Wohin mit über 50.000 Fotos, und wie soll ich die aussortieren, die ich nicht mehr brauche? Die Antwort steht gerade in meinem Wohnzimmer, aber zu einem hohen Preis

Es ist eine Mammutaufgabe, die wohl die meisten von uns betrifft: Der Umgang mit all den Fotos, die wir über die Jahre so machen. Mein aktueller Ansatz: eine KI-NAS.

Mittlerweile speichern wir die meisten Fotos digital. Nils hat sich eine besondere (und sehr teure) Lösung dafür näher angesehen. Mittlerweile speichern wir die meisten Fotos digital. Nils hat sich eine besondere (und sehr teure) Lösung dafür näher angesehen.

Meine digital gespeicherten Fotos gehen bis in das Jahr 2009 zurück. Zumindest die, die ich auf die Schnelle finden kann. Zusammen mit den Bildern, die sich derzeit auf den Handys von meiner Frau und mir befinden, komme ich insgesamt auf über 50.000 Dateien.

Meine Versuche, durch eine aufschlussreiche Ordnerstruktur und das Aussortieren von nicht benötigten Bildern Ordnung in das Chaos zu bringen, reichen aber nur bis in das Jahr 2016.

Das für die letzten zehn Jahre nachzuholen, kostet Zeit. Sehr viel Zeit. Doch genau an dieser Stelle kommt der Netzwerkspeicher AI NAS iDX6011 Pro von Ugreen ins Spiel, um den es hier geht.

Wie sehr die KI-Funktionen beim Umgang mit meinen über 50.000 Fotos wirklich helfen können, erfahrt ihr nach dem wichtigen Blick auf die genaue Hardware der NAS und ihren (sehr hohen) Preis.


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Was ihr über die Ugreen AI NAS iDX 6011 Pro wissen müsst

  • Sie ist das teuerste von drei Modellen der KI-Reihe von Ugreen.
    • iDX 6011 32 GB: 1.359 US-Dollar
    • iDX 6011 64 GB: 1.999 US-Dollar
    • iDX 6011 Pro 64 GB: 2.599 US-Dollar
  • Derzeit gibt es die Hardware nur über Kickstarter. Die Produktion soll aber Stück für Stück hochgefahren werden und die NAS im Laufe des Jahres auch in den regulären Handel gelangen.
  • In den Preisen ist kein Speicherplatz enthalten. Für die passenden HDDs und/oder SSDs (6 x SATA, 2 x NVMe, maximal 196 TByte) müsst ihr also selbst sorgen.

Die folgenden Komponenten stecken in den Geräten:

iDX 6011 Pro 64 GBiDX 6011 64 GBiDX 6011 32 GB
ProzessorIntel Core Ultra 7 255HIntel Core Ultra 5 125HIntel Core Ultra 5 125H
iGPUIntel Arc Graphics 140TIntel Arc GraphicsIntel Arc Graphics
RAM64 GB LPDDR5X64 GB LPDDR5X32 GB LPDDR5X
HDDs6 x 3,5/2,5 Zoll (SATA)6 x 3,5/2,5 Zoll (SATA)6 x 3,5/2,5 Zoll (SATA)
SSDs2 x M.2 (PCIe)2 x M.2 (PCIe)2 x M.2 (PCIe)
BesonderheitenLC-Display, Anschluss externer GPUs möglich (OCuLink), SSD-Cache möglich, integrierte KI-Funktionen, 256bit AES-VerschlüsselungSSD-Cache möglich, integrierte KI-Funktionen, 256bit AES-VerschlüsselungSSD-Cache möglich, integrierte KI-Funktionen, 256bit AES-Verschlüsselung
Preis2.599 US-Dollar1.999 US-Dollar1.359 US-Dollar

Mehr als nur ein Netzwerkspeicher: Was die KI bringt

Die Oberfläche des Betriebssystems erinnert an einen Windows-Desktop, inklusive Task-Manager und Anzeige der Auslastung der Hardware. Die Oberfläche des Betriebssystems erinnert an einen Windows-Desktop, inklusive Task-Manager und Anzeige der Auslastung der Hardware.

Die iDX 6011 Pro ist eine schicke, schnelle NAS, die auch unter Last nicht zu laut wird und die die Vibrationen von Festplatten gut abfängt.

Doch der eigentliche Star ist die Software UGOS Pro mit lokal berechneten KI-Modellen.

Mal ganz unabhängig davon, was man jetzt als KI bezeichnen möchte und was nicht, bietet die NAS viele praktische Funktionen.

1. Foto-Alben nach bestimmten Kriterien erstellen

Die KI liegt bei der Motiv-Auswahl nicht immer richtig. Hier haben sich zwischen Strandbilder Fotos aus einem Biergarten eingeschlichen. Im Großen und Ganzen sind die Ergebnisse für mich aber zufriedenstellend. Die KI liegt bei der Motiv-Auswahl nicht immer richtig. Hier haben sich zwischen Strandbilder Fotos aus einem Biergarten eingeschlichen. Im Großen und Ganzen sind die Ergebnisse für mich aber zufriedenstellend.

So kann ich zum Beispiel den Chatbot namens Ulyia damit beauftragen, alle Fotos mit meiner Frau und mir am Stand herauszusuchen und ein passendes Album anzulegen.

Es ist aufgrund der Masse meiner Bilder zwar schwer zu überprüfen, ob die Software nicht doch das ein oder andere Bild vergessen hat. Grundsätzlich erfüllt sie diese und ähnliche Aufgaben aber gut und ich bekomme meist das, was ich erwartet habe.

Auch die Suche nach Texten auf Bildern ist möglich. So werden beispielsweise Hotels selbst dann als solche erkannt, wenn die entsprechende Schrift auf dem Foto nicht allzu deutlich ins Auge springt.

2. Doppelte und ähnliche Bilder finden

Bei der Suche nach ähnlichen Bildern muss ich manuell entscheiden, welche ich behalten möchte und welche nicht. Bei der Suche nach ähnlichen Bildern muss ich manuell entscheiden, welche ich behalten möchte und welche nicht.

Per Zusatzfunktion kann ich Bilder identifizieren, die identisch sind und die Doppelgänger nach verschiedenen Kriterien löschen (etwa, indem ich nur die neusten Fotos behalte).

Auch ähnliche Bilder kann die NAS-Software entdecken. Das ist beispielsweise dann hilfreich, wenn man das gleiche Motiv bewusst mehrfach fotografiert hat, hinterher mehrere Optionen zur Wahl zu haben oder sich nicht über ein einzelnes unscharf gewordenes Bild zu ärgern.

Doch bei den ähnlichen Bildern muss ich manuell für jeden Fall entscheiden, welche Fotos ich behalte und welche nicht. Die Vorsortierung ist aber dennoch hilfreich.

3. Überall auf der NAS nach bestimmten Schlagwörtern suchen

Die universelle Suche kann auch Inhalte aus verschiedenen Apps finden, also Bilder, Videos und so weiter. Die universelle Suche kann auch Inhalte aus verschiedenen Apps finden, also Bilder, Videos und so weiter.

Die KI-Funktionen beschränken sich nicht auf Fotos. Auch Texte lassen sich nach Schlagworten durchsuchen, und über die universelle Suche kann man die gesamte NAS nach Inhalten zu einem bestimmten Suchbegriff durchforsten.

Voraussetzung ist stets, dass die passenden KI-Modelle installiert und die nötigen Indizes erstellt wurden, was durchaus ein paar Stunden dauern kann, je nach Datenmenge und Schnelligkeit des Speichervolumens.

4. KI-Agent für Anfragen und Aufgaben nutzen

Der Chat-Bot kann viele verschieden Aufgaben erledigen. Bei allgemeinen Fragen klappt das mal besser, mal schlechter. Optional ist es dabei auch möglich, dem Chat-Bot den Online-Zugang zu erlauben. Der Chat-Bot kann viele verschieden Aufgaben erledigen. Bei allgemeinen Fragen klappt das mal besser, mal schlechter. Optional ist es dabei auch möglich, dem Chat-Bot den Online-Zugang zu erlauben.

Der KI-Agent Ulyia ist nicht dafür da, Aufgaben in der Foto-App der NAS zu erledigen. Er lässt sich per Texteingabe auf verschiedene Weise so nutzen, wie wir das von ChatGPT & Co. kennen.

So kann er Texte zusammenfassen, die auf der NAS gespeichert sind, aus mehreren dieser Dateien eine Datenbank erstellen, zu der man gezielt Fragen stellen kann oder auch ganz klassisch allgemeine Fragen beantworten.

Die Antworten kommen aber durch die lokale Berechnung langsamer als von ChatGPT & Co. gewohnt, und die Qualität der Ergebnisse hat mich im letzten Fall nur bedingt überzeugt.

So habe ich etwa gefragt, was ich tun kann, wenn ich beim PC-Start nur einen schwarzen Bildschirm zu Gesicht bekomme, und die ersten Troubleshooting-Tipps haben alle vorausgesetzt, dass ich in den Safe-Mode von Windows komme.

5. Sprachmemos aufzeichnen und Mindmaps daraus erstellen

Mal eine etwas andere Art der Zusammenfassung eines YouToube-Videos. Mal eine etwas andere Art der Zusammenfassung eines YouToube-Videos.

Es gibt auch eine App, mit der ihr selbst Sprachmemos aufzeichnen und analysieren lassen könnte. Ebenso ist es möglich, Audiodateien hochzuladen.

Will man etwa eine Zusammenfassung eines langen YouTube-Videos, geht das nach dem Download der passenden Audiodatei mit dem KI-Assistenten der NAS sehr gut und auch in einer ordentlichen Geschwindigkeit.

Interessant finde ich auch die Idee, die Zusammenfassung als Mindmap darzustellen. Das ist zwar letztlich nur eine leichte optische Aufbereitung der Textzusammenfassung, aber dennoch ein zusätzlicher Ansatz, der hilfreich sein kann.

Auf das Display könnte ich persönlich locker verzichten, auch wenn es zugegebenermaßen schick aussieht. Es zeigt aber nur wenige Infos wie die Hardware-Auslastung an und ist daher in meinen Augen bloß eine Spielerei. Auf das Display könnte ich persönlich locker verzichten, auch wenn es zugegebenermaßen schick aussieht. Es zeigt aber nur wenige Infos wie die Hardware-Auslastung an und ist daher in meinen Augen bloß eine Spielerei.

Fazit der Redaktion

Nils Raettig: Im Grunde bietet die iDX 6011 Pro nichts, was es nicht schon geben würde. Sie kombiniert den Netzwerkspeicher aber sinnvoll mit Assistenz-Funktionen, was sie zu einer sehr guten All-in-One-Lösung für die Speicherung und Verwaltung der eigenen Dateien macht.

Personen, Texte und Motive auf Bildern hat sie in meinem Test in den allermeisten Fällen zuverlässig auf Fotos erkannt, die KI-Funktionen werden in der Regel ausreichend schnell lokal berechnet und wer will, kann damit weitaus mehr tun als seine Bilder an zentraler und lokaler Stelle clever zu verwalten.

Ihr müsst euch aber trotz der grundsätzlich gut strukturierten Software auf etwas Einarbeitungszeit einstellen, und wie das mit KI nun mal so ist, funktioniert sie auch im Falle der iDX 6011 Pro nicht immer reibungslos.

Die Foto-App der NAS liefert auch ganz ohne KI-Funktionen schon eine praktische Übersicht aller Bilder nach Jahr und Monat sortiert. Das Scrollen geht ruckzuck von der Hand, auch wenn kein SSD-Cache eingerichtet ist. Die Foto-App der NAS liefert auch ganz ohne KI-Funktionen schon eine praktische Übersicht aller Bilder nach Jahr und Monat sortiert. Das Scrollen geht ruckzuck von der Hand, auch wenn kein SSD-Cache eingerichtet ist.

Gleichzeitig ist es ein gutes Gefühl, mit all meinen privaten Fotos und Dateien rein lokal zu arbeiten, wobei eine Online-Verknüpfung auf Wunsch möglich ist.

Bleibt noch der große Elefant im Raum in Form des sehr stolzen Preises. Ich gehe nicht davon aus, dass die beiden günstigeren Versionen im Alltag so viel langsamer arbeiten, dass sie keine Empfehlung darstellen.

Sowohl auf das Display als auch auf die eGPU-Funktion kann man in meinen Augen außerdem gut verzichten. Daher würde ich euch bei Interesse zum günstigsten Modell raten.

Wartet aber am besten, bis die Modelle bei hiesigen Händlern verfügbar sind. Wie hilfreich ihr die KI-Funktionen findet und ob euch die Geschwindigkeit ausreicht, kann erst ein eigener Test wirklich sagen, und bei lokalen Anbietern dürfte eine Rückgabe am einfachsten ablaufen.

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