert. Im Rahmen einer Mitmach-Aktion könnt ihr das jetzt ändern.

In einer Woche sollen über 27.000 Datensätze digitalisiert werden.
(Bildquelle: BajimBa, Adobe Stock, mit KI generiert) In einer Woche sollen über 27.000 Datensätze digitalisiert werden. (Bildquelle: BajimBa, Adobe Stock, mit KI generiert)

Durch die aktuellen politischen Ereignisse und dem 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Alliierten ist das Thema Erinnerungskultur wieder in aller Munde.

Während Tech-Milliardär Elon Musk auf einem AfD-Wahlkampfauftritt davon spricht, dass es in Deutschland »zu viel Fokus auf die vergangene Schuld gibt« (via Tagesschau), demonstrierten Zehntausende in vielen deutschen Städten gegen rechts. 

Passend zu diesen aktuellen Ereignissen und dem Jahrestag der Auschwitz-Befreiung am 27.01.2025 rief das Arolsen Archiv, das weltweit größte Archiv für NS-Opfer und Hinterbliebene, zu einer Aktionswoche auf.

#EveryNameCounts

Was ist das Arolsen Archiv? Das Archiv ist gleichzeitig das internationale Zentrum über NS-Verfolgung und beantwortet jährlich tausende Anfragen zu NS-Verfolgten. Dazu gehört die Suche nach Vermissten oder die Klärung von Schicksalen. Mit Informationen zu 17,5 Millionen Menschen aus Opfergruppen des NS-Regimes, Zwangsarbeitern und Migranten nach 1945 gehört das Archiv zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Unter dem Hashtag #EveryNameCounts sollen binnen einer Woche insgesamt 27.000 Akten digitalisiert werden, um sie zugänglicher und langlebiger zu machen. Ziel ist es, ein digitales Denkmal zu setzen. Dabei ist das Archiv auf die Hilfe von Freiwilligen angewiesen.

Und genau da könnt ihr ins Spiel kommen.

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So beteiligt ihr euch an der Aktion

Die Teilnahme ist relativ einfach und bedarf keiner persönlichen Daten eurerseits. Ihr geht auf die Website der Aktion, scrollt herunter und klickt auf die Challenge zu #everynamecounts. Jetzt öffnet sich ein weiteres Fenster, in dem ihr abgescannte Originaldokumente aus der Nazizeit seht. 

Da es sich hierbei um echte Dokumente aus den Konzentrationslagern der Nazizeit handelt, kann ihr Inhalt sehr bedrückend sein. Vor allem dann, wenn es um Einträge von inhaftierten Kindern geht.

Auf der rechten Seite bekommt ihr nach ein paar Informationen und Hinweisen eine Eingabemaske, in die ihr die Daten tragt, die ihr auf dem Scan seht. Sollten Informationen oder Abkürzungen unklar sein, findet ihr unter dem Info-Button jede Menge Hilfe. Reicht das nicht aus, steht auch ein Forum zur Verfügung. Um dort zu posten, braucht ihr allerdings einen Account.

Video starten 1:55 The Darkest Files: Im düsteren Detektivspiel bringt ihr Nazi-Verbrecher vor Gericht

Sollte bei euch die Seite auf Englisch sein, könnt ihr sie mit einem Klick auf den Account-Button umstellen.

Insgesamt braucht ihr zwischen zwei und zehn Minuten pro Dokument - je nachdem, wie umfangreich und lesbar das Datenblatt ist.

Gegen Fake-Einträge

Damit Dokumente nicht falsch in das System aufgenommen werden, gilt bei der Aktion ein Sechs-Augen-Prinzip. Das heißt, dass jedes Dokument von drei verschiedenen Freiwilligen bearbeitet wird. Sind alle drei Eingaben identisch, wird das digitalisierte Dokument automatisch übernommen. Stimmen die Eingaben nicht überein, findet durch das Archiv eine händische Überprüfung statt. 

Die fertig überprüften und eingegebenen Daten werden als Metadaten Teil des Online-Archivs und mit dem originalen Scan verknüpft. Dadurch wächst das weltweit größte Archiv noch weiter.

Laut offizieller Website haben bereits 214.847 Freiwillige sich an der Aktion beteiligt. Sie läuft noch bis zum 31. Januar 2025.

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