Final Fantasy Resonance im Test: Ein Liebesbrief an traditionelle Rollenspiele, den nicht jeder verstehen wird
Das neue Final Fantasy ist eigentlich ganz schön alt oder fühlt sich zumindest so an. Und je mehr ihr mit der legendären JRPG-Serie aufgewachsen seid, desto mehr werdet ihr das feiern.
Nein, früher war nicht alles besser. Schon gar nicht in Spielen, auch wenn uns die Nostalgie gern mal etwas anderes vorgaukelt.
Das macht es ebenso spannend wie schwierig, ein Spiel wie Final Fantasy Resonance fair zu beurteilen. Wie gut euch das Retro-Rollenspiel gefällt, hängt nämlich ganz entscheidend davon ab, wie sehr ihr Fan der legendären JRPG-Reihe seid. Und vor allem seit wann.
Heiko Klinge
Seine ersten Erfahrungen mit japanischen Rollenspielen sammelte Heiko auf dem Gameboy mit dem legendären Mystic Quest. Am meisten Zeit hat er aber vermutlich in die Final-Fantasy-Reihe gesteckt. Zu seinen absoluten Genre-Favoriten zählen Klassiker wie Chrono Trigger und Final Fantasy 8, aber auch modernere Titel wie Persona 5 oder Dragon Quest 11.
Resonance ist oldschool bis zur Schmerzgrenze, teils darüber hinaus. Fragt sich nur, warum ich innerhalb einer Woche über 40 Stunden ins Spiel gebuttert habe. Freiwillig. In meinem Urlaub. Begeben wir uns gemeinsam auf Spurensuche.
... ihr Final Fantasy spätestens mit Teil 7 kennen und lieben gelernt habt.
... ihr gern mit Charakterklassen und Fähigkeiten experimentiert.
... ihr wisst, wer Lightning, Cloud, Tidus, Vaan, Zidane, Clive und Squall sind.
Passt nicht zu euch, wenn ...
... ihr auch bei Retro-RPGs ein halbwegs modernes Spielgefühl erwartet.
... ihr bei Rollenspielen Wert auf Entscheidungsfreiheit legt.
... Bosskämpfe für euch nicht länger als drei Minuten dauern dürfen.
Ein 2.5D-Kunstwerk
Räumen wir zuerst das Offensichtliche aus dem Weg: Final Fantasy Resonance bedient sich großzügig bei Octopath Traveler 1 & 2, die sich wiederum als Hommage an frühe Final Fantasys verstanden. Die coolen Kids würden das vermutlich einen Full Circle nennen.
Hier wie dort agieren gepixelte, aber detailverliebt animierte 2D-Figuren vor 3D-Kulissen in Unreal Engine. Hier wie dort kommt es in den taktischen Rundenkämpfen vor allem darauf an, eure Feinde durch das Ausnutzen ihrer Schwachstellen zu staggern, also kurzzeitig kampfunfähig zu machen.
Allerdings merkt ihr Final Fantasy Resonance schnell an, dass die Entwickler hier ein ganz anderes Budget zur Verfügung hatten als der kleine Bruder. Die 3D-Kulissen überraschen immer wieder mit pfiffigen Kamerafahrten und erinnern in dieser Beziehung wohlig an Final Fantasy 7-10.
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