Goat Bot Unicut H1 im Test: Einer der teuersten Mähroboter, den ich je getestet habe, scheitert viel zu schnell an sich selbst

Ohne Begrenzungsdraht, dafür mit KI-Kamera: Der Goat Bot Unicut H1 verspricht für 1.500 Euro UVP viel. Im Test zeigt sich jedoch, dass nur das Wenigste auch gehalten wird.

Beim Umfang klotzt der Goat Bot. Softwareseitig sieht es leider anders aus. Beim Umfang klotzt der Goat Bot. Softwareseitig sieht es leider anders aus.

Ein smarter Mähroboter ohne Begrenzungskabel, mit RTK-Navigation und KI-Kamera zur Hinderniserkennung: Der Goat Bot Unicut H1 dürfte den meisten von euch nichts sagen, klingt auf dem Papier aber nach einem echten Premium-Modell.

Doch im Test zeigt sich schnell: Das Gerät scheitert nicht nur an seiner hohen UVP von 1.499 Euro, sondern vor allem an der unausgegorenen Software. Zumindest noch. Für wen er trotzdem geeignet sein kann und wer lieber zu einem Konkurrenzmodell greift, erfahrt ihr in meinem Test.

Transparenzhinweis + Rabattcode: Der Goat Bot Unicut H1 wurde mir vom Online-Shop Geekmaxi für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hersteller und Händler hatten keinen Einfluss auf Inhalt oder Bewertung dieses Artikels und erhielten keine Einsicht vor der Veröffentlichung.

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Goat Bot H1 Unicut
Goat Bot H1 Unicut
Der Goatbot Unicut H1 bietet gute Mähleistung, solide Hinderniserkennung und starke Akkulaufzeit. Doch Navigation, App und Bedienlogik lassen viel Raum für Verbesserungen. Der Roboter bietet kaum Steuerungsmöglichkeiten, verliert teils die Orientierung und wirkt insgesamt unausgereift. Für den aufgerufenen Preis ist das zu wenig. Hier sind noch viele Softwareupdates erforderlich, um eine Empfehlung auszusprechen.
  • Gute Mähqualität bei freier Fläche
  • Präzise Bahnen dank RTK-Navigation
  • Solide Akkulaufzeit und kurze Ladezeit
  • Hindernisse werden meist zuverlässig erkannt
  • Einrichtung mit Hindernissen
  • Sehr rudimentäre App
  • Teils Probleme bei der Navigation
  • Kaum Einstellungsmöglichkeiten
  • Billiges Gehäusematerial, zerkratzt schnell
  • Viel zu teuer
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Lieferumfang & Verarbeitung: Plastik dominiert

Der erste Eindruck des Goat Bot Unicut H1 ist gemischt: Die Verpackung ist solide, der Lieferumfang auf den ersten Blick vollständig. Enthalten sind:

  • der Mähroboter selbst
  • eine RTK-Antenne mit Station
  • die Ladestation inklusive Netzteil
  • ein Netzadapter
  • eine Bedienungsanleitung

Das Gehäuse des Roboters besteht aus einfachem Kunststoff, wahlweise in Weiß oder Orange. Leider sieht man dem Material die Preisklasse nicht an: Es wirkt nicht sehr hochwertig, ist anfällig für Kratzer und nutzt sich im Alltag schneller ab, als alle anderen Mähroboter, die ich bisher ausprobiert habe.

Auch die Bedienelemente auf der Oberseite, ein Set aus vier Tasten und einem Drehrad mit Druckfunktion sowie einem einfachen Display, hinterlassen für die aufgerufene UVP keinen hochwertigen Eindruck. Die Konkurrenz setzt in diesem Preissegment teils auf große Farbdisplays mit Touch-Steuerung.

Praxistauglich sind die Bedienelemente aber allemal. Zudem ist der Roboter robust gebaut. Die Plastikräder wirken zwar nicht sehr hochwertig, sie sind aber stabil und haben genügend Kraft.

Das Gehäuse zerkratzt sehr schnell. Der Roboter macht insgesamt aber einen robusten Eindruck. Das Gehäuse zerkratzt sehr schnell. Der Roboter macht insgesamt aber einen robusten Eindruck.

Einrichtung & App: Stolperstart mit Passwortsuche

Heutzutage ist die Einrichtung der meisten Mähroboter mit RTK-Antenne ein Kinderspiel: Ladestation anschließen, mit der Antenne verbinden und ins WLAN einwählen – fertig. Nicht so beim Goat Bot.

Es gibt gleich mehrere Hürden, angefangen bei der Suche nach der richtigen App. Die zu finden, ist nämlich schwieriger als gedacht: Nur eine exakte Suche nach Goat Bot lieferte mir im Apple App Store die richtige App, Varianten wie Goatbot blieben erfolglos. Zumindest zum damaligen Zeitpunkt.

Einrichtungshürde Nummer zwei: Die Verbindung zum Roboter erfolgt nicht über Bluetooth wie bei vielen Konkurrenten, sondern über ein eigenes WLAN, das der Roboter aufbaut. Das Passwort dafür steht ausschließlich in der gedruckten Anleitung und ist leicht zu übersehen. Ohne diesen Schritt geht jedoch nichts.

Und es gibt noch eine dritte Hürde: Der Roboter muss mit einer PIN gestartet werden. Der Code steht zwar ebenfalls im beiliegenden Leitfaden, der gesamte Prozess ist jedoch wenig intuitiv gestaltet. Warum nicht einfach den Nutzer Schritt für Schritt in der App durch die Einrichtung führen, wie es andere Hersteller machen?

Steht endlich die Verbindung, geht’s bedeutend einfacher weiter: Ihr müsst euren Garten einmal manuell mit dem Roboter abfahren, um die Karte zu erstellen. Bei Bedarf könnt ihr auch mehrere Karten anlegen. Eine automatische Kartierung gibt es nicht. Die Steuerung erfolgt über Touch-Joysticks in der App.

Anschließend könnt ihr in der App No-Go-Zonen sowie Passagen einrichten und Pläne fürs zeitgesteuerte Mähen einrichten.

Allerdings ist die Software wenig ausgereift: Karten lassen sich nicht zoomen (was die Navigation erschwert), die angesprochenen Mähpläne lassen sich nicht in der Dauer konfigurieren, es gibt einige Übersetzungsfehler und einige Schaltflächen wie die Patchnotes bei einem Firmware-Update lassen sich gar nicht klicken.

Die App ist übersichtlich, aber viele Funktionen fehlen oder sind nicht ausgereift. Die App ist übersichtlich, aber viele Funktionen fehlen oder sind nicht ausgereift.

Das Wichtigste funktioniert zwar, doch die Konkurrenz in Form von Dreame und Ecovacs ist hier meilenweit voraus: Kantenmähen, Fernsteuerung, Nachtmodus (für Igelschutz), Feinjustierung der Hinderniserkennung – all das gibts beim Goat Bot (noch) nicht. Hier gibt es viel Potenzial aufzuholen, doch ob diese Features jemals kommen, ist unklar.

Sperrzonen lassen sich nicht einfach benennen, Karten nicht richtig zoomen - die Bedienung der App ist schwieriger, als sie sein sollte. Sperrzonen lassen sich nicht einfach benennen, Karten nicht richtig zoomen - die Bedienung der App ist schwieriger, als sie sein sollte.

Das Herzstück des Unicut H1 ist die RTK-Navigation. Diese ermöglicht es dem Roboter, in geraden Bahnen und mit hoher Präzision zu fahren. Das klappt auch überwiegend gut.

Manchmal kommt es jedoch zu unkontrollierten Manövern. Ich habe den Eindruck, dass der Roboter die Orientierung verliert, sobald es zu Pausen, Hindernissen oder GPS-Schwankungen kommt. Dann bleibt er entweder stehen – ohne Fehlermeldung – oder fährt nach einer kurzen Pause weiter.

In meinen Augen ist das weniger ein Problem der verbauten Hardware, sondern ebenfalls der Software. Ein Feld, bei dem der Hersteller unbedingt nachbessern sollte.

Die Hinderniserkennung funktioniert in Teilen gut: Größere Objekte wie Bälle, Gartenmöbel oder Sträucher werden erkannt, und der Roboter hält mit rund 20 Zentimetern Abstand an oder umfährt sie. Leider lässt sich die Sensitivität nicht einstellen. Kleine Objekte, etwa Spielzeug oder Schläuche, werden nicht zuverlässig erkannt.

Hindernisse erkennt der Goat Bot ab einer gewissen Größe zuverlässig. Hindernisse erkennt der Goat Bot ab einer gewissen Größe zuverlässig.

Enge Passagen meistert der Goat Bot durchaus, allerdings nicht immer zuverlässig. Zwischen meinen Koniferen und dem Klettergerüst meines Sohnes etwa blieb der Roboter manchmal einfach stehen, obwohl es genügend Platz zum Wenden gegeben hätte.

Mähleistung: Wenn er mäht, dann gut

Trotz aller Schwächen: Die Mähqualität des Goat Bot Unicut H1 ist ordentlich. Der Roboter mäht in sauberen, parallelen Bahnen. Die Schnittbreite liegt bei 24 cm, die Schnitthöhe lässt sich manuell per Drehrad am Gehäuse in einem Bereich von 25 bis 65 mm verstellen. Eine elektrische Einstellung per App fehlt.

Vor allem auf freier Fläche arbeitet der Roboter sauber und zuverlässig. Bei regelmäßigem Einsatz entsteht ein gleichmäßiges, gepflegtes Schnittbild. Nachbessern müsst ihr per Hand aber spätestens um Hindernisse herum sowie an den Rasenkanten, die baubedingt nicht komplett frisiert werden.

Wenn er Platz hat, mäht der Goat Bot sehr sauber, systematisch und zuverlässig. Wenn er Platz hat, mäht der Goat Bot sehr sauber, systematisch und zuverlässig.

Akkulaufzeit & Lautstärke: Stark in der Ruhe

Der Akku des Unicut H1 zeigt sich im Test als positiv. Je nach Grashöhe und Komplexität des Geländes sind mehrere Stunden Mäheinsatz möglich. Bei moderater Nutzung reicht eine Ladung für etwa 60 bis 90 Minuten, danach benötigt der Akku rund zwei Stunden zum Aufladen.

Mit ca. 35 Dezibel in fünf Metern Entfernung ist der Mähroboter angenehm leise. Damit eignet er sich auch für Einsätze früh morgens oder in dicht bebauten Wohngegenden. Der Drehteller mit drei Messern hat zudem ordentlich Dampf – teilweise flogen bei mir die abgeraspelten Grashalme aus dem Heck des Roboters.

Sicherheit & Wartung: Grundfunktion vorhanden, Details fehlen

Der Unicut H1 verfügt über Hebesensoren, die das Mähwerk beim Anheben sofort stoppen. Eine Notabschaltung sowie ein Signalton beim Anheben sind ebenfalls vorhanden. Die Warnung sowie alle Sprachausgaben sind allerdings nur auf Englisch verfügbar und zudem so laut, dass ich sie im Haus bei offenem Fenster noch höre. Leiser stellen lässt sich der Goat Bot nicht.

Die Reinigung gelingt dank IPX6-Zertifizierung einfach mit dem Gartenschlauch. Auch die Klingen lassen sich unkompliziert wechseln. Leider bietet die Software keinerlei Informationen über Verschleiß, Akkustatus oder den Zustand der Komponenten – ein Rückschritt im Vergleich zu vielen Konkurrenten.

Potente Technik, schwache Software: Der Goat Bot Unicut H1 lässt viel Potenzial liegen. Potente Technik, schwache Software: Der Goat Bot Unicut H1 lässt viel Potenzial liegen.

Solltet ihr euch den Goat Bot kaufen?

Zum aktuellen Zeitpunkt kann ich keine Empfehlung für den Unicut H1 aussprechen. Zwar leistet er solide, zuverlässige Ergebnisse, wenn euer Garten sehr einfach gestaltet und gut zugänglich ist. Allerdings ist er dafür viel zu teuer.

Das ist schade, denn im Grunde bringt der Goat Bot alles mit, was es für einen starken Mähroboter braucht: RTK-Antenne für präzise Navigation, Kameras für die Hinderniserkennung sowie ein starkes Mähwerk mit drei Klingen.

Doch es ist wie gesagt nicht die Hardware, sondern die Software, die dem Goat Bot die Kaufempfehlung verwehrt. Ob und inwiefern der Hersteller weitere Updates für dieses Gerät veröffentlicht, bleibt fraglich. Immerhin: Während meines Testzeitraums sind ein paar Updates erschienen, Fortschritt ist erkennbar. Am Ende reicht es aber nicht – zumindest nicht bei dem aufgerufenen Preis von fast 1.500 Euro.

Alternative Empfehlungen:

  • Ecovacs GOAT O500 Panorama: Kamera- statt RTK-Navigation, aber deutlich bessere Software, für kleinere Gärten geeignet
  • Dreame A1 Pro: Ebenfalls mit Kamera- statt RTK-Navigation, umfangreicher Software und für mehrere Gärten geeignet.
  • Segway Navimow i105E: Mit RTK-Navigation, ausgereifter App und zuverlässiger Gesamtperformance.

Der Goat Bot Unicut H1 ruft einen Premiumpreis auf, ohne Premium zu liefern. Zwar stimmt die Mähleistung auf freier Fläche und die verbaute Technik ist durchaus fähig, doch die unausgereifte Software bremst den Mähroboter in fast jeder Hinsicht: beim Funktionsumfang, Hinderniserkennung, Navigation und Bedienung.

Das Gute: Die meisten Probleme dürften sich mit Software-Updates lösen lassen. Und das sollte jetzt die höchste Priorität beim Hersteller haben.

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