Fire TV Stick 4K Select im Detail: Das sind die Gründe, warum die Community ihn ablehnt!

Der neue Fire TV Stick 4K Select soll die günstige Alternative sein, doch wo liegen die Unterschiede zum Vorgänger Fire TV Stick 4K?

Der neue Amazon Fire Stick 4K Select ist ein klarer Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger. (Quelle: Amazon) Der neue Amazon Fire Stick 4K Select ist ein klarer Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger. (Quelle: Amazon)

Amazons Familie der Streaming-Geräte hat mit dem Fire TV Stick 4K Select Zuwachs bekommen, der sich als preisgünstigere Alternative zum etablierten Fire TV Stick 4K positioniert. In der Community macht sich allerdings Unmut über den Neuling breit. Schauen wir uns mal zusammen an, ob die Kritik vielleicht berechtigt ist.

Das Unternehmen spricht in der Pressemitteilung zum Fire TV Stick 4K Select vom bisher preiswertesten 4K-Streaming-Media Player von Amazon. Doch wo genau liegen die technischen Unterschiede zwischen den beiden Modellen und vor allem, welchen Stick solltet ihr kaufen?

Sven Scharpe
Sven Scharpe

Sven ist seit Oktober 2024 Teil der GameStar-Tech Redaktion. Er ist ausgebildeter Fachinformatiker und war unter anderem bei Heise und ComputerBase als Redakteur tätig. Neben Musik der etwas härteren Art hat er auch privat ein ausgeprägtes Faible für technische Geräte, egal ob Laptop, Smartphone oder ganz normale PC-Hardware.

Die technischen Daten im Vergleich

Es bleibt bei 8-Gigabyte-Speicher. (Quelle: Amazon) Es bleibt bei 8-Gigabyte-Speicher. (Quelle: Amazon)

Einen ersten Unterschied finden wir bei den Prozessoren der beiden Geräte. Während der Fire TV Stick 4K mit einem 1,7 GHz Quad-Core-Prozessor und, 2-GB-Arbeitsspeicher ausgestattet ist, verfügt der neue Fire TV Stick 4K Select ebenfalls über eine CPU mit 4 Kernen, die zumindest in den offiziellen Datenblättern identisch erscheint.

Lediglich bei der integrierten GPU scheint es hier ein echtes Update zu geben. Dafür liegt der Arbeitsspeicher beim neuen Modell nur noch bei 1 Gigabyte.

Dieser reduzierte Arbeitsspeicher könnte sich in der Praxis in etwas langsameren Ladezeiten von Apps und einer weniger flüssigen Navigation bemerkbar machen. Beim internen Speicher herrscht mit 8 GB bei beiden Modellen Gleichstand, was für die Installation der gängigsten Streaming-Apps ausreicht.

MerkmalFire TV Stick 4K SelectFire TV Stick 4K
Auflösung4K Ultra HD4K Ultra HD
ProzessorMediatek  MT8698 MCM mit 4x ARM Cortex - A55 Kernen und max. 1,7 GHzMediatek MT8696D mit
4x ARM Cortex - A55 Kernen und max. 1,7 GHz
GPUG310v2 up to 500 MHzGE9215 up to 650 MHz
Arbeitsspeicher (RAM)
1 GB

2 GB

Interner Speicher

8 GB

8 GB
HDR-UnterstützungHDR10,HDR10+, HLGHDR10, HDR10+, HLG, Dolby Vision
Dolby Atmos UnterstützungJaJa
WLANWiFi 5WiFi 6
Betriebssystem
Vega OS (Linux)

Fire OS (Android)

Bild- und Tonqualität

Beide Sticks unterstützen die Wiedergabe von Inhalten in gestochen scharfer 4K Ultra HD-Auflösung und beherrschen gängige HDR-Formate wie HDR10 und HLG. Ein wesentlicher Vorteil des regulären Fire TV Stick 4K ist jedoch die zusätzliche Unterstützung für Dolby Vision.

Dabei handelt es sich um ein fortschrittliches HDR-Format, das eine dynamische Anpassung der Bildhelligkeit und -farben für jede einzelne Szene ermöglicht und somit, bei entsprechendem Quellmaterial und Fernseher, ein noch brillanteres Bild liefert. Der Fire TV Stick 4K Select verzichtet dagegen auf dieses Feature. Im Audiobereich unterstützen beide Geräte immersiven Dolby Atmos-Sound, der ein dreidimensionales Klangerlebnis ermöglicht.

Konnektivität und Betriebssystem

In Sachen drahtloser Verbindung setzt der Fire TV Stick 4K auf den moderneren und schnelleren WiFi-6-Standard, der in Haushalten mit vielen vernetzten Geräten für eine stabilere Verbindung sorgen kann. Der Fire TV Stick 4K Select ist hingegen nur mit WiFi 5 ausgestattet.

Eine weitere Neuerung beim Select-Modell ist das Betriebssystem. Es ist das erste Gerät von Amazon, das mit dem neuen Vega OS ausgeliefert wird. Das etablierte Fire TV Stick 4K nutzt das bekannte Fire OS. Die praktischen Auswirkungen dieses Wechsels auf die Benutzererfahrung und App-Kompatibilität werden sich erst in der alltäglichen Nutzung zeigen. Gerüchten zufolge soll die Oberfläche schlanker werden. 

Es ist aber eher nicht davon auszugehen, dass Amazon ein komplett neues Design liefert, sondern sich am bewährten GUI (Graphical User Interface) orientieren wird. Wirklich viel wird sich also für den Anwender mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ändern.

Ob es ein Update auf Vega OS für ältere Fire Sticks geben wird, steht offenbar noch nicht fest. Speziell zum Start des neuen Betriebssystems, könnte es passieren, dass die ein oder andere App noch nicht verfügbar ist.

Fazit

Man nehme den Fire Stick 4K, halbiere den Arbeitsspeicher, streiche WiFi 6 und spare sich die Lizenzkosten für Dolby Vision und schon ist der bisher preiswerteste 4K-Streaming-Media Player von Amazon fertig. Klar, der Prozessor wurde (sehr) moderat aufgerüstet, ob das kleine Leistungsplus im Alltag wirklich spürbar ist, würde ich jetzt mal bezweifeln. 

Das neue Modell kostet 54,99 Euro, während der normale 4K-Stick ursprünglich 69,99 Euro gekostet hat. Ob einem eine Ersparnis von 15 Euro für weniger RAM, schlechteres WLAN und den Verzicht auf Dolby Vision wert sind, muss jeder selbst entscheiden. 

Bedenkt man allerdings, dass aktuell der besser ausgestattete Fire TV Stick 4K bereits für 34,99 Euro verkauft wird, dürfte die Entscheidung relativ leicht fallen. Für mich persönlich ist der Fire TV Stick 4K Select ein klarer Rückschritt, besonders zu einem Preis von über 50 Euro.

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