Als ich gefragt wurde, ob ich den Test des Galaxy S25 Edge vertretungsweise übernehmen kann, ließ mich das kalt, obwohl ich für Neuheiten im Smartphone-Bereich immer zu haben bin.
- Kalt, weil die größte Neuerung (der Formfaktor) wenig Spannendes mit sich bringt.
- Kalt, weil ich mir das Fazit heimlich bereits ausgemalt habe.
Womit ich jedoch nicht gerechnet habe: Das Galaxy S25 Edge hat mich kalt erwischt – und das im positiven Sinne. Allerdings kommt seine größte Stärke, wie zu erwarten, gleichzeitig mit einigen Schwächen einher.
Der Reihe nach.
Das Galaxy S25 Edge ist verdammt dünn
Überraschung (nicht)! Das Galaxy S25 Edge ist mit 5,8 Millimeter ziemlich dünn. Was allerdings bei mir tatsächlich für eine Überraschung sorgte: es fühlt sich sehr futuristisch an, überspitzt formuliert beinahe so, als hätte man nur noch ein Display in der Hand. Dazu ist das Handy noch äußerst stabil.
Das habe ich im Vorfeld deutlich unterschätzt.
Das Galaxy S25 Edge liegt tatsächlich gut in der Hand. Übrigens: Wenn ihr das Handy mit der Rückseite auf einen Tisch legt, wackelt es stark.
Chepau, Samsung. Jedes andere herkömmliche Smartphone wirkt dagegen wie ein Klotz. Es ist erstaunlich, was der Hersteller in Anbetracht dieser Maße ins Gehäuse mogelt, etwa den Snapdragon 8 Elite.
Auf eine Top-Performance müsst ihr also nicht verzichten. Allerdings drosselt der Chip schneller als bei seinen Geschwistermodellen (dazu mehr im kommenden Test).
Das zweite Problem beim futuristischen Formfaktor: In Anbetracht der Kompromisse, die eine solche Designentscheidung mit sich bringt, verfliegt das schöne Gefühl schnell, ein Stück der potenziellen Zukunft von Smartphones in den Händen zu halten.
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Galaxy S25 Edge: So sieht das ultradünne Samsung-Smartphone aus
Galaxy S25 Edge: Die Akkulaufzeit ist die Achillesferse
Ich komme zum zweiten offensichtlichen Merkmal des Handys. Die Akkulaufzeit ist zwar nicht gut, allerdings nicht annähernd so schlecht, wie zunächst befürchtet.
Ein objektiver Vergleich mit anderen Smartphones derselben Preisklasse spricht aber Bände. So hält das Galaxy S25 Edge rund sechs Stunden weniger durch als das Galaxy S25 (Standardmodell).
PCMark Akku-Benchmark
Galaxy S25 Ultra
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Ich verwende die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt dabei Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.
Subjektiv hängt der Akkuverbrauch also mehr denn je von eurer Nutzung ab. An vielen Tagen kam ich mit einem Restakku zwischen 30 und 40 Prozent problemlos durch den Tag – trotz 120 Hertz und Always-on-Display. Im Vorfeld habe ich dem S25 Edge deutlich weniger zugetraut.
Wurde das Smartphone aber mit Social Media, Spielen und GPS-Diensten stärker gefordert, sank der Akkustand rapide. Längere Tagesreisen trete ich mit dem S25 Edge nicht ohne Powerbank an. Auf das Ladelimit von maximal 80 Prozent, das den Akku nachweislich schont, greife ich zudem nur an Arbeitstagen zurück (wenn überhaupt).
Zu guter Letzt kann das ultradünne Handy beim Aufladen ebenfalls keine Lorbeeren einheimsen. Maximal sind 25 Watt mit Kabel und 15 Watt kabellos (Qi2 ready) möglich. Erst nach rund 1 Stunde und 30 Minuten wechselt die Anzeige beim Aufladen auf 100 Prozent.
Was bleibt: Auf den Akku wird bewusster Rücksicht genommen als bei vielen anderen Smartphones.
Die Kamera: Kompromiss oder Tugend?
Für 1.250 Euro bekommt ihr eine Linse weniger als beim S25 und S25+ – und natürlich auch bei vielen anderen Smartphones.
Zudem erhaltet ihr für diesen Preis auf Papier ein vergleichsweise schlechteres Ultraweitwinkel-Objektiv (f/2.2, 1/2.55 Zoll), das ohnehin als schwarzes Schaf unter den Smartphone-Kameras gilt. Über diese beiden Umstände lässt sich nicht hinwegsehen.
Aber: Wenn ihr mit dem Smartphone ohnehin nur die Hauptkamera nutzt und es euch nichts ausmacht, euch beim Fotografieren zum Motiv hin oder weg zu bewegen, sind diese Kompromisse hinfällig.
Samsung verbaut die gleiche 200-Megapixel-Hauptkamera (f/1.7, 1/1.3 Zoll) wie beim Ultra-Modell. Daraus resultieren knackscharfe Bilder mit vielen Details und einem hohen Dynamikumfang.
200-Megapixel-Bilder gehen mit enormen Speichergrößen einher. Zudem verfügt die Hauptkamera lediglich über einen digitalen fünffachen Zoom (keinen optischen Zoom), wie das letzte Bild zeigt.
Nichtsdestotrotz ist dieses »Aber« mit sehr viel Wohlwollen verbunden, gerade angesichts des hohen UVP-Preises. Umso erfreulicher ist es, dass Samsung bei den Videofunktionen keine Kürzungen vorgenommen hat.
Das S25 Edge unterstützt 4K-Aufnahmen mit bis zu 120 FPS (Slow-Motion) sowie 8K bei 30 FPS.
Der Preis wiegt schwerer denn je
Das Galaxy S25 Edge hinterlässt mit einer UVP von 1.250 Euro eine große Lücke im Geldbeutel. Die wenigsten werden das Gerät zum UVP kaufen, dessen bin ich mir fast sicher.
In den kommenden Wochen und Monaten wird der Preis des Handys vermutlich (weiter) sinken. Ein Vergleich mit anderen Smartphones wie dem Pixel 9 Pro, dem iPhone 16 Pro oder dem OnePlus 13 Pro ist allerdings unumgänglich.
Für weniger Geld bekommt man mehr und bessere Kameras sowie eine deutlich längere Akkulaufzeit und Ladegeschwindigkeit. Da stellt sich die Frage: Für wen ist ein Smartphone wie das Galaxy S25 Edge überhaupt konzipiert?












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