Ich nutze ein Falt-Handy seit über einem Jahr: Ich habe es nicht bereut, zu wechseln, aber der Weg war hart

Nach einem Jahr mit meinem Foldable ziehe ich ein letztes Fazit: Gamechanger oder doch nur ein Feature, das ich nicht nutze?

Der große Bildschirm meines Handys ist Feature, das ich erst zu nutzen lernen musste. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Der große Bildschirm meines Handys ist Feature, das ich erst zu nutzen lernen musste. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Eigentlich ist ein Handy mit einem größeren Bildschirm ein No-Brainer, oder? Man sieht mehr, kann besser daran arbeiten und die Tastatur ist auch nicht mehr so verflixt klein.

Seit ihr das Honor Magic V3 auf der IFA 2024 gesehen habe, wollte ich es unbedingt ausprobieren. Darin liegen zwei Wahrheiten: Zum einen hatte ich vorher nie ein Foldable besessen, zum anderen hat mich der Handymarkt mit seinen fehlenden Innovationen einfach nicht mehr abgeholt.

Nach einem Jahr mit einem Falt-Handy ziehe ich jetzt nun mein letztes Fazit. Hat sich das viele Geld gelohnt oder nicht?

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Für Maxe ist das Handy vor allem eine Notwendigkeit. Fotos und Videos aufnehmen, Notizen machen, Karten checken und ab und an mal zocken, mehr braucht er nicht. Doch auch er freut sich über nagelneue und flotte Technik – und vor allem große Bildschirme. Mit seinem ersten Foldable hat er trotzdem lange gefremdelt.

Ein Disclaimer vorweg: Ich bin absoluter Casual-Nutzer. Diese Kolumne spiegelt meine Erfahrung mit dem Honor Magic V3 im Alltag wider und ist kein ausführlicher Test. Mit dem Artikel hoffe ich, den Menschen zu helfen, die mit einem Falt-Handy liebäugeln und wissen wollen, wie es so ist.

Handy ist nicht gleich Handy

Eigentlich logisch, wenn man von einem gewöhnlichen Smartphone auf ein Foldable wechselt. Ich musste feststellen, dass mein Hirn da nicht mitzieht.

Es hat 8 Monate gebraucht, bis ich mir angewöhnt hatte, mein Handy aufzuklappen – dazu ist so ein Foldable ja schließlich da. Ich habe das nur geschafft, indem ich meine Gewohnheit über Bord geworfen habe.

  • Im Wartezimmer, Flugzeug oder auf der Couch: Wenn ich wusste, dass ich mein Handy länger in der Hand habe, habe ich es aufgeklappt.

Video starten 0:15 Screenshot per Knuckle Gesture am Honor Magic V3

So habe ich mein Hirn neu verkabelt und das hält bis heute. Mal eben schnell eine WhatsApp-Nachricht beantworten oder das Lied skippen, mache ich immer noch »normal«.

Der große Bildschirm ist kein Muss, aber ein Feature

Mein Gedanke war: »Du hast dir jetzt ein Foldable gekauft, also musst den großen Bildschirm auch nutzen.«

Ja und nein.

  • Ja, weil ich sonst viel Geld für ein Feature gezahlt hätte, das ich schlussendlich nicht nutze. Und wie praktisch der Bildschirm ist, fasse ich gleich noch mal zusammen.
  • Nein, weil das Handy ja viel mehr ist als sein aufklappbares Display.

So sehe ich mein Handy nur in ausgewählten Situationen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) So sehe ich mein Handy nur in ausgewählten Situationen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Der extragroße Bildschirm ist eine nette Dreingabe – auf die ich nicht mehr verzichten will. Doch vor allem in bestimmten Situationen ist er praktisch. Aufklappen des Aufklappen willens allein reicht nicht

  • Eine große Tastatur ist eine Genugtuung. Mit meinen Patschern verschreibe ich mich auf der kleinen Handytastatur dauernd. Wenn ich viel schreibe (Notizen, Chats), dann wechsle ich auf das große Display und kann viel bequemer tippen.
  • Die Bild-in-Bild-Funktion ist perfekt zum Arbeiten. Links recherchieren, rechts Notizen machen. Die Möglichkeiten, sich das Display aufzuteilen, wie man es braucht, empfinde ich auf dem Handy in vielen Situationen unverzichtbar.

Bild-in-Bild (klein) Wollt ihr im Blick behalten, was passiert, könnt ihr euch eine zusätzliche App als Fensterchen auf dem Display ablegen. Das lässt sich überallhin schieben. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Bild-in-Bild (groß) Wenn ihr geschwind zwischen zwei Apps wechseln wollt oder müsst, bietet sich ein großes Fenster an. Ja, das Pop-Fenster lässt sich in diesem Zustand bedienen und ihr könnt darin scrollen, schreiben oder surfen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Hälfte-Hälfte Multitasking-Profis dürfen beide Bildschirmseiten auch unabhängig voneinander verwenden. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

  • Lesen macht mehr Spaß. Mich haben die kleinen Hochkant-Displays auf Handys schon immer genervt. Alles, was man liest, fühlt sich für mich wie Fastfood an. Mit beiden Händen und breiten Bildschirm wirken Webseiten und Texte einfach hochwertiger – und mir macht das Freude.
  • Spielen macht mehr Spaß. Ich bin niemand, der viel auf dem Handy zockt – bisher. Der doppelt so große Bildschirm zahlt hier die Rechnung, weil ich einfach mehr sehe und mehr Platz zum Bedienen habe, sei es bei Magic: Arena oder Balatro. Das macht das Foldable zu einer Minikonsole in der Hosentasche.
Zugeklappt Aufgeklappt Zugeklappt Aufgeklappt

Die einzelnen Elemente wie Buttons oder die Spielkarten sind natürlich deutlich größer bei aufgeklapptem Display. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Fazit: Foldable nach einem Jahr

In meinem letzten Fazit nach 8 Monaten kam ich zum Schluss: »Das Problem war ich«. Die Aussage bezog sich darauf, dass ich mein Honor Magic V3 schlichtweg immer weniger aufgeklappt hatte – bis ich mich mehr dazu gezwungen habe.

Das führte schließlich zu einer neuen und auch finalen Erkenntnis.

Der große Bildschirm ist ein Feature und kein Muss. Ich muss das Handy nicht immer aufklappen, wenn ich es in die Hand nehme. Ich muss die Funktion nicht vor mir selbst rechtfertigen, weil das Gerät auch sonst ziemlich stark ist. Ich darf das große Display verwenden, wenn es mir richtig erscheint.

Video starten 0:32 Honor Magic V3 vs. Samsung Galaxy Z Fold5

Nach einem Jahr kann ich euch ein Foldable empfehlen, wenn …

  • ihr viel am Handy arbeitet in Form von Schreiben, Notizen, Recherche und so weiter, eben dann, wenn ihr mehr Bildschirmfläche braucht.
  • ihr gerne mobil daddelt und ein größeres Format deshalb zu schätzen wisst.
  • euch Tablets in den Fingern jucken, ihr aber nicht die Notwendigkeit eines eigenen Geräts seht.

Man kann Falt-Handys auch kritisch sehen, ich will aber nicht mehr zurück. Zu praktisch finde ich das aufklappbare Display, wenn ich es wirklich brauche. Zugegeben, es ist seltener als ich anfangs dachte, aber für mich unverzichtbar, sobald das der Fall ist – und wenn es nur zum Zeigen der Urlaubsfotos ist.

Wie viel mehr Geld einem das dann wert ist, steht auf einem anderen Blatt. In der Summe sind es aber so viele kleine Situationen, dass es sich für mich rechnet.

Ein No-Brainer ist ein Foldable also nicht, denn dazu musste ich mein Gehirn zu sehr umprogrammieren, aber es hat sich gelohnt.

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