In Red Dead Redemption 2 schrumpfen die Hoden von Pferden, wenn es draußen kalt wird. Eines der vielen kleinen Details, von denen jeder von euch wahrscheinlich schon mal gehört hat, und für die Rockstars Western-Open-World bis heute gefeiert wird.
Und genau solche Überraschungen soll es auch in GTA 6 geben. Das hat Branchenjournalist Jason Schreier jetzt in einem neuen YouTube-Video verraten, in dem er weitere Einblicke von seinem Besuch bei Rockstar North in Edinburgh teilt.
Das große Überraschung: Offenbar wissen selbst die wichtigsten Köpfe bei Rockstar nicht, was alles in GTA 6 steckt.
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Chaos und Größenwahn: So ist GTA 6 entstanden
»Es gibt niemanden, der das alles im Kopf hat«
Rockstars Art Director Aaron Garbut brachte die Dimensionen des Spiels gegenüber Schreier auf den Punkt:
»Es gibt niemanden im Studio, der das alles vollständig im Kopf hat.«
Der Grund dafür ist die kreative Freiheit der Mitarbeiter. Einzelne Entwickler dürfen offenbar eigene Ideen umsetzen, wenn sie diese für sinnvoll halten und genügend Zeit dafür haben.
Das war bereits bei Red Dead Redemption 2 so. Die berühmten schrumpfenden Pferdehoden standen laut Schreier auf keiner großen Feature-Liste und wurden auch nicht von der Studioleitung angeordnet. Stattdessen hatte jemand schlicht eine Idee, fand sie gut und setzte sie um.
Und weil Rockstar seinen Entwicklern solche Freiheiten einräumt, sollen auch in GTA 6 unzählige Details stecken, die nicht von oben geplant wurden. Wenn ihr in zwei oder drei Jahren also irgendeine bizarre Kleinigkeit in Vice City entdeckt, war dafür wahrscheinlich ein einzelner Programmierer verantwortlich, der einfach Lust darauf hatte.
Rockstar experimentierte monatelang mit einem neuen Waffensystem
Schreier verrät außerdem einige Details über die schwierige Entwicklung des Spiels: So wollte Rockstar das bekannte Waffenrad ursprünglich durch ein komplett neues System ersetzen. Denn anders als in früheren GTA-Spielen sollten Jason und Lucia nicht mehr ein praktisch unendliches Waffenarsenal mit sich herumschleppen können.
Stattdessen orientierte sich das Team an Red Dead Redemption 2, wo die Anzahl der mitgeführten Waffen begrenzt ist. Für die Benutzeroberfläche experimentierten die Entwickler laut Schreier über Monate, möglicherweise sogar Jahre, mit unterschiedlichen Konzepten. Unter anderem wurden verschiedene Menüformen ausprobiert.
Am Ende landete das Team trotzdem wieder beim klassischen Waffenrad. Wie genau die begrenzte Waffenauswahl im fertigen Spiel funktioniert, muss sich noch zeigen.
Manche Entwickler arbeiten seit elf Jahren an GTA 6
Auch beim Personalaufwand werden die Dimensionen des Projekts nochmal deutlich: Laut Schreier beschäftigen sich manche Künstler bei Rockstar bereits seit 2015 mit GTA 6. Damals wurde unter anderem an der Karte gearbeitet. Einige dieser Mitarbeiter waren deshalb überhaupt nicht an Red Dead Redemption 2 beteiligt.
Wie stark die Produktion inzwischen gewachsen ist, zeigt ein Vergleich: Während das Team für die Art-Produktion bei GTA 5 noch aus fünf oder sechs Leuten bestand, sind es bei GTA 6 demnach 65. Die enorme Größe des Projekts hatte allerdings auch Schattenseiten. Gerade zwischen 2019 und 2022 gab es laut Schreier große Schwierigkeiten, eine gemeinsame Richtung zu finden.
Rockstar musste ständig zwischen möglichst realistischer Simulation und dem eher arcadelastigen Gameplay der GTA-Reihe abwägen. Einige erfahrene Designer verließen das Studio sogar, weil sie das Gefühl hatten, dass die Entwicklung kaum vorankam.
Inzwischen ist die lange Wartezeit aber fast vorbei: GTA 6 soll am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X/S erscheinen.
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