Mini-PCs erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Sie eignen sich perfekt, wenn am heimischen Schreibtisch nur wenig Platz vorhanden ist. Aber auch als Media-PC machen die formschönen kleinen Kisten eine gute Figur und lassen sich meist gut ins Wohnzimmer integrieren.
Aber auch für Menschen, die keine sonderlich hohen Ansprüche an einen Computer haben, können einige Mini-PC-Modelle eine interessante Wahl sein.
Die Firma Geekom hat sich mittlerweile einen guten Namen in der Welt der kleinen Rechner gemacht. Der A6 konnte uns letztes Jahr im Test jedenfalls überzeugen. Heute werfen wir einen Blick auf den A5 Pro, den ihr im Shop des Herstellers zu einem Preis von 619 Euro bekommt. Mit den regelmäßigen Rabattaktionen sind aber auch noch deutlich niedrigere Preise möglich.
Transparenzhinweis
Geekom hat mir den A5 Pro Mini PC für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Inhalt dieses Artikels und bekam keine Einsicht vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Ausstattung, Verarbeitung und sonstige Besonderheiten
Der A5 Pro sieht aus wie ein Mac Mini. Das Gehäuse besteht ebenfalls aus solidem Aluminium, aber es gibt relevante Unterschiede. So lässt sich der Geekom Mini-PC bequem über einen an der Front angebrachten Taster einschalten, während man den Apple Rechner anheben muss, um an den unten angebrachten Power-Knopf zu gelangen.
Mit einer Kantenlänge von 11,2 Zentimetern ist der A5 Pro tatsächlich sogar noch etwas kompakter als der Mac Mini mit seinen 12,7 Zentimetern. Vom Design kann man den A5 Pro nicht vom A6 unterscheiden, das Gehäuse und die Anschlüsse sind identisch.
Apropos Anschlüsse: An der Front befinden sich zwei USB-3.0-Buchsen und der 3,5-mm-Audio-Anschluss. Rückseitig findet ihr zweimal HDMI, einmal USB 2.0 und insgesamt dreimal USB 3.0. Mehr würde auch nicht an die Rückseite des zierlichen Gehäuses passen. An der linken Seite steht euch zudem noch ein SD-Kartenleser zur Verfügung.
Wenn ihr den Mini-PC komplett verstecken möchtet, bietet Geekom euch auch dafür eine gute Lösung an. Dem Lieferumfang liegt eine Montageplatte bei, mit der ihr den A5 Pro an den VESA-Bohrungen von einem Display oder TV-Gerät befestigen könnt.
Der Geekom A5 Pro ist kompakter als ein aktueller Mac Mini
Technische Daten
- CPU: AMD Ryzen 5 7530U mit 6 Kernen und max. 4,5 GHz
- Grafik: AMD Radeon Graphics (iGPU)
- RAM: 16-GB-DDR4
- SSD: 1x 1-TB-M.2
- Konnektivität: WiFi 6. Bluetooth 5.2, 2x 2,5-GBit-LAN
- Abmessungen: 37 x 112 x 112 Millimeter
Testverfahren
Zum hier angewendeten Testverfahren gibt es einen eigenen Artikel:
. Eventuelle Abweichungen wie etwa bei einem Gerät mit integrierter Grafik (IGP) oder Apple Laptops werden im Artikel erklärt.Testverfahren ausführlich erklärt: So testen wir die Notebooks auf GameStar Tech
Preis und Verfügbarkeit
Der Geekom A5 Pro ist mit der 1-TB-SSD für 599 Euro direkt im Shop des Herstellers erhältlich. Mit dem Code GAA5PRO12 (gültig bis zum 31. Mai) bekommt ihr unter diesem Link zusätzlich noch 12 Prozent Rabatt.
Das Innenleben
Im Gegensatz zum Mac Mini hat der A5 Pro noch einen weiteren großen Vorteil: Er lässt sich ganz einfach öffnen und aufrüsten. Die Schrauben versteckt der Hersteller unter den kleinen Gummistandfüßen. Sind die vier Schrauben gelöst, kann man die Bodenplatte abheben.
Aber Vorsicht, das Kabel für die WLAN-Antenne ist mit einem Klebeband relativ stramm festgeklebt, so passiert es schnell, dass man das Kabel der Antenne vom WiFi-Modul löst.
Um an die Hardware zu gelangen, müssen beim A5 Pro erst die Standfüße entfernt werden. (Bildquelle: GameStar Tech)
Unter der Bodenplatte befindet sich noch eine Platte aus Metall, die mit vier weiteren Schrauben befestigt ist. Sobald diese dann auch entfernt ist, wird die kleine Hauptplatine sichtbar. Insgesamt gibt es zwei SO-DIMM-Slots, einen Slot für das WiFi-Modul und zwei M.2-Steckplätze (2280 und 2242).
Leistung & Temperaturen
In den Benchmarks wurde der Geekom A5 Pro mit dem A6 aus dem gleichen Hause verglichen. IM A6 arbeitet eine AMD Ryzen 7 6800H CPU mit 8 Kernen und einer maximalen Taktfrequenz von 4,7 GHz. Die Grafikausgabe übernimmt die Radeon 680M iGPU.
Dagegen werkelt im kleineren A5 Pro ein Ryzen 7530U mit 6 Kernen, der mit maximal 4,5 GHz taktet. Auch hier kommt eine AMD iGPU zum Einsatz. Es handelt sich mit der Radeon Graphics um die schwächste Version, die der Chip-Hersteller aktuell im Programm hat.
Zu berücksichtigen ist im Vergleich allerdings auch noch die Leistungsaufnahme: Der 6800H hat eine TDP von 45 Watt, der 7340U begnügt sich dagegen mit lediglich 15 Watt.
Im Geekbench Single-Core liegen die beiden AMD-Prozessoren quasi auf Augenhöhe. Im Multi-Core zieht der ältere 6800H dank seiner zwei zusätzlichen Kerne aber deutlich davon. Im GPU-Test des Geekbench zeigt sich die iGPU des A5 Pro nicht als sonderlich leistungsstark, die 680M des 6800H ist hier mehr als doppelt so schnell.
Benchmarks
Geekbench CPU
Geekom A5 Pro
- Geekbench Punkte
- 0
- 1960
- 3920
- 5880
- 7840
- 9800
Temperaturen & Lautstärke
Temperaturen
Geekom A5 Pro
- °C
- 0,0
- 12,0
- 24,0
- 36,0
- 48,0
- 60,0
Gleichstand herrscht im Cinebench 2024, jedenfalls im Single-Core. Im Multi-Core sehen wir das gleiche Bild wie bereits im Geekbench, der ältere 6800H ist um rund 80 Prozent schneller. Der 3DMark Time Spy zeigt dann deutlich, dass man dem Geekom A5 Pro keine Spiele, die über die typischen Casual-Games wie Stardew Valley hinausgehen, nicht zumuten sollte.
Als letzter Beweis kann dann ein Cyberpunk 2077 Benchmark herhalten. Dieser wurde mit mittleren Details in FHD-Auflösung durchgeführt. Magere 8,85 FPS lassen das Spiel zu einer Diashow werden, die 680M schafft hier immerhin noch 19,60 FPS.
Die AMD 7530U CPU begnügt sich mit lediglich 15 Watt.
AMD gibt für die 7530U CPU eine maximal zulässige Temperatur von 95 °C an, davon bleibt der Prozessor im A5 Pro mit 57,9 °C weit entfernt. Insgesamt fallen die Temperaturwerte sehr gut aus. Bei der Lautstärke konnten unter Last 48 Dezibel gemessen werden, das ist deutlich hörbar, speziell wenn der Rechner vor einem auf dem Schreibtisch steht.
Hier hätte Geekom durchaus Spielraum gehabt, die Drehzahl des Lüfters anzupassen, die Temperaturen würden das locker ermöglichen. Im Idle wird der A5 Pro mit 36,6 Dezibel dann leiser, der Lüfter regelt runter und man hört dann lediglich noch ein leichtes Rauschen, wenn man das Ohr ans Gehäuse hält.
Einordnung
Den Geekom A5 Pro muss man erst richtig einordnen, um seine Leistung fair bewerten zu können. Zum einen wäre da der Preis von rund 619 Euro (ohne Gutschein) der insgesamt 16-GB-RAM beinhaltet. Ja, der RAM kostet aktuell alleine schon zwischen 120 bis 140 Euro, dennoch erscheint mir der Preis ein wenig zu ambitioniert.
Die Leistung reicht für alltägliche Aufgaben aus, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Zum Zocken von aufwendigen 3D-Spielen ist der kleine Rechner nicht einmal im Ansatz geeignet. Das will er aber auch nicht sein.
Die Leistung reicht für alltägliche Aufgaben aus, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Der A5 Pro richtet sich an Leute, die einen günstigen Rechner für die Internetnutzung, E-Mail oder das Streamen von Videos haben möchten. Ein weiteres Einsatzgebiet könnte der Einsatz als günstiger Mediacenter-PC im Wohnzimmer sein.
Fazit der Redaktion
Sven Scharpe
Es gibt einiges, was für den Geekom A5 Pro spricht, die reine Leistung ist es allerdings nicht. Der verbaute Ryzen 5 7530U zeigt sich recht schwachbrüstig in den Benchmarks. Das Gerät ist also definitiv kein Gaming-PC und auch keine Mini-Workstation.
Im Alltag ist die Leistung ausreichend, ihr könnt auch ohne Probleme Videos in hohen Auflösungen streamen. Das macht den A5 Pro fast zu einem idealen Media-PC, besonders dann, wenn ihr den Winzling auch noch hinter dem TV-Gerät versteckt.
Nötig ist das allerdings nicht zwingend, denn mit seinem schicken Alu-Gehäuse fällt er optisch nicht negativ auf. Was allerdings durchaus auffällt, ist der verbaute Lüfter, den man für meinen Geschmack unter Last zu deutlich hören kann.
Für den A5 Pro seine Aufrüstbarkeit und der geringe Energieverbrauch, den der Mini-PC seiner sparsamen 15-Watt-CPU zu verdanken hat. Für das Gebotene erscheint mir der Preis etwas hoch zu sein. Hier würde ich gerne als erste Ziffer eine 4 sehen. Insgesamt ist der A5 Pro ein solider Mini-PC, für mehr als 3,5 Sterne reicht es allerdings nicht.


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