In meinen über zehn Jahren als Hardware-Testerin hatte ich Geräte von allen großen Peripherie-Herstellern auf dem Tisch. Die Gaming-Mäuse von Glorious stachen dabei immer wieder heraus.
Einerseits bringen sie in der Regel ein bodenständiges Preis-Leistungs-Verhältnis mit, integrieren andererseits aber auch neuste Trends.
So war die Glorious Model D beispielsweise eine der ersten modernen Gaming-Mäuse, die auf ein Wabengehäuse setzten (auch heute noch eine fantastische Maus).
Auch die beiden neusten PC-Mäuse des Herstellers für Spieler haben mich schnell überzeugt: die Glorious Model O 2 Mini Wireless und die Model O Eternal. Erstere wäre sogar fast meine Lieblings-Gaming-Maus geworden und hätte somit die BenQ Zowie FK2-DW (Test) abgelöst.
Bei längerer Benutzung zeigte sich jedoch ein kleines Defizit, das mich so genervt hat, dass die Maus knapp an einem Award vorbeigeschrappt ist. Ich komme im Text ausführlich darauf zurück.
Ein Umstand, der jedoch keine Abwertung mit sich bringt, ist, dass man beide Mäuse eher schlecht als recht im Palmgrip verwenden kann – es sei denn, die Hände sind eher klein. Bei der Model O Eternal klappt es noch eher.
Transparenzhinweis: Glorious hat mir beide Mäuse für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Glorious Model O 2 Mini Wireless
Diese Maus habe ich schnell ins Herz geschlossen. Ich war zu Beginn sogar so begeistert, dass ich schon einen Artikel vorbereiten wollte, in dem ich sie als meine neue Favoritin vorstelle. Doch nach einiger Zeit kam es anders, sodass ich nun bei einer Wertung von 3,5/5 Sternen gelandet bin.
Doch ich möchte euch erst einmal erzählen, was mir an der Model O 2 Mini Wireless gut gefällt, denn das ist einiges.
Der erste Punkt steckt bereits im Namen, die Maus ist Mini
und somit recht klein. Das macht sie für mich als Fingertip-Grip-Spielerin äußerst attraktiv.
Die Model O 2 Mini Wireless gleitet problemlos über die meisten Untergründe, bei mir jetzt gerade in diesem Moment sogar über das Sofa, obwohl darauf ein geriffelter Baumwollüberzug liegt.
Ich liebe das feste, knackige Klick-Feedback der Tasten. Die Haupttasten sind leicht nach unten gewölbt, was ein stimmiges Tastgefühl erzeugt. Beim Spielen von Metal: Hellsinger fühlte sich jeder Abschuss satt und befriedigend an.
3:07
Metal: Hellsinger: Hier gibt's 3 Minuten Gameplay aus dem Shooter
Die DPI-Taste liegt auf der Oberseite. Dort können wir aus fünf vorgegebenen Stufen (400, 800, 1.600, 3.200 und 6.400) oder aber zwischen 100 und 26.000 DPI frei wählen. Die LED-Anzeige, die Aufschluss darüber gibt, welche Stufe gerade eingestellt ist, liegt jedoch unterhalb, was für mich wenig Sinn ergibt.
Zudem ist die Maus mit 57 Gramm ein Leichtgewicht, was langes Spielen ohne Ermüdungserscheinungen begünstigt. Mit ihrer griffigen Oberflächenbeschaffenheit, die komplett auf Gummierungen verzichtet, gewährleistet sie eine hervorragende, klebefreie Haptik.
Der Loch-Kunststoffkörper fühlt sich eher rau und äußerst hochwertig an. Im Vergleich zu der eingangs genannten Glorious Model D sind die Aussparungen im Gehäuse nun nicht mehr wabenförmig, sondern rund. Außerdem liegen sie näher beieinander und sind kleiner. Dadurch hat Schmutz es schwerer, ins Mausinnere zu gelangen.
Der durchlöcherten Oberfläche verdankt die Maus nicht nur ihr geringes Gewicht: Dadurch, dass mehr Luft an die Handinnenfläche kommt, wird diese nicht schwitzig. Das trifft zumindest bei mir zu. Ich kann mir aber vorstellen, dass es bei anderen Spielern eventuell dennoch dazu kommt.
Meine Hände schwitzen bei der Model O 2 Mini Wireless überhaupt nicht, aber ich neige auch generell wenig dazu. Das Lochdesign findet sich übrigens auch auf der Unterseite.
Ich habe das schwarze Modell zum Testen bekommen, es gibt aber auch noch eine weiße Variante. Links und rechts an den Seiten befindet sich ein Leuchtstreifen, der auch das Innenleben der Maus zart beleuchtet. Das Licht kann aber auch abgeschaltet werden.
Hier kommt es nun zu dem einen Negativpunkt, den ich nennen muss: Die Model O 2 Mini Wireless hat keinen Stand-by-Modus. Das heißt, die Beleuchtung und die Maus selbst schalten sich nicht ab, wenn ich sie länger nicht benutze.
Insbesondere bei einer kabellosen Maus wäre genau das aber wichtig. Ohne Beleuchtung bringt das Gerät zwar eine Akkulaufzeit von 110 Stunden mit 2,4-GHz-Funk und 210 via Bluetooth, jedoch bei abgeschalteter Beleuchtung.
Für Spielerinnen und Spieler, die bei ihrer Hardware sowieso immer als Erstes die Beleuchtung abschalten, sicher kein Hindernis.
Wer aber lieber am Abend spielt oder sich schlichtweg kein Gerät mit RGB kauft, nur um dieses dann auszulassen, kann davon genervt sein. Die Akkulaufzeit sinkt nämlich je nach Helligkeit und Dynamik des Lichts dramatisch.
Sicherlich könnte man die Maus über den Umschalter auf der Unterseite (Funk/Aus/Bluetooth-Betrieb) auch jedes Mal abschalten, wenn der PC ein paar Minuten verlassen wird, aber wer macht das schon? Ich würde behaupten, die wenigsten von uns Spielern.
BenQ hat da mit der BenQ Zowie FK2-DW (Test) und zuvor schon mit der Zowie U2 (Test) eine gute Lösung gegen leere Akkus etabliert: eine simple Andock-Ladestation, die gleichzeitig auch der Empfänger ist.
Spezifikationen
| Modell | Glorious Model O Eternal | Glorious Model O 2 Mini Wireless |
| Form | Rechts-Symmetrisch (Daumentasten links) | Rechts-Symmetrisch (Daumentasten links) |
| Verbindung | Kabelgebunden (2-Meter-Kabel, nicht ummantelt) | Tri-Mode (2,4 GHz Wireless, Bluetooth 5.2 LE, Kabel) |
| Polling-Rate | 1.000 Hertz | 1.000 Hertz |
| Sensor | Glorious 12K Optical (Pixart 3360 oder 3311) | Glorious BAMF 2.0 Optical (Pixart PAW3395) |
| Max. DPI/IPS | 12.000/300 | 26.000/650 |
| Akkulaufzeit | Keine (kabelgebunden) | 110 Std. (2.4 GHz), 210 Std. (Bluetooth) - RGB aus |
| Software | Glorious Core | Glorious Core |
| On-Board-Profile | 3 | 3 |
| Programmierbare Tasten | 6 | 6 |
| Max. Beschleunigung | 35 G | 50 G |
| Mausfüße | UPE | 100% PTFE G-Skates |
| Beleuchtung | RGB 16,8 Mio. Farben RGB (2-Zonen, 8 Effekte) | RGB 16,8 Mio. Farben RGB (8 Effekte) |
| OS-Kompatibilität | Windows, macOS, Linux | Windows, macOS, Linux |
| Gewicht | 55 Gramm | 57 Gramm |
| Besonderheiten | Sehr leicht für kabelgebundene Maus, Budget-Fokus, Waben-Gehäuse | Dual Wireless, Mini-Format für kleine Hände oder Fingertip- und Clawgrip-Spieler |
| UVP | 35 Euro (inzwischen günstiger) | 100 Euro (inzwischen günstiger) |
So habe ich getestet
Ich hatte die Mäuse jeweils ungefähr vier bis acht Wochen lang im Einsatz. Während dieser Zeit habe ich damit acht Stunden täglich meine Arbeit im Homeoffice erledigt und nach Feierabend sowie an den Wochenenden damit gespielt. Darunter waren viele kleinere Point and Click-Indie-Titel und der Shooter Metal: Hellsinger.
Die meisten kabellosen Gaming-Mäuse haben aber besagten Stand-by-Modus, der das Gerät nach einer manchmal sogar selbst einstellbaren Zeit der Nichtbenutzung abstellt. Aber hier lohnt es sich, genau zu schauen, wie dieser Modus sich verhält, denn manchmal wird er auch äußerst suboptimal umgesetzt.
Beispielsweise bei der ansonsten fantastischen SteelSeries Rival 3 Wireless. Dort ist ein Klick nötig, damit die Maus aufwacht. Das Ganze ist zudem mit einer starken Verzögerung verbunden.
Aber zurück zur Glorious Model O 2 Mini Wireless: Einstellungen werden überwiegend in der Glorious Core Software vorgenommen, die meiner Meinung nach noch immer unausgereift ist. Bei einer Tastatur des Herstellers führte dies zu einer Abwertung:
Da ich bei der Maus aber auch viele Anpassungen ohne Software vornehmen kann (unter anderem die Beleuchtung und DPI), habe ich mich in diesem Fall gegen eine Abwertung entschieden.
Insgesamt ist die Glorious Model O 2 Mini Wireless eine wirklich gute Gaming-Maus und inzwischen auch deutlich günstiger als für die ursprüngliche UVP von 100 Euro zu bekommen.
Erwischt man ein passendes Angebot, gibt es sie bereits ab 60 Euro. Vielleicht geht der Hersteller die Sache mit dem Stand-by-Modus ja doch noch irgendwann einmal an.
Glorious Model O Eternal
Kabelgebundene Gaming-Mäuse sind noch lange nicht passè. Im Gegenteil entwickeln die meisten Hersteller ihre Modelle stetig weiter. Neben den allgemeinen technischen Optimierungen, die eine höhere Leistung inkludieren, wird auch an äußeren Merkmalen gearbeitet.
So haben viele Kabelmäuse eine flexiblere Leine als ältere Modelle. Das trifft auch auf die Glorious Model O Eternal zu, aber es gibt Luft nach oben.
Das Kabel ist beispielsweise nicht sonderlich schön ummantelt und könnte gerne für weniger Widerstand bei der Mausführung sorgen.
Kein Beinbruch, aber selbst ältere Modelle wie die Cooler Master MM720 können hier mehr überzeugen. Zumindest ist das Kabel mit zwei Metern angenehm lang.
Beim Design wird ein ähnlicher Weg wie bei der Model O 2 gegangen: Die Maus ist rechts-symmetrisch und hat ein durchlässiges Gehäuse. Im Gegensatz zur Model O 2 sind die Aussparungen aber im bekannten Waben-Look ausgestanzt und größer als beim kabellosen Modell.
Auch hier ist der Unterboden durchlöchert, und auch hier finden wir links und rechts Leuchtstreifen. Diese sind zwar etwas kürzer, aber dafür dicker. Hier wird weiter eindrucksvoll demonstriert, wo noch die offenkundigen Vorteile gegenüber Wireless liegen:
Die Beleuchtung ist wunderbar kräftig, mit fantastischen, dynamischen Effekten. Hier scheint wesentlich mehr Licht als bei der Model O 2 in den Mauskörper hinein. Beim Kabel muss man keinen Gedanken an den Akku verschwenden und kann die Disco durchgehend geöffnet lassen.
Der Leuchtstreifen beginnt auf der linken Seite direkt hinter den Daumentasten. Auf der rechten ist er ähnlich groß.(Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)
Bei der Model O Eternal finden wir ebenfalls eine DPI-Taste auf der Oberseite, jedoch keinen LED-Indikator auf der Unterseite oder sonst wo am Mauskörper. Hier muss man zwangsläufig in der Software nachsehen.
Die DPI-Stufen sind aber dieselben und auch bei der Model O Eternal dürfen wir unseren individuellen Wert bestimmen, nur
bis 12.000 DPI und nicht bis 26.000. Realistisch betrachtet benötigen Spieler derartige hohe Werte ohnehin nicht.
Etwas schade finde ich, wie bei so vielen rechts-symmetrischen Gaming-Mäusen, dass die Form trotz scheinbarer Symmetrie nicht exakt parallel ist und die Daumentasten links liegen. So werden Linkshänder wie so oft dazu gezwungen, mit rechts zu steuern.
Die Model O Eternal habe ich in Weiß getestet, es gibt die Maus aber glücklicherweise auch in Schwarz. Warum ich von Glück rede, könnt ihr hier nachlesen:
Auch bei der Glorious Model O Eternal kommt es mit der Zeit zu pinkfarbenen Flächen auf den Maustasten sowie an den Seiten.
Solltet ihr euch eine der beiden Gaming-Mäuse kaufen?
Glorious Model O Eternal & Model O 2 Mini Wireless lohnen sich für euch, wenn ihr ...
- ... eine anständige Qualität sucht.
- ... schnell schwitzige Hände bekommt.
- ... eher kleinere Hände habt oder im Fingertip-Grip spielt, oder aber Low-Sense-Gamer seid.
Alternativen zur Glorious Model O Eternal und zur Model O 2 Mini Wireless
- BenQ Zowie FK2-DW (Test) oder BenQ Zowie U2 (Test), wenn ihr eine ähnliche Qualität inklusive Ladestation sucht, und auf RGB verzichten könnt.
- Razer Viper V3 Pro (Test), wenn ihr kompetitiv spielt, die symmetrische Form und etwas weniger Gewicht wollt.
Weitere Alternativen zur Glorious Model O Eternal und zur Model O 2 Mini Wireless findet ihr in unserer großen Kaufberatung zum Thema:
Sowohl Glorious Model O Eternal als auch Model O 2 Mini Wireless haben mittlerweile ein super Preis-Leistungs-Verhältnis. Die kabelgebundene Glorious Model O Eternal gibt es stellenweise ab 25 Euro, die Model O 2 Mini Wireless ab 55 Euro. Trotz harter Konkurrenz sind beide Mäuse auf ihre Art besonders.
Wer diesen Testbericht liest und bei manchen Details, wie dem sehr feinen Lochdesign der Glorious Model O 2 Mini Wireless denkt, Genau das, was ich suche!
könnte hier die perfekte Gaming-Maus für sich gefunden haben.


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