Vor einiger Zeit konntet ihr einen Test zum Geekom A5 Pro Mini-PC hier lesen. Der kleine Rechner konnte mich hinsichtlich der Leistung nicht so wirklich überzeugen. Dieses Problem sollte bei unserem aktuellen Testgerät keine Rolle spielen. Wir sehen uns heute mit dem A9 Mega das Spitzenmodell von Geekom an.
Das Gerät kommt mit dem extrem leistungsstarken AMD Ryzen AI Max+ 395 Prozessor, der mit seiner integrierten Radeon 8060S Grafiklösung alle anderen auf dem Markt erhältlichen iGPU regelrecht pulverisiert.
Transparenzhinweis
Geekom hat uns den A9 Mega Mini PC für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt dieses Artikels und bekam keine Einsicht vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Ausstattung, Verarbeitung und sonstige Besonderheiten
Bevor wir uns den A9 Mega näher ansehen, müssen wir über Geld sprechen. Dieser Mini-PC ist leider nur bei seinen Abmessungen Mini. Der Rechner besitzt in der vorliegenden Konfiguration ganze 128-GB-LPDDR5x-8000-RAM, alleine aus diesem Grund kann der A9 Mega schon kein Schnäppchen sein.
Aber Butter bei die Fische: Geekom ruft eine UVP von satten 3.999 Euro auf. Aktuell bekommt ihr das Gerät für 3.699 Euro, mit dem Code GMEA9MEGA (gültig bis zum 30. Juni) bekommt ihr im Shop des Herstellers noch mal 8 Prozent Rabatt, was am Ende 3.403,08 Euro macht. Das ist richtig viel Geld für einen Mini-PC.
Der Preis hoch aber ein vergleichbar ausgestatteter Mac Studio mit 128-GB-RAM und 2-TB-SSD kostet euch mindestens 4.924 Euro. Dieser Vergleich zeigt auch direkt eine Sache sehr deutlich, der Geekom A9 Mega ist kein normaler Mini-PC für den Normalo-Anwender, er will ein Profi-Gerät sein.
Aber nun endlich zum Testgerät: Der A9 Mega besteht komplett aus Aluminium und ist sehr sauber verarbeitet. Während der Geekom A5 Pro wirklich superkompakt war, fällt das Gehäuse des A9 Mega deutlich größer aus. Bei einem Mac Studio ist das Material vielleicht noch einen Tick dicker, davon abgesehen ist die Verarbeitung aber nahezu perfekt.
Der Geekom A9 Mega ist kein normaler Mini-PC für den Normalo-Anwender, er will ein Profi-Gerät sein.
An der Vorderseite befinden sich griffgünstig vier USB-Ports und ein SD-Kartenleser. Daneben liegt der Power-Taster, der auch über einen integrierten Fingerabdrucksensor verfügt. Die Oberseite und die beiden Seiten sind frei von irgendwelchen Öffnungen.
Der obere Teil der Rückseite wird von einem großen Luftauslass dominiert. Darunter befinden sich neben der 3,5-mm-Audio-Buchse je zwei USB-C-, USB-A-, HDMI- und 2,5-GBit-Anschlüsse. Seine Frischluft bezieht der Rechner durch eine kreisförmige Öffnung am Boden
Technische Daten
- CPU:
- Grafik:
- RAM:
- SSD:
- Konnektivität:
- Abmessungen:
Testverfahren
Zum hier angewendeten Testverfahren gibt es einen eigenen Artikel:
. Eventuelle Abweichungen wie etwa bei einem Gerät mit integrierter Grafik (IGP) oder Apple Laptops werden im Artikel erklärt.Testverfahren ausführlich erklärt: So testen wir die Notebooks auf GameStar Tech
Preis und Verfügbarkeit
Der Geekom A9 Mega ist direkt im Shop des Herstellers für 3.699 Euro erhältlich. Mit dem Code GMEA9MEGA (gültig bis zum 30. Juni) bekommt ihr unter diesem Link zusätzlich noch 8 Prozent Rabatt direkt beim Hersteller.
Das Innenleben
befestigt, darunter befindet sich eine weitere Platte aus Metall mit zwei WLAN-Antennen, die ebenfalls mit vier Schrauben fixiert ist. Darunter kommt dann das kleine Mainboard zum Vorschein und ihr habt Zugriff auf zwei M.2-Slot und das WLAN-Modul.
Im Inneren habt ihr Zugriff auf zwei M.2-Slots und das WLAN-Modul.
Die CPU mit samt dem Kühler befindet sich auf der anderen Seite der Hauptplatine. Die 128-GB-RAM sind verlötet und können entsprechend auch nicht getauscht werden. Auf den Arbeitsspeicher greift auch die iGPU zu, im BIOS könnt ihr hier bis zu 96 GB zuweisen. Damit ist der A9 Mega gut für die Ausführung von lokalen LLMs ausgerüstet.
Leistung & Temperaturen
Die Leistung des Geekom A9 Mega wird mit den folgenden Geräten verglichen:
- Asus ROG Flow Z13 mit AMD Ryzen AI Max+ 395 (16 Kerne) und Radeon 8060S iGPU
- Asus Zenbook Duo mit Intel Core Ultra X9 388H (16 Kerne) mit Arc B390 iGPU
Wie immer beginnen wir mit dem Geekbench CPU-Test. Hier kann der A9 Mega tatsächlich nicht punkten und liegt knapp hinter dem ROG Flow Z13 mit gleicher CPU. Sehr stark ist die Leistung von Intels Panther Lake CPU.
Dafür dreht der Geekom Mini PC im Geekbench-GPU-Test und das mal so richtig! Trotz identischer iGPU ist die kleine Kiste ganze 23 Prozent schneller als im Asus Z13, das ist deutlich. Die moderne Intel iGPU ist zwar stark, hat aber gegen die Radeon 8060S nicht den Hauch einer Chance.
Im Cinebench 2024 liegen die dreit Geräte im Single-Core dich beieinander, mit Vorteilen für den Prozessor von Intel. Dafür legt der Geekom PC im Multi-Core die gesamte Konkurrenz vom Feld. Wieder ist der Mini-PC gut 23 Prozent schneller als das Asus Notebook mit der gleichen CPU. Intels Panther Lake bleibt nur der letzte Platz und das mit Abstand.
Auch den 3DMark Time Spy entscheidet der Geekom A9 Mega insgesamt für sich. Allerdings zeigt Intels Core Ultra X9 388H im CPU-Test eine bärenstarke Vorstellung und deklassiert die beiden Rechner mit AMD-Prozessor.
Benchmarks
Geekbench CPU
Geekom A9 Mega
- Geekbench Punkte
- 0
- 3800
- 7600
- 11400
- 15200
- 19000
Temperaturen & Lautstärke
Temperaturen
Geekom A9 Mega
- °C
- 0,0
- 18,0
- 36,0
- 54,0
- 72,0
- 90,0
Bleibt zum Schluss die Frage, ob der A9 Mega seine gute Grafikleistung auch in echten Spielen auf die Straße bringt. Er kann! In Cyberpunk 2077 (QHD mit Ultra Details) ist der A9 Mega ganze 35 Prozent schneller unterwegs als das Asus Notebook mit gleicher CPU. Trotz starker iGPU schafft es Intels neue 388H CPU in QHD flüssige 30 FPS auf den Bildschirm zu zaubern. Dafür verbraucht der Chip aber auch nur 25 Watt (Base-TDP) während sich der AMD Ryzen AI Max+ 395 deutlich mehr genehmigt (55 / 120 Watt).
Die CPU des Geekom A9 Mega läuft unter Volllast dauerhaft mit 120 Watt.
Hinsichtlich der Temperaturen und der erzeugten Lautstärke gibt es beim A9 Mega Licht und Schatten. Die Temperaturen sind sehr gut. Der Hersteller gibt an, dass unter Last auch dauerhaft eine Leistungsaufnahme der CPU von 120 Watt möglich ist. Das lässt sich nach den Tests unter Volllast auch bestätigen. Die Kühlung funktioniert also insgesamt sehr gut.
Das hat allerdings auch einen Preis. Der kleine Rechner lärmt bereits im Idle mit über 40 Dezibel, unter Last werden es dann 54 Dezibel. Der Wert unter Last entspricht etwa der Lautstärke, die auch viele leistungsstarke Gaming-Notebooks an die Umwelt abgeben, aber über 40 Dezibel ist deutlich zu viel.
Für die hohe Lautstärke gibt es wohl auch einen klaren Schuldigen. Im BIOS könnt ihr bei der Lüftersteuerung verschiedene Profile auswählen, von Silent bis Enthusiast. Im Test konnte allerdings kein Unterschied zwischen diesen beiden Profilen festgestellt werden.
Weder bei der Lautstärke noch bei der Temperatur. Es scheint also so zu sein, dass die Lüftersteuerung nicht richtig implementiert wurde, Geekom könnte den Fehler als wohl mit einem Update recht einfach beheben. Die Temperaturwerte sind im Idle so niedrig, dass hier Spielraum vorhanden wäre.
Letztlich wäre das ja theoretisch kein Problem, es gibt Software wie Fan Control mit man in Windows manuell anpassen kann. Das Problem ist, dass kein mir bekanntes Tool die Lüfterdrehzahl überhaupt auslesen kann. Egal ob HWMonitor oder HWinfo, kein Tool zeigt die Lüfter an, entsprechend werden sie auch in Fan Control nicht gelistet. Die einzige Möglichkeit, Zugriff auf die Drehzahlen zu bekommen, ist ein Tool des Herstellers, das es bisher allerdings nur auf Chinesisch gibt und das auch nicht wirklich gelungen ist.
Meine Meinung
Sven Scharpe
Der Geekom A9 Mega ist definitiv kein Mini-PC für jedermann, dafür ist das Gerät einfach auch zu teuer. Wer aber gerne auf einem gehobenen Niveau mit lokalen KI-Sprachmodellen experimentieren will, könnte hier glücklich werden. Bis zu 96 GB der 128-GB-RAM lässt sich im BIOS der iGPU zuweisen, optimal für einen Einsatz mit LLMS. Es ist auch gerade der viele LPDDR5X-Speicher der den A9 Mega so teuer macht, das darf man natürlich auch nicht völlig vergessen.
Für den hohen Preis gibt es einen hervorragend verarbeiteten Mini-PC, der in Relation zur Größe sehr viel Leistung bietet. An Anschlüssen hat Geekom nicht gespart, auch wenn ich persönlich bei einem Rechner für professionelle Anwendungen gerne Thunderbolt gesehen hätte.
Die Kühlung ist sehr leistungsstark, der AMD Ryzen AI Max+ 395 läuft unter Volllast dauerhaft mit 120 Watt, da hat der Hersteller einen wirklich guten Job gemacht. Arbeit hat Geekom allerdings noch mit dem BIOS vor sich, die verschiedenen Leistungsprofile unterscheiden sich beim Testmuster tatsächlich nicht. Weder steigt oder fällt die Leistung noch ändert sich was am Verhalten der beiden Lüfter. Und hier haben wir neben dem Preis den großen Haken dieses Rechners: die Lautstärke.
Lassen sich 54 Dezibel noch mit der gebotenen Leistung unter Last irgendwie begründen, sind über 40 Dezibel im Idle einfach zu laut. Das gilt erst recht für einen Rechner, der auf dem Schreibtisch und nicht darunter steht. Hier ist der Hersteller gefragt und zwar dringend, mit einem BIOS-Update sollte sich dieses Problem eigentlich schnell lösen lassen.
Und dann würde ich mir auch gleich noch ein kleines Tool wünschen, mit dem man unter Windows die Drehzahlen manuell anpassen kann. Software wie Fan Control funktioniert zumindest bei unserem Testmuster nicht und das Tool, das der Hersteller anbietet, gibt es nur auf Chinesisch.
Insgesamt ist der Geekom A9 Mega ein toller Rechner, der sehr viel Leistung auf kleinem Raum bietet. Der Preis ist hoch, ein vergleichbarer Mac Studio kostet allerdings noch einmal deutlich mehr. Qualitativ gibt es absolut nichts auszusetzen, nur die Lautstärke stört mich am Ende wirklich.


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